Zwischenfrüchte Nährstoffspeicher, Boden- und Erosionsschutz

Geschrieben am 11.11.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein
Feldtag am 19.11.21 in Birkenau von 14:00-16:00 Uhr

Zwischenfrüchte sollen in der Fruchtfolge vielfältige Aufgaben erfüllen: Bodenlockerung, Erosionsschutz, Reduzierung von Nematoden, Nährstoffspeicherung – immer mit dem Ziel, beste Voraussetzungen für die Folgefrucht zu schaffen, eventuell Greening-Auflagen zu erfüllen und dabei wirtschaftlich zu sein.

Zwischenfrucht-Mischungen können diese vielfältigen Anforderungen oft sicherer erfüllen als Ansaaten aus einer Komponente.

Auf der Demonstrationsfläche in Birkenau sind zwei „einfache“ Zwischenfruchtmischungen und zwei artenreiche Varianten der Züchterhäuser DSV und Saaten-Union zu sehen.

Themen:

  • Begrüßung und Einführung
  • Vorstellung der Ansaaten durch die Saathäuser
  • Bodenansprache
  • Aufwuchsmasse und Nährstoffspeicherung

Bitte beachten Sie die aktuell geltenden Regelungen für Corona-Schutzmaßnahmen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Lage: Hauptstraße, zw. Reisen und Birkenau, gegenüber Einrichtungshaus Jäger

Bild: Michael Florig

 

Informationen aus der Landwirtschaft – November

Geschrieben am 03.11.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Bodenprobenkampagne ist angelaufen

Unsere Böden sind die Grundlage für die Erzeugung von Nahrungsmitteln und unersetzlich für die Grundwasserneubildung. Um Letzteres zu schützen, lassen Wasserversorger jedes Jahr im Herbst Bodenproben von ausgesuchten Flächen analysieren.

Seit dem 15. Oktober ist das Spezialfahrzeug zur Bodenprobenentnahme wieder unterwegs.

Breit bereift und mit Allradantrieb fährt das Fahrzeug systematisch über das Feld. Unter größtmöglicher Schonung der Fläche werden mit 15 Einstichen je Hektar Bodenproben entnommen. Das Fahrzeug ist mit einem satellitengestützten Navigationssystem ausgestattet und kann die Fahrspuren aufzeichnen. Mit einem halbautomatischen Entnahmesystem wird aus 0-90 cm Tiefe Bodenmaterial in drei Schichten entnommen. Dieses Material wird gut gekühlt in ein Labor transportiert und dort auf den aktuellen Stickstoffgehalt – den Herbst-Nmin analysiert.

Wozu dient der Herbst-Nmin?

Der Herbst-Nmin-Wert beschreibt den Gehalt an Mineralstickstoff im durchwurzelbaren Horizont des Bodens (0-90 cm) und wird in kg N/ha angegeben. Der Herbst-Nmin wird beeinflusst von Düngung, Bearbeitung, Wetter, Boden und Klima!

Ziel der Landwirtschaft ist es, möglichst geringe Nmin-Gehalte auf den Flächen im Herbst zu hinterlassen, um Auswaschungen von Nitrat in tiefere Bodenschichten und eine potenzielle Belastung des Grundwassers zu vermeiden.

Der Anbau von Zwischenfrüchten, Fruchtfolge und eine reduzierte Bodenbearbeitung helfen dabei, Reststickstoffgehalte im Boden zu reduzieren bzw. in der Biomasse zu konservieren. Hier engagieren sich in vielen Städten und Kommunen Landwirtschaft und Wasserversorger gemeinsam, um das Grundwasser zu schützen.

Spezialfahrzeug

Bohrturm

Informationen aus der Landwirtschaft – Oktober

Geschrieben am 08.10.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Immer wieder Zwischenfrüchte

Zwischenfrüchte sind Feldfrüchte, die zwischen Hauptfrüchten wie Getreide und Mais oder Zuckerrüben angebaut werden. Für den vorbeugenden Grundwasserschutz sind sie wahrlich ein „alter Hut“ – aber es lohnt sich immer wieder auf die Leistungen der Multitalente im Ackerbau aufmerksam zu machen.

Die Aussaat von Zwischenfrüchten erfolgt nach der Ernte. Im Gegensatz zu den Vorjahren waren die Böden in diesem Jahr ausreichend feucht und so konnten die Zwischenfrüchte bei zeitiger Aussat zügig keimen und bilden jetzt schon üppige Bestände. Frühe Aussaattermine sind wichtig, damit ausreichend Aufwuchs gebildet weden kann. Der ober- und unterirdische Aufwuchs hilft dem Bodenleben. Regenwürmer, Insekten und vor allem Bakterien brauchen organische Substanz als Nahrung.

Außerdem binden Zwischenfrüchte Nährstoffe im Aufwuchs. Vor allem Stickstoff wird so vor der Auswaschung und Verlagerung in tiefere Bodenschichten und ins Grundwasser geschützt. Die  im Aufwuchs gespeicherten Nährstoffe dienen der kommenden Frucht als Dünger.

Als Winterbegrünung sichern Zwischenfrüchte den Boden vor Verschlämmung und Bodenerosion. Durch die Durchwurzelung verbessert sich die Bodenstruktur und der Boden kann Niederschläge besser „verdauen“.

Zwischenfruchtanbau ist Pflanzenschutz! Denn mit der Auswahl der richtigen Zwischenfrucht können Pflanzenkrankheiten und Fruchtfolgeschädlinge reduziert werden.

Es lohnt sich aber auch zunehmend beim Anbau von Zwischenfrüchten unter die Erde zu schauen. Zwischenfruchtmischungen mit unterschiedlichen Mischungspartnern haben ganz vielfältige Wurzelsysteme. Mit den richtigen Mischungspartnern können positive Wechselwirkungen verstärkt werden.  Jede Wurzel gibt Exsudate ab, das sind schnell verfügbare Nährstoffe für die Mikroroganismen. So kann eine gute Mischung die Bodenaktivität regelrecht befeuern.

Ein großer Nachteil bei frühen Saatterminen ist das Erreichen der Samenreife. Damit Zwischenfrüchte in folgenden Kulturen nicht zum Problem werden, gilt es die Samenreife durch Mulchen oder Walzen zu verhindern.

Gemeinsam mit Landwirten hat die AGGL an unterschiedlichen Standorten Demonstrationsflächen mit verschiedenen Zwischenfruchtmischungen angelegt.

Spatenprobe im Löss unter Zwischenfrucht

Zwischenfruchtmischung mit Leguminose

Scheunentreffen / Feldrandgespräche im September

Geschrieben am 16.09.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Termine

Nach einem regenreichen Sommer und einer herausfordernden Getreideernte freuen wir uns Sie bei den Scheunentreffen oder am Feldrand zu sehen.

Termine:  

22. September 11:00 Uhr Groß-Bieberau, Halle Volz

28. September 10:30 Uhr Mischbornquelle (ab 12:15 Besichtigung Maisversuch Piadin zur Gülle in Klein-Umstadt/Äppelallee)

30. September 10:30 Uhr Rosenhof Rück / Fasanenhof Ewald (mit Besichtigung Zwischenfruchtsortiment)

Worüber wollen wir sprechen?

  • Aktuelle Situation – wo „drückt der Schuh“
  • Düngung und DÜV – wann, wieviel und wo
  • Sortenempfehlung und Pflanzenschutz zur Herbstaussaat
  • Sonstiges

Die Veranstaltungen finden wie gewohnt in Zusammenarbeit mit dem LLH statt.

Es gelten die bestehenden Abstands- und Hygieneregeln. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, ihre Kontaktdaten werden erfasst.

Glyphosatverbot in Wasserschutzgebieten

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Seit dem 8. September gilt ein generelles Anwendungsverbot von Glyphosat in Wasserschutzgebieten sowie in Heilquellenschutzgebieten und besonderen Zonen in Biosphärenreservaten.

Außerhalb dieser Gebiete kann im Einzelfall auf Ackerflächen in Abhängigkeit von der Bodenbearbeitung und Erosionsgefährdung nach der Ernte bis zur Saat eine Anwendung erfolgen:

  • Bei Mulch- oder Direktsaat ist die Glyphosatanwendung auf Ackerflächen erlaubt!
  • Bei Pflugsaat ist die Glyphosatanwendung nur auf erosionsgefährdeten Standorten (CC-Wasser1 und 2) erlaubt. Auf nichterosionsgefährdeten Standorten ist bei Pflugsaat nur eine teilflächenspezifische Behandlung erlaubt, wenn bestimmte Problemunkräuter (z.B. Ackerkratzdistel, Ampfer, Quecke, …) bekämpft werden sollen.

Außerhalb dieser Gebiete darf auf Grünlandflächen Glyphosat nur auf Teilflächen eingesetzt werden, zur

  • Neuansaat auf erosionsgefährdeten Standorten oder Flächen, wo der Pflugeinsatz verboten ist,
  • Grünlanderneuerung bei Problemunkräutern/Giftpflanzen (z.B. Jakobskreuzkraut, Herbstzeitlose, …)

Eine Anwendung zur Sikkation ist prinzipiell überall verboten! 

Anwendung im Einzelfall bedeutet, dass zuvor alle anderen Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes und Alternativen beim Anbau geprüft wurden.  Eine gute Dokumentation ist dabei unerlässlich. Im Zweifelsfall sollte eine Rücksprache beim LLH und dem zuständigen Landwirtschaftsamt erfolgen!

Im Haus- und Kleingartenbereich sowie auf öffentlichen Flächen ist die Anwendung glyphosathaltiger PSM ab 8. September verboten. Mittel, für die noch bestandskräftige Zulassungen für diese Anwendungsbereiche bestehen, dürfen noch verwendet werden.