Im ersten Jahresrundbrief hieß es zum Thema Raps „… auf die Wurzel kommt es an“. Jetzt wird mit der Rapsaussaat der Grundstein für das Wurzelwachstum gelegt und die Bedingungen sind relativ gut.

 Die Niederschläge, die nach der großen Hitze fielen, waren für die Getreideernte zwar ungünstig, aber für die nachfolgende Bodenbearbeitung zur Rapsbestellung eher willkommen. Für den Feldaufgang vom Raps ist es wichtig, zwischen Ernte der Vorfrucht und Aussaat ein gut rückverfestigtes und feinkrümeliges Saatbett herzurichten. Dazu gehört vor allem ein gutes Strohmanagement, wenn das Stroh nicht abgefahren wurde. Ein feuchtwarmer Boden begünstigt die Umsetzung der Erntereste und die von uns Wasserschützern oft befürchtete Mineralisierung ist für die Rapsentwicklung eher von Vorteil. Raps sollte bis zum Vegetationsende mindestens 60 kg N in der oberirdischen Pflanzenmasse aufgenommen haben. Das hat er, wenn er 8-10 Blätter/Pflanze gebildet hat. Dieses Jahr ist kaum mit einer N-Festlegung infolge der Strohrotte zu rechnen. Allerdings begünstigt die Witterung das Auftreten von Schnecken. Raps hat trotz kleiner Samen einen hohen Keimwasserbedarf und Schnecken lieben Feuchtigkeit. Regelmäßige Schneckenkontrolle (sofort nach der Aussaat!) ist in diesem Jahr Pflicht. Wahrscheinlich wird eine einmalige Behandlung nicht ausreichen.

 Aufgrund der kürzeren Vegetationszeit startet jetzt in den Übergangs- und Höhenlagen die Aussaat. In den Gunstlagen mit Weinbauklima sollte die Aussaat erst in der letzten Augustwoche und gerne bis Mitte September erfolgen. Je später gesät wird desto wichtiger sind Hybridsorten, da diese ein besseres Wurzelsystem ausbilden. Sehr späte Aussaattermine sind selbst in günstigeren Lagen riskant, da zwar oft noch genug Blattmasse gebildet wird, die Wurzeln sich aber nicht ausreichend entwickeln können.

Neben den klimatischen Standortfaktoren sind besonders die Vorgaben in den roten Gebieten zu beachten. Eine Düngung zum Raps kann nur erfolgen, wenn zuvor eine Nmin-Untersuchung eigner Flächen stattgefunden hat und der Nmin-Wert für 0-60 cm (!) < 45 kg Nmin/ha ist. Im vorherigen Rundrief wurde darauf hingewiesen und viele Landwirte/innen haben das Angebot im Rahmen der Nacherntebeprobungen genutzt.

Für die Vorfrucht Wintergerste wird der Zielwert von 45 kg Nmin in der Regel nicht überschritten, anders sieht es bei der Vorfrucht Winterweizen aus. Hier wurde überwiegend der Grenzwert nicht eingehalten. Lediglich 2 von 11 Flächen, die bislang keine Stoppelbearbeitung erhalten hatten, wiesen geringere Werte auf.

Tab.: mittlere Nachernte-Nmin Ergebnisse (0-60 cm)

 

Vorfrucht Anzahl 0-30 cm 30-60 cm Summe
WGerste 12 24 8 32
WWeizen 11 30 22 52
SGerste 2 28 10 38

Durch zunehmende Einschränkungen von Pflanzenschutzmitteln wird der Begleitpflanzen-anbau im Raps interessant. Ursprünglich wurde in Frankreich versucht mit Beisaaten Rapsschädlinge, vor allem den Rapserdfloh von seiner Fraßtätigkeit an den jungen Rapspflanzen abzuhalten. Dies gelingt nicht immer, aber die Zahl der Insektizid-Behandlungen im Herbst lässt sich in vielen Jahren reduzieren oder ist – in Abhängigkeit vom Standort – sogar überflüssig. Aufgrund der schnelleren Bedeckung und Bestandsschluss kann auch die Herbizidaufwandmenge reduziert werden. Beisaaten bestehen meist aus Leguminosen und werden kurz vor der Rapsaussaat entweder gedrillt oder per Übersaat ausgebracht. Die Begleitpflanzen unterstützen den Raps im Wachstum und sichern bzw. steigern den Rapsertrag. Die Beisaat friert durch Frosteinwirkung über den Winter ab. Wenn der Frost ausbleibt, können die Begleitpflanzen leicht mit einem Herbizid beseitigt werden. Im Frühjahr profitiert der Rapsbestand aus der Stickstoffnachlieferung der Leguminosen. Beisaaten bringen also mehrere Vorteile: die Zahl der Pflanzenschutzmaßnahmen kann reduziert werden und dem Boden wird Stickstoff zugeführt, zu einem Zeitpunkt, an dem kaum ein Auswaschungsrisiko besteht. Wir haben in den letzten Jahren gute Erfahrungen mit Rapsbegleitsaaten machen können. Wenn Sie dieses Verfahren ausprobieren möchten, stellen wir Ihnen gerne etwas Saatgut zur Verfügung.

Rapsanbau in Rübenfruchtfolgen ist aus phytosanitärer Sicht ungünstig. Er kann aber nach früh gerodeten ZRüben in Zukunft von Interesse sein, da die Schilfglasflügelzikade keine Wurzeln mag, die Senföle ausscheiden. Sofern Raps in der Rübenfruchtfolge angebaut wird, muss Ausfallraps konsequent bekämpft werden. Nicht nur, dass Raps in den Rüben schwer zu bekämpfen ist, sondern auch um eine Vermehrung der Nematoden zu verhindern. Rapssamen dürfen uf keinen Fall im Boden vergraben werden. Nach der Ernte bietet sich das Striegeln der Stoppeln an, gerne in Kombination mit einer Messerwalze oder einem Mulcher. Durch das Knicken oder Aufspleissen der Stängel wird die Rotte gefördert und mögliche Krankheitserreger (z.B. Sclerotinia) schneller abgebaut.  Die erste Bodenbearbeitung zur Einarbeiten des Ausfallrapses ist wichtig, um Nematoden zu bekämpfen. Sie erfolgt ab einer Temperatursumme von 250 °C der mittleren Bodentemperatur nach der Rapsernte, d.h. alle Werte über 8 °C aufsummieren (also bei 3 Tagen Bodentemperatur mit 20 °C (Wetterfax) wird gerechnet: 3 x (20°C – 8°C) = 36°C).

Keinesfalls sollte kurz nach der Rapsernte eine Bodenbearbeitung erfolgen!

Diese Verfahrensweise ist nicht nur in der Rübenfruchtfolge sinnvoll ist. Sie hilft prinzipiell den Pflanzenschutz zu reduziern und minimiert die N-Auswaschungsverluste nach Raps!

Für Fragen und Anregungen stehen wir gerne zur Verfügung. Viel Erfolg bei der Rapsausaat!

Ihr AGGL-Team

Die Binsenhof GbR hat in einen Carbokalkstreuer der Firma Kuxmann investiert.

Die Technik ist an folgenden terminen im Praxiseinsatz zu sehen.

Donnerstag, 21. August um 9:oo Uhr in Roßdorf bei der Rück GbR

Geo Daten: 49.871781, 8.767986

Donnerstag, 21. August um 14:3o Uhr in Vielbrunn bei er Laudenberg GbR

Geo Daten: 49.717783, 9.104326

Für Informationen und einen kleinen Imbiss vor Ort sorgt Südzucker.

Die diesjährige Getreideernte startet. Hitze und Trockenheit in den letzten Wochen dürften für das Wintergetreide und besonders für das Sommergetreide Tribut fordern. Rekorderträge wird es in diesem Jahr im Getreide nicht geben. Für Wintergetreide kann bei tiefgründigen Flächen noch von normalen Erträgen ausgegangen werden.

Wir werden wieder zeitnah nach der Ernte Nmin-Beprobungen auf einigen Flächen durchführen, um Ihnen und uns Kenntnisse zur aktuellen N-Versorgung zu ermöglichen:

  • Für Kulturen wie Winterraps oder Wintergerste, die im Herbst nach Getreidevorfrucht und unter Einhaltung der Aussaattermine gedüngt werden sollen, gilt für die N-Düngung nach wie vor die 30/60er Regelung, sofern ein Bedarf vorliegt.
  • Zusätzlich gilt in roten Gebieten, dass abgesehen von noch zu erntenden Feldfutter oder Zweitkulturen, lediglich Raps gedüngt werden darf, sofern durch eine repräsentative Nmin-Probe bis 60 cm Tiefe ein Nmin-Wert < 45 kg Nmin/ha festgestellt wird. Erst dann darf bis zu 60 kg Gesamt-N aufgedüngt werden.

Die Düngebedarfsermittlung muss für die betreffenden Winterrapsflächen erst zur Frühjahrsdüngung gemacht werden. Dabei ist der Frühjahrs-Nmin zu verwenden, jede Herbstdüngung zum Raps ist im Frühjahr in der DBE voll anzurechnen!

Wenn Sie Raps nach Getreide als Folgefrucht  im roten Gebiet planen und eine entsprechende Nmin-Bodenuntersuchung von Ihrer Fläche benötigen, dann setzen Sie sich bitte umgehend mit uns in Verbindung (gerne per Mail an AGGL@wasserwerk.com oder telefonisch 06162-9435210). Benötigt wird die Schlagbezeichnung (Beprobungsnummer), außerdem die jetzt geerntete Hauptfrucht.

 

Halbzeit!                                                                                                                                                         

Die erste Jahreshälfte ist bereits vorbei, das Wesentliche lässt sich kurz zusammenfassen: Es war zu trocken!

Vom Grünland sind die ersten Schnitte im Silo, sie waren qualitativ gut, aber überwiegend nicht ertragreich. Die ersten Mähdrescher fahren bereits. Dank der Niederschläge im Mai und Juni ist der Mais gut aufgelaufen und der beginnende Trockenstress im Getreide wurde etwas abgemildert.  Der Weizen wird unter den Hitzetagen der letzten Wochen gelitten haben. Hitzestress mit Temperaturen über 30°C wird von Getreide maximal an drei aufeinanderfolgenden Tagen verkraftet. Beim Übergang in die generative Phase führt er zur Pollensterilität.  Assimilate werden nicht transportiert und damit die Kornbildung stark beeinträchtigt. Ob die Ährengabe unter diesen Bedingungen in Ertrag umgewandelt wird, bleibt abzuwarten. Sofern noch nicht geschehen, ist es jetzt an der Zeit die Technik für die anstehende Ernte fit zu machen: Überprüfung und Wartung der Erntemaschinen, Organisation der Abfuhrlogistik und eventuell die Vorbereitung des Lagerraums. Auch die Flächenplanung für das Folgejahr sollte bereits in Angriff genommen werden. Dazu gehört selbstverständlich die Planung für einen erfolgreichen Zwischenfruchtanbau.

Zwischenfrüchte in der Fruchtfolge

Bei der Auswahl ist es entscheidend, die Verträglichkeit mit den nachfolgenden Kulturen zu berücksichtigen. Und es ist immer wieder wichtig, sich selbst die Frage zu stellen:

„Was soll die Zwischenfrucht auf dieser Fläche/auf meinem Betrieb leisten?“

Jede Zielsetzung hat Auswirkungen auf die Sorten- bzw. Mischungswahl, den Aussaatzeitpunkt und das Management der Zwischenfrucht. Die Sortenwahl ist entscheidend für den Erfolg einer Zwischenfrucht. Durch die Berücksichtigung der Anbauziele, Fruchtfolge, Standortbedingungen und sortenspezifischen Eigenschaften kann eine optimale, betriebsindividuelle Zwischenfruchtmischung zusammengestellt werden.

 

Wasserhaushalt

Unter trockenen Bedingungen ist das Thema Wasserhaushalt besonders relevant. Zwischenfrüchte können sich sowohl positiv als auch negativ auswirken: Sie reduzieren die Verdunstung, verbessern die Wasserspeicherung durch Mulchbildung und fördern die Bodenstruktur. Gleichzeitig verbrauchen sie während ihres Wachstums Wasser und können bei Trockenheit mit der Hauptkultur um Wasser konkurrieren. Durch die Anreicherung organischer Substanz und die Lockerung der Bodenstruktur verbessern Zwischenfrüchte die Wasserhaltefähigkeit. In Hanglagen verringern sie den Oberflächenabfluss, da Wasser besser versickert. Das Wurzelsystem erhöht die Nutzung von Niederschlagswasser. Allerdings entziehen Zwischenfrüchte dem Boden während ihres Wachstums Wasser, was bei Trockenheit zu Konkurrenz mit der Hauptkultur führen kann. In extremen Trockenperioden kann der Wasserverbrauch der Zwischenfrüchte außerdem den Wasserstress für die folgende Hauptkultur verstärken.  Aber: Eine Entscheidung gegen den Anbau von Zwischenfrüchten ist in jedem Fall falsch! Durch gezielte Auswahl der Mischungspartner in Verbindung mit mechanischen Maßnahmen (bei Aussaat und in der Vegetation) lassen sich die Problem entschärfen 

Management und Aussaat 

Wir empfehlen meist eine frühe Aussaat der Zwischenfrüchte. Eine längere Wachstumsphase führt zu mehr Biomasse, besserer Nährstoffbindung und einer dichten Bodenbedeckung. Das unterdrückt Unkraut effektiv. Eine frühe Aussaat fördert zudem eine tiefere und dichtere Durchwurzelung, was die Bodenstruktur verbessert. Allerdings gibt es auch hinreichend Risiken bei einer frühen Aussaat. Zu frühe Aussaat kann dazu führen, dass die Zwischenfrüchte vor dem Winter in die Samenbildung gehen – unerwünscht. Sie erschwert oder verhindert notwendige Bodenbearbeitungen, wie die mechanische Regulierung von Unkrautwellen oder die Beseitigung von Verdichtungshorizonten. Die Wahl der richtigen Zwischenfruchtarten und Mischungen ist entscheidend, um die Vorteile der frühen Aussaat zu nutzen und die Risiken zu minimieren.

Phytosanitäre Aspekte

Beim Anbau von Zwischenfrüchten sind phytosanitäre Aspekte entscheidend, um die Gesundheit der Hauptkulturen zu gewährleisten. Es ist wichtig, dass die Zwischenfrüchte selbst kein Unkrautproblem in der Folgekultur darstellen und dass keine Krankheiten oder Schädlinge durch sie verbreitet werden. Bei den zunehmenden Herausforderungen, wie Wegfall von Wirkstoffen im chemischen Pflanzenschutz, der Zunahme von Resistenzen bei Gräsern und dem Auftreten und der Ausbreitung von neuen Schädlingen wie der Schilf Glasflügelzikade, eine nicht immer leichte Aufgabe. Die Pflanzenzüchtung reagiert mit der Bereitstellung von „neuen“, angepassten Sorten. Hier lohnt es sich auf Teilflächen Neues zu wagen!

Boden- und Umweltschutz

Um Erosions- und Grundwasserschutz zu gewährleisten, ist eine ausreichende Bodenbedeckung über den Winter notwendig. Besonders in trockenen Jahren kann die Etablierung der Zwischenfrüchte eine Herausforderung darstellen. Trockentolerante Zwischenfruchtmischungen sind dann zu bevorzugen. Für die Bodenbearbeitung gilt: So tief wie nötig und so flach wie möglich!

Resistente Gräser werden bei uns zu einer immer größeren Herausforderung, die bei der Auswahl der Zwischenfrüchte berücksichtigt werden müssen. Insgesamt tragen Zwischenfrüchte zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Landwirtschaft bei, indem sie die natürlichen Funktionen des Bodens stärken und negative Auswirkungen auf die Umwelt minimieren.

 

Lässt sich Resilienz monetär bewerten?

Zwischenfrüchte verbessern die Bodenfruchtbarkeit, fördern die Biodiversität und lockern die Fruchtfolge auf. Sie reichern den Boden mit organischer Substanz an, verbessern die Bodenstruktur, fördern die Bodenfruchtbarkeit und fixieren Nährstoffe. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit von Anbausystemen erhalten und die Artenvielfalt in Agrarlandschaften erhöht. Unser Ziel ist es, nachhaltige und widerstandsfähige Anbausysteme zu fördern.

Durch den Einsatz vielfältiger Zwischenfrüchte verbessern Sie die Bodenfruchtbarkeit und den Wasserhaushalt langfristig.  Hochwertige, vielfältige Zwischenfruchtgemenge sind oft im oberen Preissegment angesiedelt und nicht immer findet sich diese Investition im Ertrag wieder. Investitionen in präventive Maßnahmen zahlen sich durch geringere Folgekosten und stabile Erträge aus.

 

Fazit

Der Zwischenfruchtanbau ist ein hochkomplexes, aber äußerst wichtiges Thema. Mit der richtigen Auswahl, dem passenden Management und einer nachhaltigen Strategie können Sie Ihre Betriebe resilienter und umweltfreundlicher gestalten.

Zwischenfrüchte für unterschiedliche Fruchtfolgen:

Rapsfruchtfolgen

Als fruchtfolgeneutral gelten Phacelia, Rauhafer, Buchweizen, Lein und Gräser (bitte keine Weidelgräser). Auch Leguminosen wie Alexandrinerklee, Perserklee, Inkarnatklee, Ackerbohnen und Feld-erbsen sind eher positiv als Raps-Zwischenfrüchte. Achtung: Düngewirksam! Idealerweise keine Kruziferen in Rapsfruchtfolgen – Gefahr der Kohlhernie! Weniger empfohlen in Rapsfruchtfolgen sind Ramtillkraut, Sonnenblumen und Lupinen. Ramtillkraut kann das Wachstum von Sklerotinia fördern, genauso wie Sonnenblumen und Lupinen.

Rübenfruchtfolgen

Beachten Sie vor allem Ihren Standort. Nicht geeignete Vorfrüchte für Rüben sind besonders Pflanzenarten, die von vergleichbaren Schädlingen oder Pilzen wie die Zuckerrübe infiziert werden können. Gut geeignet für Rübenfruchtfolgen sind nematodenresistenter Gelbsenf oder Ölrettich, Alexandrinerklee, Sommerwicken, Phacelia, Öllein, Peluschken, Sonnenblumen, Ackerbohnen und Bitterlupinen. Leguminosen haben Einfluss auf die Vermehrung von Nematoden und Rhizoctonia.     Was die Schilf-Glasflügelzikade betrifft, ist der Wissensstand noch ganz am Anfang.

Kartoffelfruchtfolgen

In Kartoffelfruchtfolgen können ungeeignete Zwischenfrüchte unerwünschten Einfluss auf Nematoden nehmen. Gut geeignet im Kartoffelanbau sind nematodenresistenter Ölrettich, Lupinen, Rauhafer und Lein.  Rauhafer und Lein wirken reduzierend auf Nematoden wie Trichodorien und Pratylenchen. Senf (auch nematodenresistent), Phacelia oder Ramtillkraut sollten in Kartoffelfruchtfolgen gemieden werden. Diese Kulturen gelten als Wirtspflanzen für Nematoden.

Getreide- und Mais-Fruchtfolgen

Bei einfachen Getreide- und Mais-Fruchtfolgen ist fast alles möglich! Eine blühende Mischung, eine lockernde Wirkung, viel organische Masse oder ganz einfach und günstig die gesetzlichen Vorgaben erfüllen – für alle Ansprüche gibt es eine passende Mischung. Im Folgenden sind einige Mischungspartner genannt: Buchweizen verträgt trockene Aufgangsbedingungen und kann Nährstoffe effektiv aufschließen. Er kommt früh in die generative Phase und neigt zum Aussamen. Lein wurzelt tief, hat einen niedrigen Bedarf an Wasser und ist Bestandteil verschiedener Mischungen. Rauhafer gedeiht gut auf leichten Böden und gilt als „neutrale“ Zwischenfrucht. Phacelia ist ebenfalls eine neutrale Zwischenfrucht, kann jedoch Krankheiten wie Verticilium und je nach Vegetationsdauer auch Sklerotinia entwickeln. Phacelia ist trockentolerant und hat ein gut ausgebildetes, den Boden stabilisierendes Wurzelsystem. Der krautige Wuchs unterdrückt in Lichtkonkurrenz hervorragend Unkräuter.

 

Leguminosen

Leguminosen wie etwa Klee, Ackerbohnen und Felderbsen sind neutral bis positiv als Zwischenfrüchte zu bewerten. Sie stehen für eine exzellente Humusbildung und können dazu beitragen, die Verbreitung von Kohlhernie zu reduzieren. Außerdem bringen sie mit ihren Knöllchenbakterien Stickstoff in das System.

Alexandrinerklee und Perserklee wachsen auch auf schweren, tonigen Böden. Im Gegensatz zum Inkarnatklee sind sie nicht winterhart und bedingt für den Anbau in kühleren Regionen geeignet.

 

Was es sonst noch gibt…

Sonnenblumen dienen rankenden Fruchtarten als Rankhilfe, die Kerne dienen verschiedenen Wild- und Vogelarten als Winterfutter.

Lupinen können Sklerotinia übertragen und sind deshalb nur mäßig als Zwischenfrucht einzusetzen. Als Tiefwurzler kann die Lupine Bodenverdichtungen aufbrechen.

Spitzwegerich als Gemengepartner wurzelt tief, ist trockentolerant und verfügt über eine hohe N- Fixierungsleistung.

Wegwarte ist ein tiefwurzelnder Korbblütler. Das beachtliche Wurzelsystem erschließt Nährstoffe in den tieferen Bodenschichten.

Leindotter, eine einjährige Zwischenfruchtfpflanze, gehört auch zur Familie der Kreuzblütler. Leindotter hat geringe Bodenansprüche, ist trockentolerant und sicher abfrierend. Die starke Wurzelleistung hinterlässt eine gute Bodengare.

Die Sortenwahl hat auch bei Zwischenfrüchten einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung und ist der einfachste Weg, um den Bestand zu regulieren. Bei Frühsaaten sollten Sorten mit einem späten Einsetzen der generativen Phase gewählt werden. Spät gesäte Zwischenfrüchte hingegen brauchen eine zügige Jugendentwicklung!

Haben Sie Fragen? Rufen Sie uns gerne an!

Auch im Frühjahr 2025 laden wir wieder zu gemeinsamen Feldrundgängen mit dem LLH ein.

Treffpunkte sind:

Dienstag, 15. April 2025

11:00 Uhr     Beerfurther Höhe (Hütte)

13:30 Uhr     Igelsbach/Mittershausen (Sportplatz)

15:30 Uhr     Mörlenbach (Langklingerhof)

Das sind unsere Themen: 

  • Entwicklung und Nährstoffversorgung bei den Wintersaaten
  • Anforderungen an den Pflanzenschutz
  • Infos zu Mais und anderen Sommerungen
  • Erosionsschutzmaßnahmen in Hackfrüchten

Wir freuen uns auf einen regen Austausch!