Rundbrief – 24. März 2020, Virtueller Feldrundgang

Geschrieben am 24.03.2020 | Kategorie(n) Beiträge

Nachdem wir Anfang Februar noch von einem extrem frühen Vegetationsbeginn ausgegangen sind, haben der nasse Februar und die derzeitigen frostigen Nächte die Vegetation doch etwas verlangsamt. Nach einem extrem nassen Februar (> 100 mm Niederschlagssumme) sind seit Mitte März die Flächen wieder befahrbar. Die Winterungen haben mittlerweile die Startdüngung erhalten, die Rübenaussaat läuft und die Vorbereitungen zur Maisaussaat sind voll im Gange. Auch wenn die Böden derzeit gut durchfeuchtet sind, sollte man sich mit intensiver Bodenbearbeitung (Pflug!) zurückhalten. Bei der derzeitigen Witterung geht durch Bodenbearbeitung viel Wasser verloren.

 

Raps

Welchen Einfluss die Nachtfröste auf die Entwicklung des Rapses haben bleibt abzuwarten. Bereits eingesetzte Wachstumsregler haben gut eingekürzt. Die Bedingungen für Schädlinge sind aufgrund der Wetterlage mit dem kalten Wind eher mäßig. Trotzdem gilt es unbedingt die Gelbschalen zu kontrollieren. Rüssel- und Rapsglanzkäfer können sehr schnell auftreten, sobald es windstill ist und die Temperaturen ansteigen. Im Falle einer PSM sollte Bor dazu gegeben werden.

 

Getreide

Etliche Flächen sind durch die erheblichen Niederschläge stark verschlämmt. Um den Gasaustausch zu erleichtern und damit das Wurzelwachstum zu fördern, ist das Aufbrechen der Kruste auf vielen Standorten und gerade bei Spätsaaten angeraten. Die derzeitigen kalten Nächte (z.T mit Nachtfrösten), der kalte Wind und die intensive Sonneneinstrahlung fungieren wie Wachstumsreglermaßnahmen und machen den Pflanzen Stress. Behandlungen sollten in die nächste Schönwetterperiode geschoben werden, also frühestens zum Ende der Woche erfolgen. Vor dem Einkürzen sollten Bestände kontrolliert werden, um eventuell Fungizide zuzumischen.

 

Sommerungen

Die Nmin-Ergebnisse unter Rüben und Sommergetreide zeigen den gleichen Trend wie bei den Winterungen: unterdurchschnittliche Nmin-Werte.

Allerdings waren viele Zwischenfrüchte bei der Beprobung, sofern sie nicht eingearbeitet waren, noch nicht abgefroren und konnten bis jetzt N aufnehmen. Wenn diese Bestände im grünen Zustand gemulcht oder messergewalzt wurden, ist von einer schnelleren Umsetzung auszugehen als sonst. Die Böden sind nicht ausgekühlt und werden in diesem Jahr relativ schnell N nachliefern. Der Einsatz von Nitrifikationshemmern bei Gülle/GS-Ausbringung sollte nur bei wirklich späträumenden Kulturen (Körnermais!) erfolgen und nicht bei Flächen mit hoher N-Nachlieferung und schon gar nicht, wenn Kompost oder Stallmist im Rahmen der Fruchtfolge ausgebracht werden.

 

In den nächsten Tagen, werden wir Sie über Nitracheckmessungen informieren. Neben Auswertungen auf Gemarkungsebene sollen einige ausgewählte Schläge im Rahmen eines Ackertagebuchs vorgestellt werden. Hier werden laufend Aktualisierungen durchgeführt.

Klicken Sie hier, um das aktuelle Ackertagebuch zu öffnen: Ackertagebuch_03-23