Aktualisierung der Nmin Werte vor Mais für Weschnitztal und Überwald

Geschrieben am 13.04.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Mit etwas Verzögerung sind die letzten Nmin Ergebnisse eingetroffen.

 

Informationen aus der Landwirtschaft – März

Geschrieben am | Kategorie(n) Beiträge

Alles Mist…

Mist, Kompost und Gülle sind wertvolle, organische Dünger, die wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Schwefel sowie verschiedene Spurenelemente enthalten. Mit der Ausbringung von Mist, Kompost und Gülle werden Nährstoffkreisläufe geschlossen.  Stickstoff als Hauptnährstoff für das Pflanzenwachstum ist hier als Ammonium-Stickstoff und organisch gebundener Stickstoff vorhanden. Der Ammonium-Anteil ist im Jahr der Ausbringung pflanzenverfügbar, der organische Anteil wirkt je nach Mineralisationsrate (so nennt man den Abbau organischer Substanz durch Mikroorganismen) bis in die Folgejahre. Der Ammonium-Anteil in Gülle ist hoch! Festmist hat einen wesentlich höheren Trockensubstanzgehalt als Gülle, das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis ist weiter und bestimmt die Stickstoff-Freisetzung aus dem Festmist.  Je höher der Rottegrad von Mist, desto höher ist der Anteil des Ammonium-Stickstoffs. Der Strohanteil im Mist ist ein Leckerbissen für Mikroorganismen und verbessert die Bodeneigenschaften. Auch Kompost wirkt bodenverbessernd. Hier ist der Stickstoff fast vollständig organisch gebunden. Die organische Substanz führt bei langjähriger Anwendung zur Anreicherung von Humus.

Profis bringen Mist, Kompost und Gülle bedarfsgerecht mit passender Technik auf die Flächen. Leider wird vereinzelt immer noch zu viel Mist, Kompost oder Gülle auf Flächen gefahren. Wer das macht verstößt möglicherweise gegen die Düngeverordnung und sollte sich intensiver mit dem den Themen Pflanzenbau und Pflanzenernährung beschäftigen.

In früheren Zeiten war der Misthaufen ein Statussymbol! Wer einen großen Misthaufen auf dem Hof hatte, hielt auch viele Tiere im Stall. Der Münchner Agrarwissenschaftler Carl Fraas schrieb 1865: „Am Misthaufen erkennt man den Bauern, in ihm zeigt sich die innere Kraft seiner ganzen Wirtschaft.“

Außerhalb der Branche werden Mist, Kompost und Gülle heute kaum noch als wertvolle Dünger wahrgenommen, sie stehen für Grundwasserbelastung und Geruchsbelästigung – das ist doch Mist!

Aktualisierung der Nmin-Werte vor Mais und Kartoffeln

Geschrieben am 01.04.2021 | Kategorie(n) Allgemein

Die Nmin-Bodenproben wurden ausschließlich im März gezogen. Da die Mittelwerte keine relevanten Unterschiede aufweisen, wird auf eine weitere Aufgliederung der Hauptfrüchte verzichtet. Die Ergebnisse stammen überwiegend von Flächen im Reinheimer Hügelland. Für den Bereich der Übergangslagen zum  Odenwald liegen bislang nur wenige Werte aus dem Bereich Brensbach/Fränkisch Crumbach vor. Bitte beachten Sie: Sofern keine eigenen Bodenanalysen vorliegen, müssen diese Werte bzw. die Richtwerte aus der LLH-Referenzflächenliste im gleichen Postleitzahlbereich für die DBE verwendet werden!

Wie wichtig der spätere Beprobungstermin für die spätere Bestellung ist, zeigt die nachfolgende Abbildung. Hier wurden auf geplanten Demoversuchsflächen bereits  im Januar Bodenproben entnommen. Es ist deutlich zu erkennen, wie die Nmin-Werte von Januar zu März ansteigen.

Da im Reinheimer Hügelland vorzugsweise Lössstandorte vorherrschen, werden andere, meist durch Stauwasser beeinflusste Flächen in Auenlagen separat ausgewertet. Der Stichprobenumfang ist klein, trotzdem ist gut zu erkennen, dass die Ergebnisse deutlich höher sind als unter den Lössstandorten. (Hier ist der Begriff humos bitte nicht mit der Definition in der DBE gleichzusetzen, da Humusgehalte > 4 % nicht erreicht werden.)

Tab: mittlere Nmin-Werte (März-Beprobung) zu Kartoffeln und Mais

Nahezu 50 % der untersuchten Lössstandorte im Reinheimer Hügelland weisen Werte in der Spanne zwischen 45 – 75 kg NO3-N/ha auf. Die niedrigsten Werte wurden nach Ackerfutter ermittelt, dass erst im Frühjahr umgebrochen wird. Die höchsten Werte treten auf, wenn Hackfrucht auf Hackfrucht ohne Zwischenbegrünung folgt.

In vielen WSG-Kooperationen erhalten die Zwischenfrüchte vor Kartoffeln keine organische Düngung mehr. Dies führt dazu dass die Streuung der Nmin-Werte auf diesen Flächen im Frühjahr deutlich geringer ist als zur Hauptfrucht Mais.

Oft lassen sich bei höheren Frühjahrs-Nmin-Werten Zusammenhänge erkennen, wie z.B.

  • fehlender Zwischenfruchtanbau, weil Hackfrucht nach Hackfrucht
  • hohe Herbst-Nmin-Werte
  • zu frühe Einarbeitung von kräftig entwickelten Zwischenfrüchten
  • senfbetonte Zwischenfrüchte mit frühem Blattfall
  • Kombination von Gülle+ Mist zur Zwischenfruchtdüngung

Was kann getan werden bei hohen Frühjahrs-Nmin-Werten vor Mais um Reifeverzögerung und hohe Nmin-Werte im Herbst zu vermeiden?

  • Berücksichtigen Sie das Mineralisierungspotenzial im Boden. Je BP> 40 können Sie von 1 kg N Nachlieferung ausgehen bei ausreichender Vegeationszeit.
  • Reduzieren Sie die geplante Güllegabe und lassen Sie im Mai ein späte Nmin-Beprobung durch uns vornehmen. Eine spätere mineralische Düngung ist durchaus technisch machbar.
  • Vermeiden Sie Gülle + Mist-Kombination vor der Aussaat.

Wir wünschen Ihnen gutes Wetter und viel Erfolg für die anstehenden Feldarbeiten!

 

Ihr AGGL-Team 

Dr. Angela Homm-Belzer, Silke Reimund, Mathias Bahr

Den Artikel können Sie hier herunterladen.2021_Rundbrief Mais und Kartoffeln

 

Aktualisierung der Nmin-Werte – Rüben und Mais wasserschutzkonform düngen

Geschrieben am 25.03.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Eine Aktualisierung der Nmin-Werte (Stand 24.03.21) im Reinheimer Hügelland kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden:
Nmin-Werte Reinheimer Hügelland (24.3.21)

Dre nachfolgende Rundbrief kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden:

Rundbrief Rüben und Mais

In diesem Jahr sind im Reinheimer Hügelland für gleiche Hauptfrüchte nur geringe Unterschiede zwischen den verschiedenen Gemarkungen festzustellen. Bitte beachten Sie: Sofern keine eigenen Bodenanalysen vorliegen, müssen unsere Werte bzw. die Richtwerte aus der LLH-Referenzflächenliste im gleichen Postleitzahlbereich für die DBE verwendet werden!

Um möglichst genaue Werte zu erhalten, lassen wir die Bodenproben zu den jeweiligen Kulturen und unter Berücksichtigung von regionalen Besonderheiten (z.B. Vegetationsbeginn, frühe Ausbringung stabilisierter N-Dünger, …) wie in der Abbildung dargestellt in verschiedenen Zeitfenstern entnehmen. Dabei muss außerdem für Transport und Analyse ein entsprechendes Zeitfenster berücksichtigt werden.

Mittlerweile liegen im Reinheimer Hügelland die ersten Ergebnisse für Sommerungen vor. Wer Sommergetreide anbaut, kann sich an den Werten zu Zuckerrüben orientieren.

Da im Reinheimer Hügelland vorzugsweise Lössstandorte beprobt werden, werden andere, meist durch Stauwasser beeinflusste Flächen separat ausgewertet. Der Stichprobenumfang ist klein, trotzdem ist gut zu erkennen, dass die Ergebnisse deutlich höher sind als unter den Lössstandorten. (Hier ist der Begriff humos bitte nicht mit der Definition in der DBE gleichzusetzen, da Humusgehalte > 4 % nicht erreicht werden.)

Die mittleren Nmin-Werte zu den Hackfrüchten unterscheiden sich nur wenig. Die Spanne zwischen den niedrigen und den hohen Nmin-Werten wird meist vom Einarbeitungstermin der Zwischenfrüchte beeinflusst. Bei zeitiger Einarbeitung werden höhere Nmin-Werte nachgewiesen als bei späterer Einarbeitung. Zunehmend wird auch in unserer Region früher eingearbeitet, weil durch die milderen Winter ein Abfrieren nicht mehr gewährleistet ist. Aber muss denn wirklich im Januar eingearbeitet werden? Reicht es nicht, wenn ggfs. mit der Messerwalze durchgeschnitten wird? Der Einsatz der Messerwalze belässt eine Mulchschicht auf dem Acker, die Erosion und Verschlämmung verhindert. Das Material kann so gut vorrotten und dient zudem den Regenwürmern als Nahrung. Bei der späteren Einarbeitung werden durch die Vorrotte positive Mikroorganismen gefördert, es kommt nicht zur Fäulnisbildung.

 

Für Zuckerrüben und Mais wurden je nach Ertragserwartung und Schlaghistorie einzelschlagbezogene Düngeempfehlungen zwischen 0 und >140 kg N/ha errechnet. Dabei muss jede/r Betriebsleiter/in darauf achten, dass in den roten Gebieten die 20%-Kürzung im Mittel der bewirtschafteten Flächen eingehalten wird. Wir haben daher für solche Flächen auch die jeweiligen DBE nach DÜV errechnet und verschickt. – In unseren Düngeempfehlungen schätzen wir sehr differenziert in Abhängigkeit von Betrieb, Fläche und Hauptfrucht das Mineralisierungspotenzial ein. Hackfrüchte können aufgrund des späteren Erntetermins sehr gut den bodenbürtigen Stickstoff verwerten. Hier sind N-Nachlieferungen zwischen 20-40 kg N/ha realistisch und müssen in die Düngeplanung miteinbezogen werden. Auch für organische Dünger gelten derzeit in Wasserschutzgebieten besondere Anrechnungen des Gesamt-N-Anteils, die sich sehr wohl bewährt haben:

 

Rindergülle, Gärsubstrat:                   60% z. HF, 20% z. FF

Schweinegülle:                                      70% z. HF, 20% z. FF

Stallmist:                                               40% z. HF, 30% z. FF

Geflügelmist, -trockenkot:                 60% z. HF, 20% z. FF

Kompost:                                               35% z. HF, 25% z. FF

 

Bitte handeln Sie nicht nach der Maßgabe, „was nicht verboten ist, ist erlaubt“. Die DÜV lässt durchaus die Ausbringung verschiedener organischer Dünger zur Hauptfrucht zu. Aber: die Nmin-Ergebnisse im Herbst zeigen immer wieder, dass Stallmist/Kompost + Gülle/GS zu Mais oder Z.Rüben in der Regel zu hohen bis höchsten Nmin-Werten führen.  Vermeiden Sie diese Kombinationen, bringen Sie den Mist mit Exaktstreuern ins Getreide aus oder legen Sie im Frühjahr ein Zwischenlager auf dem Feld an. Der gelagerte und gut verrottete Mist kann optimal zur Zwischenfrucht ausgebracht werden. Wir stehen Ihnen gerne dabei beratend zur Verfügung. – Verwenden Sie keine Nitrifikationshemmer, wenn Mist oder Kompost gefahren wurde oder die Zwischenfrucht sehr spät eingearbeitet wurde, ansonsten ist die verspätete Nachlieferung vorprogrammiert.

 

Wir wünschen Ihnen gutes Wetter und viel Erfolg für die anstehenden Feldarbeiten! Bleiben Sie gesund!

 

Aktuelle Nmin-Werte Reinheimer Hügelland – Stand 24.3.21

Geschrieben am 23.03.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein