Einladung zum Odenwälder Grünlandtag – LLH

Geschrieben am 16.08.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Einladung ODW Grünlandtag

Informationen aus der Landwirtschaft – August

Geschrieben am 10.08.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

Zwischenfruchtanbau in und außerhalb nitratgefährdeter Gebiete – die Mischung macht´s!

Aufgrund der regnerischen Witterung stagniert die Ernte. In einigen Gemarkungen ist die Getreideernte fast abgeschlossen, in anderen stehen noch über 50 % der Bestände. Und wieder einmal zeigt sich, dass Ernteprognosen zumindest bei den Druschfrüchten mit Vorbehalt zu bewerten sind. So schön viele Bestände auch im Frühjahr ausgesehen haben, die Erträge bewegen sich eher im mittleren Niveau.

Ein Gutes hat das derzeitige Wetter aber, nämlich dass die Böden ausreichend feucht sind. In den letzten Jahren mußten Zwischenfrüchte möglichst schnell nach dem Drusch gesät werden, um die Restfeuchte im Boden zur Keimung zu nutzen. In diesem Jahr können durch vorherige Stoppelbearbeitung Ausfallgetreide, Gräser und Wurzelunkräuter vor der Zwischenfruchtaussaat mechanisch bekämpft werden. Dennoch ist der Zwischenfruchtanbau auch in diesem Jahr kein Selbstläufer. Da zumindest in nitratbelasteten Gebieten abgesehen von einer mäßigen Stallmistgabe keine Düngung erfolgen darf (ausgenommen sind nur Zwischenfrüchte zur Futternutzung), ist es wichtig auch jenseits von Greening-Vorgaben auf eine Mischung zu setzen, die den aktuellen Erfordernissen und dem Standort angepasst ist. Der bislang oft bevorzugte Senf benötigt für einen schnellen Start und Bildung eines dichten Bestandes eine ausreichende Nährstoffversorgung, die ohne Düngung kaum zu erreichen ist.

Der Handel bietet für nahezu alle Anforderungen und Wünsche passende Zwischenfruchtmischungen an. Aber auch Eigenmischungen sind möglich (Rückstellprobe erforderlich bei Greening-ZF). Früh abfrierende Mischungspartner sollten nur in geringen Anteilen ausgesät werden, damit der erste Frost nicht zu große Lücken entstehen lässt. Mischungen mit höheren Anteilen von Leguminosen machen besonders Sinn in den nitratgefährdeten Gebieten, wo die Flächen im Herbst nicht gedüngt werden dürfen. Die Leguminosenanteile sollten nicht mehr als 20 % betragen. In Hinblick auf die N-Nachlieferung ist es wichtig über Ihre Beobachtungen, ein regions- und betriebsspezifisches Optimum bei den Leguminosenanteilen zu finden, welches von den Mischungspartnern und dem geplanten Einarbeitungstermin abhängt, um die N-Nachlieferung besser einzuschätzen. Besonders bei Mischungen von großen Körnerleguminosen und Senf ist es angebracht, erst die Leguminose zu drillen und ab einer Wuchshöhe von 3 – 5 cm den Senf auszubringen. Das klingt komplizierter als es ist. Wer in diesem Jahr Körnerleguminosen wie Ackerbohnen oder Erbsen angebaut hat, kann dies gut nach der ersten Stoppelbearbeitung, wenn die Leguminosen aufgelaufen sind, ausprobieren. Bei nicht zu früher Einarbeitung sind niedrige Nmin-Werte in Verbindung mit einer guten Unkrautunterdrückung sicher. Hinweis für Eigenmischungen: in diesem Jahr sind Ackerbohnen im Vergleich zu anderen Leguminosen relativ preiswert. Ackerbohnen gehören neben Lupine und Ölrettich zu den Zwischenfrüchten mit den größten Durchwurzelungstiefen. Sie sind daher in Hinblick auf die Gefügestabilität besonders empfehlenswert.

Die jeweiligen angebauten Hauptfrüchte beeinflussen die Auswahl der Mischungspartner. So gehören Senf oder Ölrettich nicht in enge Rapsfruchtfolgen, bei  nematodengefährdeten Standorten oder Hauptfrüchten ist bei der Aussaat von Senf oder Ölrettiche auf Nemtodenresistenz zu achten. Buchweizen sollte wegen der Gefahr des Aussamens und der schwierigen Bekämpfung nicht vor Zuckerrüben gesät werden. In Kartoffelfruchtfolgen sollte auf Phacelia und Senf verzichtet werden, um Eisenfleckigkeit zu vermeiden.  Maisfruchtfolgen bieten für vielfältige Mischungen die besten Möglichkeiten.

In der nachfolgenden Übersicht sind die wichtigsten Mischungspartner aufgelistet. Eine Erweiterung mit weniger bekannten Partnern (Saflor, Koriander, Ringelblumen, …. ) ist natürlich möglich.  Die meisten Mischungspartner lassen sich auch in winterharten Mischung einsetzen. Diese Mischungen sollten aber einen höheren Gräseranteil (z.B. einjähriges Weidelgras) und unter den Leguminosen auch Weißklee oder winterfeste Kö-Leguminosen aufweisen.

Sprechen Sie uns gerne für individuelle Mischungen an. Klicken Sie hier, um eine weitere Übersicht zu Mischungen zu erhalten Zwischenfrüchte Sortenwahl und Infos-AGGL.

Auf folgende Mischungspartner sind zu achten:

Art Wichtig zu wissen: Samenanzahl Hinweis Fruchtfolge
Rauhafer / Sandhafer fördert Mykorrhiza  bis zu 20% alle, gut vor Kartoffeln
Phacelia Friert bei ausreichend Frost ab bis > 50 % alle außer Kartoffeln
Ramtilkraut friert sehr früh ab, Übersaat mögl. bis zu 15 % alle
Buchweizen friert sehr früh ab bis zu 15 % alle außer ZR
Senf braucht Frost zum Abfrieren und   ausreichend N, Übersaat möglich bis > 50 % alle außer Raps
Ölrettich braucht viel Frost zum Abfrieren und   ausreichend N, Übersaat möglich bis > 50% alle außer Raps, ZR nur bedingt, gut vor Kartoffeln
Sonnenblume viel Masse bis zu 10 % alle außer ZR
Leindotter auch in Rapsfruchtfolgen bis zu 5 % alle
Lupine N-Bindung, erst ab 3-5 cm Höhe Mischungspartner säen, gerne im Gemenge mit Senf, Phacelia, Aussaat bis 20. August bis zu 20 % alle, gut vor Kartoffeln
Bohnen/Erbsen N-Bindung, erst ab 3-5 cm Höhe Mischungspartner säen gerne im Gemenge mit Senf, Phacelia, Aussaat bis 20. August bis zu 20 % alle
Klee (Alexandriner, Inkarnat, Gelb) N-Bindung, feines Saatbeet, gerne im Gemenge mit Senf, Phacelia, Aussaat bis 20. August bis zu 20 % alle
Sommer-Wicke N-Bindung, feines Saatbeet, gerne im Gemenge mit Senf, Phacelia, Aussaat bis 20. August bis zu 5 % alle

 

Informationen aus der Landwirtschaft – Juli

Geschrieben am 07.07.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Boden bewahren – Erosion vermeiden

Boden und Wasser sind die wichtigste Ressource – allein der Boden lässt sich nicht vermehren – deshalb ist Bodenschutz wichtig!

Am 1. Juli hatte die AG Gewässerschutz und Landwirtschaft zum Erosionsschutztag auf den Kohlbacher Hof eingeladen. Viele Interessierte waren der Einladung gefolgt. Neben etlichen Landwirt*innen auch Vertreter*innen aus den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, dem Odenwaldkreis sowie dem Kreis Bergstraße. Aber auch viele Kommunen sind zu dem Termin erschienen, sind es doch neben der Landwirtschaft oft die Feuerwehren und Bau- und Betriebshöfe, die die Folgen von Erosion beseitigen müssen.

Erosion hat es schon immer gegeben. Der Winderosion verdanken wir im Reinheimer Hügelland die guten Böden, als vor mehr als 10.000 Jahren der Wind die Staubablagerungen der Endmoränen an die Ränder der Mittelgebirge getragen hat. Genau diese guten Böden drohen bei Starkregenereignissen abgetragen zu werden. Jährlich gehen pro Hektar bis zu 3 Tonnen Boden verloren. Unter extremen Bedingungen ist sogar ein Bodenverlust von bis zu 50 Tonnen pro Hektar und Jahr möglich!

Aber wodurch kommt es zur Erosion?

In erster Linie sind es die natürlichen Gegebenheiten wie Klima und Niederschlagsintensität, die Geländebeschaffenheit und die vorherrschende Bodenart. Aber auch die Bewirtschaftung der Flächen hat einen großen Einfluss ob und wie stark Erosionsereignisse stattfinden.

Hanglänge, Kulturart sowie die Art der Bearbeitung begünstigen oder verhindern Erosion. So sind lange Hänge mit wenig Bewuchs auf der Fläche bei entsprechenden Niederschlagsereignissen sehr anfällig für Erosion. Auf Mais- und Zuckerrübenflächen, genauso auf Kartoffeläckern, kann es bei entsprechenden Regenereignissen im Frühjahr und Frühsommer, bevor die Pflanzen den Boden vollständig bedecken, zu Erosion kommen. Während Getreide und Grünland am gleichen Standort und bei gleicher Witterung kaum zum Erdabtrag führt.

Daher waren neben einer Einführung in die Bestimmung der Hangneigung und Hanglänge die Möglichkeiten zur Erosionsvermeidung das zentrale Thema beim Erosionsschutztag am 1. Juli auf dem Kohlbacher Hof. Laut DWD (Deutscher Wetterdienst) führt der Klimawandel zukünftig zu erhöhten Risiken durch Starkregen, Hagel und Sturmböen

Mulchsaat und Untersaaten, aber auch die Bearbeitungsrichtung quer zum Hang oder die Anlage von ausreichend breiten Schutzstreifen mit angepasstem Bewuchs helfen den kostbaren Boden auf der Fläche zu behalten.

Die Landwirtschaft wird Hilfe und Unterstützung brauchen bei den notwenigen Maßnahmen, die helfen, Erosion zu vermeiden.

Zwischenfrüchte, Zweitfrüchte, Raps in nitratbelasteten Gebieten – Wann darf nach der Ernte gedüngt werden? Was ist zu beachten?

Geschrieben am 28.06.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

Während sich auf („grünen“) Flächen ohne Nitratbelastung nach § 13a – DÜV nur wenig geändert hat, gibt es für („rote“) Flächen mit Nitratbelastung weitere Auflagen, die zu beachten sind:

Zwischenfruchtanbau ist Pflicht, wenn die Folgefrucht eine Sommerung ist und die jeweilige Hauptfrucht bis zum 01. Oktober geerntet wurde. Sofern die folgende Sommerung nach dem 1. Februar bestellt wird, darf die Zwischenfrucht erst ab dem 15. Januar eingearbeitet werden.

Nach der diesjährigen Ernte gilt für die roten Flächen in nitratgefährdeten Gebieten:  keine N-Düngung von Ackerflächen, es sei denn, dass sie in diesem Jahr noch beerntet werden (also Zweitfrüchte angebaut werden).

Ausgenommen sind:

  • Zweitfrüchte (Ernte im Herbst)
  • Folgefrucht Raps, sofern ein Nmin-Wert < 45 kg N/ha nachgewiesen wird,
  • Zwischen-(Zweit)früchte mit Futternutzung im Herbst,
  • Zwischenfrüchte ohne Futternutzung, sofern nur Stallmist von Huf- oder Klauentieren oder Kompost bis zu einer Menge von 120 kg Nges/ha ausgebracht wird,
  • Mehrjährige Feldfutterbauflächen, die bis zum 15. Mai des Jahres bestellt wurden

Für Zweitfrüchte muss prinzipiell  wie bei Hauptfrüchten eine Düngebedarfsermittlung durchgeführt werden. Wenn keine eigenen Erträge als Referenzen vorliegen, so kann man sich bei früher Aussaat (Juli bis Anfang August) nach der Wintergerstenernte an folgende Werte orientieren (Quellen: BLE, LK NRW, DÜV):

 

Zweitfrucht Ertragsniveau N-Bedarf/ha
Ackergras (1 Schnitt) 30 dt TS/ha 41 kg N/ha
Ackergras (2 Schnitt) 40 dt TS/ha 64 kg N/ha
Sorghum 79 dt TS/ha 90 kg N/ha
GPS-Hafer 40 dt TS/ha 60 kg N/ha
GPS-SoGerste 47 dt TS/ha 65 kg N/ha
GPS-SO-Triticale 41 dt TS/ha 60 kg N/ha
Hafer/Erbsen-Gemenge 50 dt TS/ha 30 kg N/ha

 

Wenn die Wetterprognosen ungünstig sind (kein Regen in Sicht), sollte vor einer Düngung zunächst die Entwicklung beobachtet und gewartet werden, bis die Prognosen günstiger sind und die Pflanzen eine Bestandeshöhe > 4 cm aufweisen bzw. das 2. Blatt erscheint.

Sowohl vor Zweitfrüchten als auch vor einer geplanten Herbstdüngung zum Raps muss eine Nmin-Probe gezogen oder ein anerkannter Nmin-Referenzwert (z.B. Nacherntebeprobung der AGGL) berücksichtigt werden. Vor Raps darf dieser Wert nicht größer als 45 kg N/ha betragen. Da die Vorwinterentwicklung des Raps sich maßgeblich auf die Ertragsleistung auswirkt, sind eigene Untersuchungsergebnisse zu bevorzugen.

Wir bieten daher allen Rapsanbauern an, uns bis zum 1. Juli betreffende Flächen zu melden, damit wir diese Flächen in die Beprobung mit aufnehmen.  Bitte senden Sie eine Mail mit der Schlagbezeichnung, unserer Beprobungsnummer und der derzeitigen Erntefrucht an aggl@wasserwerk.com

Boden bewahren – Erosion vermeiden: Dialog und Feldrundgang zur Erosion am 01. Juli 2021

Geschrieben am 15.06.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Termine

Schon immer gab es Starkregenereignisse, aber durch den Klimawandel häufen sich die Witterungsextreme.
Bürger, Landwirte und Kommunen sind unmittelbar von Erosion betroffen und es liegt auf der Hand, im Zuge der Beratung zum Gewässerschutz auch den Erosionsschutz mit einzubeziehen. Welche Handlungsoptionen gibt es, warum kommt es zu Bodenabtrag, wo sind Erosionsschutzstreifen nötig und möglich, …?
Wir laden Sie sehr herzlich ein, am Dialog und Feldrundgang zur Erosion am 01. Juli von 9:30 – 12:00 Uhr teilzunehmen.
Einführung und Startpunkt: Kohlbacher Hof, Reichelsheimer Str. 104, Otzberg (Landstraße zwischen Wersau und Ober-Klingen)
Themen:
• Begrüßung und Einführung
• Sonderfall Kartoffeln
• Wenn der Boden abfließt – Haftung und Versicherung
• Agrarumweltmaßnahmen und Erosionsschutz
• Wo und wie können Erosionsschutzstreifen angelegt werden – Rundfahrt und praktische Beispiele
Bitte beachten Sie die aktuell geltenden Regelungen für Corona-Schutzmaßnahmen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.