Rundbrief Feldfutterbau

Geschrieben am 16.04.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Rundbrief Feldfutterbau

Rundbrief Mais Weschnitztal und Überwald

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles

Rundbrief Mais Weschnitztal und Überwald

Aktualisierung der Nmin Werte vor Mais für Weschnitztal und Überwald

Geschrieben am 13.04.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Mit etwas Verzögerung sind die letzten Nmin Ergebnisse eingetroffen.

 

Informationen aus der Landwirtschaft – März

Geschrieben am | Kategorie(n) Beiträge

Alles Mist…

Mist, Kompost und Gülle sind wertvolle, organische Dünger, die wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Schwefel sowie verschiedene Spurenelemente enthalten. Mit der Ausbringung von Mist, Kompost und Gülle werden Nährstoffkreisläufe geschlossen.  Stickstoff als Hauptnährstoff für das Pflanzenwachstum ist hier als Ammonium-Stickstoff und organisch gebundener Stickstoff vorhanden. Der Ammonium-Anteil ist im Jahr der Ausbringung pflanzenverfügbar, der organische Anteil wirkt je nach Mineralisationsrate (so nennt man den Abbau organischer Substanz durch Mikroorganismen) bis in die Folgejahre. Der Ammonium-Anteil in Gülle ist hoch! Festmist hat einen wesentlich höheren Trockensubstanzgehalt als Gülle, das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis ist weiter und bestimmt die Stickstoff-Freisetzung aus dem Festmist.  Je höher der Rottegrad von Mist, desto höher ist der Anteil des Ammonium-Stickstoffs. Der Strohanteil im Mist ist ein Leckerbissen für Mikroorganismen und verbessert die Bodeneigenschaften. Auch Kompost wirkt bodenverbessernd. Hier ist der Stickstoff fast vollständig organisch gebunden. Die organische Substanz führt bei langjähriger Anwendung zur Anreicherung von Humus.

Profis bringen Mist, Kompost und Gülle bedarfsgerecht mit passender Technik auf die Flächen. Leider wird vereinzelt immer noch zu viel Mist, Kompost oder Gülle auf Flächen gefahren. Wer das macht verstößt möglicherweise gegen die Düngeverordnung und sollte sich intensiver mit dem den Themen Pflanzenbau und Pflanzenernährung beschäftigen.

In früheren Zeiten war der Misthaufen ein Statussymbol! Wer einen großen Misthaufen auf dem Hof hatte, hielt auch viele Tiere im Stall. Der Münchner Agrarwissenschaftler Carl Fraas schrieb 1865: „Am Misthaufen erkennt man den Bauern, in ihm zeigt sich die innere Kraft seiner ganzen Wirtschaft.“

Außerhalb der Branche werden Mist, Kompost und Gülle heute kaum noch als wertvolle Dünger wahrgenommen, sie stehen für Grundwasserbelastung und Geruchsbelästigung – das ist doch Mist!

Aktualisierung der Nmin-Werte vor Mais und Kartoffeln

Geschrieben am 01.04.2021 | Kategorie(n) Allgemein

Die Nmin-Bodenproben wurden ausschließlich im März gezogen. Da die Mittelwerte keine relevanten Unterschiede aufweisen, wird auf eine weitere Aufgliederung der Hauptfrüchte verzichtet. Die Ergebnisse stammen überwiegend von Flächen im Reinheimer Hügelland. Für den Bereich der Übergangslagen zum  Odenwald liegen bislang nur wenige Werte aus dem Bereich Brensbach/Fränkisch Crumbach vor. Bitte beachten Sie: Sofern keine eigenen Bodenanalysen vorliegen, müssen diese Werte bzw. die Richtwerte aus der LLH-Referenzflächenliste im gleichen Postleitzahlbereich für die DBE verwendet werden!

Wie wichtig der spätere Beprobungstermin für die spätere Bestellung ist, zeigt die nachfolgende Abbildung. Hier wurden auf geplanten Demoversuchsflächen bereits  im Januar Bodenproben entnommen. Es ist deutlich zu erkennen, wie die Nmin-Werte von Januar zu März ansteigen.

Da im Reinheimer Hügelland vorzugsweise Lössstandorte vorherrschen, werden andere, meist durch Stauwasser beeinflusste Flächen in Auenlagen separat ausgewertet. Der Stichprobenumfang ist klein, trotzdem ist gut zu erkennen, dass die Ergebnisse deutlich höher sind als unter den Lössstandorten. (Hier ist der Begriff humos bitte nicht mit der Definition in der DBE gleichzusetzen, da Humusgehalte > 4 % nicht erreicht werden.)

Tab: mittlere Nmin-Werte (März-Beprobung) zu Kartoffeln und Mais

Nahezu 50 % der untersuchten Lössstandorte im Reinheimer Hügelland weisen Werte in der Spanne zwischen 45 – 75 kg NO3-N/ha auf. Die niedrigsten Werte wurden nach Ackerfutter ermittelt, dass erst im Frühjahr umgebrochen wird. Die höchsten Werte treten auf, wenn Hackfrucht auf Hackfrucht ohne Zwischenbegrünung folgt.

In vielen WSG-Kooperationen erhalten die Zwischenfrüchte vor Kartoffeln keine organische Düngung mehr. Dies führt dazu dass die Streuung der Nmin-Werte auf diesen Flächen im Frühjahr deutlich geringer ist als zur Hauptfrucht Mais.

Oft lassen sich bei höheren Frühjahrs-Nmin-Werten Zusammenhänge erkennen, wie z.B.

  • fehlender Zwischenfruchtanbau, weil Hackfrucht nach Hackfrucht
  • hohe Herbst-Nmin-Werte
  • zu frühe Einarbeitung von kräftig entwickelten Zwischenfrüchten
  • senfbetonte Zwischenfrüchte mit frühem Blattfall
  • Kombination von Gülle+ Mist zur Zwischenfruchtdüngung

Was kann getan werden bei hohen Frühjahrs-Nmin-Werten vor Mais um Reifeverzögerung und hohe Nmin-Werte im Herbst zu vermeiden?

  • Berücksichtigen Sie das Mineralisierungspotenzial im Boden. Je BP> 40 können Sie von 1 kg N Nachlieferung ausgehen bei ausreichender Vegeationszeit.
  • Reduzieren Sie die geplante Güllegabe und lassen Sie im Mai ein späte Nmin-Beprobung durch uns vornehmen. Eine spätere mineralische Düngung ist durchaus technisch machbar.
  • Vermeiden Sie Gülle + Mist-Kombination vor der Aussaat.

Wir wünschen Ihnen gutes Wetter und viel Erfolg für die anstehenden Feldarbeiten!

 

Ihr AGGL-Team 

Dr. Angela Homm-Belzer, Silke Reimund, Mathias Bahr

Den Artikel können Sie hier herunterladen.2021_Rundbrief Mais und Kartoffeln