Feldgefüge-Ansprache – DI. 13.10., 14 Uhr

Geschrieben am 07.10.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Termine

Zu einer Beurteilung von Zwischenfrüchten und Bodengefüge laden wir für Dienstag, 13. Oktober, 14 Uhr auf eine Fläche des Betriebs Mayer GbR ein.

Treffpunkt ist beim Betrieb Mayer GbR (Ortsrand Semd Richtung Habitzheim). Dauer ca. 45-60 Minuten.
Wenn möglich, bringen Sie bitte einen Spaten mit!

Aufgrund der anhaltenden Pandemie werden wir voraussichtlich auch im Herbst keine Veranstaltungen in geschlossenen Räumen durchführen können.

Individualberatungen auf Höfen oder in unseren Räumen sind nach Absprache möglich.

Bitte beachten Sie die aktuell gültigen Maßnahmen auf unseren Veranstaltungen.

Informationen aus der Landwirtschaft – Oktober

Geschrieben am 01.10.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Das Grünland in unseren Mittelgebirgslagen hat stark unter der Trockenheit gelitten und die die Grasnarben sind geschädigt. Dazu kommt in diesem Jahr ein außerordentlich hoher Besatz mit Feld- und Schermäusen. Beides sind Pflanzenfresser, die sich vornehmlich von Gras- und Kleewurzeln ernähren.

Damit sich das Grünland im kommenden Frühjahr besser erholt kann etwas nachgeholfen werden. Dazu fand am 29. September in Ober-Kinzig eine Grünlandbegehung auf einer Fläche der Kreuzdellenhof GbR, organisiert durch die AG Gewässerschutz und Landwirtschaft, statt. Vor Ort leitete Dr. Angela Homm-Belzer die Teilnehmer*innen sehr lebendig und fachkundig zur Bewertung von Grünland an.

Standort, Nutzung und Pflege entscheiden über den Pflanzenbestand. Denn Grünland ist nicht gleich Grünland! Es kann durch intensive Mahd genutzt oder extensiv beweidet werden. Häufig wird es in einer ersten Nutzung gemäht und zu einem späteren Zeitpunkt beweidet. Mit Hilfe eines Bewertungsbogens waren die Teilnehmer*innen aufgefordert einzelne Teilflächen zu bewerten. Handelt es ich um einen gräserreichen Standort mit mehr als 70% Grasanteil? Sind Gräser, Kräuter und Klee zu annähernd gleichen Teilen im Bestand vertreten? Oder überwiegen Klee und Kräuter und der Grasanteil ist gering?

Damit das Grünland leistungsfähig und die Grasnarbe dicht bleibt, muss eine achtsame Nutzung und regelmäßige Pflege erfolgen. Dazu gehört eine regelmäßige Nachsaat mit passendem Saatgut, aber genauso müssen zu lange Weidezeiten und Trittschäden auf der Fläche vermieden werden. Wenn die Tiere beginnen, die Narbe durchzutreten, ist es höchste Zeit für den Weideabtrieb! Eine letzte Überfahrt mit einem Mulcher oder Weidetrimmer sorgt dafür, dass kein überständiges Grünland in den Winter geschickt wird. Zu hohe Bestände neigen zur Auswinterung und bieten der ohnehin schon übermäßigen Mäusepopulation zusätzlich Schutz und Deckung. Greifvogelhocken an den Flächen unterstützen unsere heimischen Raubvögel bei der Jagd und helfen so den Mäusebesatz zu dezimieren.

Ein Ärgernis auf vielen Flächen ist der stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius) – ein ausdauerndes Knöterichgewächs und ein enormer Platzräuber. Die Einzelpflanze kann bis zu 7.000 Samen bilden, die ein halbes Jahrhundert im Boden überdauern. Das Ausstechen der mächtigen Pfahlwurzel ist eine schweißtreibende Arbeit, aber die sicherste Möglichkeit den Ampfer wieder von den Flächen zu entfernen.

Übrigens ist intaktes Grünland herausragend für Wasser- und Erosionsschutz. In Hessen werden ca. 38% der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Grünland genutzt – das entspricht 294.300 Hektar.

Ampferwurzel (Bild Angela Mögel, LLH)

Ampferwurzel (Bild Angela Mögel, LLH)

Aulendorfer Lückendetektor (Bild Angela Mögel, LLH)

Aulendorfer Lückendetektor (Bild Angela Mögel, LLH)

Gespräche am Feldrand – AktuelleTermine

Geschrieben am 26.08.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Termine

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

herzliche Einladung zu Gesprächen am Feldrand. Um Sie zu informieren und Fragen zu pflanzenbaulichen Themen und zu Verordnungen zu beantworten, treffen wir uns am Feldrand.

Termine und Treffpunkte sind:

Dienstag  01. September
11:00 Uhr       Halle Volz, Groß-Bieberau
14:30 Uhr       Beerfurther Höhe, Reichelsheim

Mittwoch 02. September
14:00 Uhr       Sportplatz, Mittershausen (Das diesjährige Maissortiment der Züchterhäuser Saatenunion und Limagrain steht in fuß läufiger Entfernung zum Treffpunkt und kann gerne besichtigt werden. Ein Maisfeldtag findet in diesem Jahr nicht statt!
16:30 Uhr       Langklinger Hof, Weiher

Donnerstag 03. September
11:00 Uhr       neuer Stall Fam. Krichbaum, Raidelbach
15:00 Uhr       Kreidacher Höhe, Sommerrodelbahn

Montag, 7. September
14:00 Uhr       Mosbach/Radheim (Freizeitgelände Sterbach)
16:00 Uhr       Klein-Umstadt (Bahnübergang/Appelallee)

Dienstag, 8. September
11:00 Uhr       Groß-Umstadt
(TW-Aufbereitungsanlage Zone II)
15:00 Uhr       Roßdorf (Rosenhof/Fasanenhof)

Aktuelle Themen: 

  • Pflanzenbau 2020 – Rückblick und Informationen zur Herbstaussaat
  • DÜV und rote Gebiete – Fristen, Termine, Verordnung
  • Sonstiges

Sofern möglich, werden Vertreter*innen der Fachabteilungen ländl. Raum dabei sein.

Aufgrund der anhaltenden Pandemie werden wir voraussichtlich auch im Herbst keine Veranstaltungen in geschlossenen Räumen durchführen können.

Individualberatungen auf Höfen oder in unseren Räumen sind nach Absprache möglich.

Wir freuen uns wenn Sie am Feldrand dabei sind – bitte beachten Sie die aktuell gültigen Maßnahmen auf unseren Veranstaltungen.

Rundbrief – 25.08.2020, Zwischenfrüchte für Bodenfruchtbarkeit und Ertrag

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

Die guten Effekte einer gelungenen Zwischenfruchtsaat für die folgende Hauptfrucht, insbesondere wenn es sich um eine Sommerung handelt, sind hinlänglich bekannt. Nach DÜV dürfen auf Ackerland Zwischenfrüchte nach Getreide N-haltige Dünger wie Gülle, Gärsubstrat mit maximal 30 kg NH4-N/ha bzw. 60 kg NGes/ha (es gilt der Schwellenwert, der als erstes erreicht wird) bis zum 01. Oktober angedüngt werden. Dies gilt letztmals in diesem Jahr auch für die roten Gemarkungen (vorzugsweise das Gersprenz-Einzugsgebiet). Auf Dauergrünland und mehrjährigem Feldfutterbau, der bis zum 15. Mais des Jahres ausgesät wurde, gilt der Schwellenwert von 80 kg NGes/ha bei einer Ausbringung vom 01. September bis zum 01. November! Die Kernsperrfristen enden jeweils mit Ablauf des 31. Januar. Die Sperrfrist für die Ausbringung von Festmist von Huf- oder Klauentieren oder Kompost reicht vom 01. Dezember bis zum 15. Januar. Bitte beachten Sie, dass in Wasserschutzgebieten abweichende Regelungen befolgt werden müssen, sofern sie über die DÜV hinausgehen.

Wenn Sie jetzt Gülle/Gärsubstrat zur Zwischenfrucht ausbringen, gibt es zwei Punkte zu beachten:

  1. die vereinfachte Düngebedarfsermittlung vor der Ausbringung,
  2. die Anrechnung des kompletten pflanzenverfügbaren Stickstoffs (NH4-N und/oder NO3-N), der im Herbst ausgebracht wurde, in die DBE im kommenden Frühjahr für die jeweilige Hauptkultur.

Damit nähert sich die DÜV den von uns erstellten Düngeempfehlungen an, die sie problemlos weiterhin übernehmen können.

Nach der Ernte wurden zwischen dem 14. Juli und dem 5. August von einigen Flächen Bodenproben zur Nmin-Analyse entnommen. Die Ergebnisse sind überwiegend erfreulich (Tabelle 1), nur in wenigen Fällen wurden nach Wintergetreide Nmin-Mengen > 40 kg NO3-N/ha festgestellt.

Tab. 1: Nmin nach Ernte 2020

Nmin 0-90 cm
Erntefrucht Anzahl Mittel Min Max
Reinheimer Hügelland Raps 10 44 31 63
Gerste 13 28 18 51
Tritic., Roggen 2 32 30 34
Weizen 41 34 19 68
Odenwald Gerste 4 30 25 39
Weizen 7 24 15 40

Um zu verhindern, dass diese Werte bis zur Herbstbeprobung ansteigen, ist es wichtig, dass Zwischenfrüchte etabliert werden, Bodenbearbeitung möglichst flach und wenig durchgeführt wird und eine Düngung zur Saat von Zwischenfrüchten, Raps oder Wintergerste (nur außerhalb der WSGe) bedarfsgerecht erfolgt. Zu Zwischenfrüchten oder zum Raps kann die 30/60er Regelung voll ausgeschöpft werden. Eine Düngung zur Wintergerste ist aus Sicht des Wasserschutzes in der Regel nicht erforderlich. Gerne führen wir eine Nitracheckanalyse mit Bodenmaterial von Ihren Flächen durch, um genauere Aussagen zum Düngebedarf zu erhalten.

Durch die frühe Ernte kommen auch Flächen für den Zwischenfruchtanbau in Betracht, die sonst eher nicht eingesät werden. So wurden im Reinheimer Hügelland die ersten Maisflächen gehäckselt und Kartoffeln gerodet. Auch eine ZF-Einsaat vor Stoppelweizen ist jetzt noch möglich. Das schnell wachsende Ramtilkraut lässt sich in einem Arbeitsgang beim Grubbern aussäen und kostet nicht viel. Kooperationspartner in Wasserschutzgebieten bekommen in der Regel auch dafür das Saatgut kostenlos zur Verfügung gestellt. – Bitte sprechen Sie uns an.

Im letzten Rundbrief wurde auf die Vorzüglichkeit von Zwischenfrüchten nach Raps und Erbsen in Hinblick auf niedrige Herbst-Nmin-Werte im Ansaatjahr hingewiesen. Die Ertragserfassungen in diesem Jahr zeigen, dass die gelungene Zwischenfrucht auch in Hinblick auf die Erträge sich bewährt. Auf beiden Demoversuchen wurden die höchsten Erträge erzielt, wenn nach Raps vor Aussaat des Weizens eine Zwischenfrucht etabliert wurde. WeizenErtragnachRaps

Die Ausweisung der roten Gebiete wird die Landbewirtschaftung im Odenwald nicht erleichtern. Tun Sie sich, Ihren Kollegen und der ganzen Region etwas Gutes, indem alle pflanzenbaulichen Möglichkeiten zur Minimierung der Herbst-Nmin-Werte ausgeschöpft werden.

Für weitere Frage kontaktieren Sie uns (Tel. 06162-9435210), wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung!

Ihr AGGL-Team

 

 

 

Rundbrief 22. Juli 20 – Nacherntemanagement und Zwischenfrüchte

Geschrieben am 22.07.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

Die Getreideernte ist voll im Gang und liefert bislang meist befriedigende bis sehr gute Erträge. Auch die Raps- und Körnererbsenernte wurde zumindest im Reinheimer Hügelland weitgehend abgeschlossen. Bei den letztgenannten Kulturen ist zu beachten, dass die Erntereste in Form von Stroh und bei den Leguminosen auch in Form von symbiontischen Knöllchenbakterien, die an den Wurzeln sitzen, relativ viel Stickstoff enthalten. Dieser Stickstoff kann unter geeigneten Bedingungen im Boden freigesetzt werden, nämlich, wenn ausreichend Wärme, Feuchtigkeit und Luft vorhanden sind. Dabei fördert die intensive Durchmischung von Ernteresten mit dem Boden die Umsetzung. Dies ist einerseits aus phytosanitären Gründen gewünscht, führt aber andererseits zu hohen Nmin-Werten im Herbst, sofern nicht nachfolgend eine Zwischenfrucht angebaut wird. Gerade bei Raps und Erbsen ist eine Verdreifachung der Nmin-Mengen im Boden zwischen Ernte und Vegetationsende keine Seltenheit.

Dass die Bodenbearbeitung nach Raps so selten wie nötig und so flach wie möglich durchgeführt werden muss, sollte hinreichend bekannt sein. Wichtig ist, dass die ausgefallenen Rapssamen nicht vergraben werden, sondern zur Keimung kommen. Die Rapsstängel müssen zerkleinert oder gut aufgespleisst werden, damit Krankheitserreger in ihnen nicht überdauern können. In unseren Demoversuchen wurden mit Mulcher oder Messerwalze  gute Ergebnisse erzielt.  Wenn es noch viele Gummischoten gibt, bietet sich auch der Einsatz einer Walze an. Eine flache Bodenbearbeitung darf erst erfolgen, wenn der Ausfallraps aufläuft. Hier ist die Kurzscheibenegge optimal, gute Ergebnisse liefert auch die Kettenscheibenegge. Wenn die zweite Welle aufläuft, bietet es sich bei einer weiten Rapsfruchtfolge an, den Ausfallraps stehen zu lassen und erst unmittelbar vor der folgenden Getreideaussaat einzuarbeiten. Bei einer engen Rapsfruchtfolge (< 4 Jahre) kann ansonsten mit der ersten Bodenbearbeitung auch eine schnellwüchsige cruciferenfreie Zwischenfrucht eingesät werden (z.B. Ramtilkraut + Phacelia). So kann der freiwerdende Stickstoff gut gebunden werden. Da Ausfallraps oder Zwischenfrucht in der vegetativen Phase ein enges C/N-Verhältnis hat, sollte als Folgegetreide entweder Wintergerste oder –Roggen angebaut werden, die sich im Herbst noch bestocken und eine bessere Stickstoffverwertung aufweisen.  Falls Winterweizen folgen soll, ist  die Aussaat ggfs nach hinten zu verschieben. Entscheidend für die Weizenaussaat ist die Bodentemperatur ( < 8 °C) .

In den Jahren 2017 und 2019 wurden Demoversuche  zum Nacherntemanagement in Ober-Ramstadt, Groß-Bieberau, Brensbach, Otzberg und Groß-Umstadt angelegt. Die Effekte von Bodenbearbeitung, Ausfallraps oder Zwischenfrucht auf die Herbst-Nmin-Werte (HNmin) sind deutlich zu erkennen. 2020_07-22-Abbildung Raps

 

Ähnliche Effekte lassen sich auch nach dem Anbau von Erbsen beobachten.  2020_07-22-Abbildung Erbsen Im vergangenen Jahr wurde auf einer Demofläche in Otzberg nach der Ernte eine Zwischenfrucht eingesät. Dabei blieb ein Vergleichsstreifen ohne Zwischenfrucht. Bis zur Beprobung Im Herbst kam es auf dem Streifen ohne Zwischenfrucht nicht nur zu einem Anstieg der Nitratmenge im Boden, sondern auch zu einer Verlagerung in die unterste Bodenschicht. Die Streifen mit Zwischenfrucht wiesen geringere Nmin-Werte auf, eine Verlagerung war bis zur Bodenbeprobung nicht festzustellen. Dabei spielte es keine Rolle ob der nachfolgende Weizen mit Einarbeitung der Zwischenfrucht eingesät wurde oder ob zunächst eine Messerwalze die Zwischenfrucht zerkleinerte.

In Hinblick auf den Erosionsschutz ist bei entsprechender Drilltechnik die Messerwalze anstelle der der Einarbeitung der Zwischenfrucht vorzuziehen.

In den meisten WSG-Kooperationen wird die Begrünung nach Raps oder Körnerleguminosen gefördert. Bitte sprechen Sie uns darauf an.

 

Achtung rote Gebiete:

Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass ab dem kommenden Jahr in den roten Gebieten zu Sommerungen nur gedüngt werden darf, wenn eine Zwischenfrucht vor der Sommerung bis zum 15. Januar auf dem Acker steht.

 

Wir wünschen Ihnen noch einen guten Ernteverlauf!

Kontaktieren Sie uns (Tel. 06162-9435210), wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung!

 

Ihr AGGL-Team