Rundbrief Nachernte

Geschrieben am 14.08.2023 | Kategorie(n) Allgemein, Beiträge

Die extremen Wetterlagen bestimmen in diesem Jahr den Rhythmus – Dauerregen im Frühjahr, Trockenheit und wieder Regen zur Ernte. Unser letztes Rundschreiben vor etwas mehr als drei Wochen war noch geprägt von der Sorge um ausbleibende Niederschläge. Mittlerweile sind seit dem 18. Juli mehr als 150 l Regen gefallen und davon der überwiegende Teil in der ersten Augustdekade. Noch sind die Erntearbeiten nicht vollständig abgeschlossen. Vielerorts liegt das Stroh noch im Schwad auf der Fläche – wohl denen, die einen Schwadlüfter zum Einsatz bringen können.

Wenn es vor drei Wochen noch die Trockenheit war und die Frage nach wassersparender Stoppelbearbeitung im Vordergrund stand, ist es jetzt die Sorge um eine bodenschonende Bearbeitung. Die Befahrung von nassen Böden birgt immer das Risiko die Bodenstruktur zu zerstören. Wir empfehlen mittels Spatenprobe zu überprüfen, ob das Bodengefüge noch intakt ist. Dazu eine Bodenkachel auf dem Feld ablegen. Bei intakter Bodenstruktur sollte die Bodenkachel nach 4 Stunden sichtbar abgetrocknet sein. Lassen sich nach dieser Zeit noch sichtbare Würste formen und trocknet die Bodenkachel kaum ab, ist die Krümelstruktur des Bodens gestört.

Erntebarometer

Die aktuelle Regenpause muss genutzt werden, um die Ernte voranzubringen. Was jetzt noch auf dem Halm steht, wird nur mit Verlusten an Ertrag und Qualität eingebracht werden. Achten Sie auf eine ausreichende Belüftung des Ernteguts.

Zwischenfrucht

Durch die Verzögerung der Erntearbeiten verzögert sich auch die Zwischenfruchtaussaat. Wo noch keine Zwischenfrüchte gesät wurden, sind jetzt spätsaatverträglichere Mischungen gefragt, die bei kürzeren Tageslängen noch ausreichend Frischmasse bilden. Die Folgefrucht bestimmt maßgeblich die Auswahl der Zwischenfrucht. Priorität haben Flächen, auf denen im kommenden Jahr Kartoffeln stehen werden, gefolgt von den Rübenstandorten. Dort wo Mais oder Sommergetreide stehen wird, sind Auswahlmöglichkeiten und Zeitfenster für den Zwischenfruchtanbau größer. Bei Fragen zur Sortenwahl setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung. Phacelia, Lein und Sonnenblume wären eine kruziferen-freie Mischung, die recht spätsaatverträglich ist!

Raps

Die Böden sind bis unterhalb der Krume durchfeuchtet. Unter diesen Bedingungen ein fein abgesetztes, krümeliges Saatbett für den Raps zu schaffen, wird neben der Beizausstattung die große Herausforderung bei der Rapsbestellung sein. Ob Raps im roten Gebiet im Herbst gedüngt werden kann (auch Kalkstickstoff!) hängt davon ab, ob in der Bodenschicht 0-60 cm weniger als 45 kg N/ha vorliegen. Legume Beisaaten im Raps können hilfreich sein, um Insekten abzulenken, aber auch um den Raps mit Stickstoff zu versorgen.

Unser Feldtag mit Maschinenvorführung am 25. Juli ist im wahrsten Sinne des Wortes „… ins Wasser gefallen“. In der Variante Direktsaat läuft die Zwischenfrucht schon auf, die Restfläche konnte heute erst gesät werden.

 

Weaving mit Strohmulch

Weaving ohne Stroh

Nachernte Nmin:

Wie in den Vorjahren wurden auf repräsentativen Flächen Nachernte Nmin Bodenproben gezogen. Sind unmittelbar nach der Ernte keine nennenswerten Stickstoffmengen in den Bodenschichten, kann davon ausgegangen werden, dass angepasst und bedarfsgerecht gedüngt wurde.

Übersicht Nachernte Nmin

Neben den wirklich herausfordernden Witterungsbedingungen ist es die Vielzahl an Gesetzen, Verordnungen und Vorgaben, die berücksichtigt werden müssen. Das ist nicht immer einfach.

Unser TIPP: Priorisieren Sie! Was ist für Ihre Flächen und Ihren Betrieb relevant!

Sofern eine Herbstdüngung auf ihren Flächen erfolgt, denken Sie an die erforderliche DBE.   Die LWK Niedersachsen hat einen GAP-Rechner online gestellt:

https://www.lwk-niedersachsen.de/lwk/news/39194_GAP_2023_Rechner

Der GAP-Rechner ermöglicht die Planung und Prüfung der Fruchtwechsel- und Bracheverpflichtung sowie der freiwilligen Ökoregelungen.

Bei Fragen zur Düngung und zur DÜV oder zu GAP und GLÖZ setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung!