Reifeprüfung Grünland (LLH) – 3. Termin

Geschrieben am 04.05.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Dritter Termin 3. Mai

Reifeprüfung Grünland (LLH) – 2. Termin

Geschrieben am 27.04.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Zweiter Termin 26. April

Informationen aus der Landwirtschaft – April

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles

Wiesen und Weiden

Bevor der Mensch sesshaft wurde, war Mitteleuropa überwiegend von Wald bedeckt. Erst durch Rodung entstanden Acker, Wiesen und Weideflächen. Letztere gehören zu den artenreichsten Biotopen weltweit. Allein in Mitteleuropa kommen mehr als 400 Pflanzenarten hauptsächlich im Grünland vor.

Unsere Landschaft ist eine künstlich geschaffene Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren, die durch Pflege und Inkulturnahme erhalten wird! Ohne Pflege würde sich unsere Landschaft rasch mit Buschwerk schließen und mit einem lockeren Mischwald bedecken. Eine Beweidung mit Rindern, Schafen oder Ziegen ist für viele dieser Flächen immer noch die beste und günstigste Art diese Flächen zu erhalten. Kaum eine andere Nutzung weist eine so hohe Biodiversität auf wie das Grünland. Neben den wichtigen Hochleistungsstandorten für die Futtergewinnung gibt es Magerwiesen, Fettwiesen, Auwiesen, Feuchtwiesen, Trockenwiesen, Staudenwiesen in Hochlagen, Bergwiesen, schattige Waldwiesen, Salzwiesen und vieles mehr!

Spezifische Pflanzengesellschaften werden durch Höhenlage, Geländeform, Lichteinstrahlung, Temperatur, Bodenbeschaffenheit und Niederschläge ebenso beeinflusst wie durch die Nutzung. Eine auf den ersten Blick vielleicht trist wirkende Borstgraswiese oder Seggengesellschaft ist ökologisch ebenso wertvoll wie ein blütenreicher Kalkmagerrasen.

Hin und wieder wird versucht, der Wiese etwas „auf die Sprünge“ zu helfen, durch die Einsaat bienenfreundlicher Saatgutmischungen. Diese Mischungen sind hervorragend geeignet, um Beete, Rabatten oder Felder einzusäen. Auf einer Wiese haben sie nichts zu suchen!

Diese Saatmischungen enthalten überwiegend ein- und zweijährig blühende Arten und bestehen oft aus nicht gebietsheimischen Pflanzen, die den spezialisierten Insekten im Grünland kaum Nahrung bieten und darüber hinaus die heimischen Wildkräuter verdrängen. Die Etablierung von kräuter- und blumenreichen Wiesen ist ein mehrjähriger Prozess, der neben einer auf die Bedürfnisse der Pflanzen angepassten Nutzung auch Anforderungen an den Kalkgehalt der Böden stellt. Hilfreich ist hier eine Bodenprobe (10-15 Einstiche auf der Fläche bis 10 cm Tiefe) anhand derer der pH-Wert auf der Fläche, sowie Phosphor- und Kaliumgehalt festgestellt werden. Grenzertragsstandorte im Odenwald sind häufig „sauer“ und für kräuterreiche Pflanzenmischungen ungeeignet.

Unsere Landwirtschaft ist zum Erhalt des Dauergrünlandes verpflichtet. Umweltsensibles Grünland darf weder umgewandelt noch umgebrochen werden. Bei einer Umwandlung von Grünland in eine andere Nutzung sind immer naturschutzrechtliche und wasserrechtliche Bestimmungen zu berücksichtigen.

Reifeprüfung Grünland (LLH)

Geschrieben am 22.04.2021 | Kategorie(n) Aktuelles

Erster Termin 19. April

 

Untersaaten in Mais und Getreide – Jetzt die Weichen für geringe Nmin-Werte im Herbst stellen

Geschrieben am 20.04.2021 | Kategorie(n) Allgemein

Noch immer sind die Nächte relativ kalt und die Tagestemperaturen noch nicht so warm, dass der Boden sich nachhaltig erwärmt. Die Maisaussaat geht nur schleppend voran, das Getreide tut sich schwer im Wachstum. Aber anders als in den letzten beiden Jahren ist das zögerliche Wachstum eben der Kälte geschuldet und eben nicht durch Trockenheit und Hitze verursacht. Es hat etwas geregnet, nicht so viel, dass das Grundwasser in nennenswertem Umfang angestiegen ist, aber doch so viel, dass zumindest das Wintergetreide eine mögliche Trockenperiode verkraften kann.

Besonders für Betriebe in den nitratgefährdeten (roten) Gebieten oder Futterbaubetriebe lohnt es sich, Gedanken zu machen, ob eine Untersaat jetzt ins Getreide oder demnächst in den Mais eingebracht werden kann. In Biobetrieben sind Untersaaten ein probates Mittel, um die Bodenfruchtbarkeit zu bewahren und Unkräuter zu unterdrücken. Aber auch im konventionellen Landbau rentiert es sich, darüber Gedanken zu machen, da die Etablierung von Zwischenfrüchten nach der Ernte aufgrund des Klimawandels immer schwieriger wird. Die Vorzüge für den Wasserschutz liegen auf der Hand:

  • sicherer Feldaufgang in Trockenlagen
  • Stickstofffixierung nach der Ernte, die der Folgefrucht zur Verfügung steht
  • Erosionsminderung durch erhöhte Bodenbedeckung
  • Bessere Tragfähigkeit des Bodens
  • Unkrautunterdrückung
  • Zeit- und Kostenersparnis, wenn eine geplante Zwischenfrucht oder Feldfutterfrucht als Untersaat bereits im Frühjahr ins Getreide bestellt wird

Für Futterbaubetriebe ergibt sich durch den Anbau einer gräserbetonten Untersaat die Möglichkeit für einen späten Schnitt im Herbst oder einen frühen Schnitt im kommenden Jahr. Die letzten Jahre haben immer wieder gezeigt, dass nur noch der 1. Grünlandschnitt zuverlässig für die Ration eingeplant werden kann. Spätere Grünlandnutzungen schwanken stark bzw. sind in den letzten Jahren oft ausgefallen. Darüber besteht bei geplanter Nutzung auch in den nitratgefährdeten Gebieten bei einer Aussaat vor dem 15. Mai (wichtig: Dokumentation!) die Möglichkeit Gülle oder Gärsubstrat nach Ernte einer Getreidevorfrucht auszubringen. Im vergangenen Jahr hatten Untersaaten nach GPS-Roggen trotz zunächst spärlicher Entwicklung sich im Herbst gut entwickelt und niedrige Nmin-Werte hinterlassen. Da durch die Kälte die Wintergetreidebestände nur verzögert wachsen, besteht durchaus noch die Möglichkeit in Roggen, Triticale oder Weizen und besonders in Sommergetreide eine Untersaat einzubringen.

Das ist zu beachten bei Untersaaten im Getreide:

  • Untersaaten mit Gräsern (Dt. Weidelgras, ca. 10 kg/ha oder kleinkörnigen Leguminosen (6 kg/ha Gelbklee oder Erdklee, 3-4 kg/ha Weißklee, 5 kg/ha Luzerne)
  • Bei kleinkörnigen Leguminosen ist kein später Einsatz von Wuchsstoffen (Winden, Disteln) möglich
  • Ausbringung mit (pneumatischem) Düngerstreuer (Gräser sind Lichtkeimer) oder in Verbindung mit Striegeln
  • standfeste Sorten (Weizen bevorzugt Einzelährentyp), Wachstumsregler müssen eingesetzt werden
  • nach der Getreideernte die Stoppeln mulchen, um die Bestockung zu fördern

Mais eignet sich wegen der vergleichsweise langsamen Jugendentwicklung, dem weiten Reihenabstand und der Wuchshöhe besonders gut für die Anlage von Untersaaten. Grasuntersaaten können im Maisanbau dazu beitragen nach der Ernte im Boden verbliebene Reststickstoffgehalte vor Auswaschung zu schützen. Auch nach der Maisernte nimmt die Untersaat weiter Stickstoff auf und trägt so dazu bei, Nitrateinträge in das Grundwasser zu verhindern. Mit dem Bestandesschluss stellen die Untergräser durch den Lichtmangel ihr Wachstum ein und wachsen erst nach der Ernte weiter. Gute Erfahrungen konnten wir in der Vergangenheit damit machen, dass anstelle des Einsatzes eines blattaktiven Herbizides der Mais gestriegelt wurde und mit diesem Arbeitsgang die Untersaat ausgebracht wurde. Die Auflockerung des Bodens, führte sogar in den ersten Wochen nach Ausbringung der Untersaat zu einem Wachstumsschub des Mais.

Als Untersaaten kommen im Mais

  • Rotschwingel (langsame Jugendentwicklung, frühe Ausaat (5 kg/ha) mit Mais oder kurz danach, Ausbringung mit Gülle/GS möglich)
  • Deutsches oder Welsches Weidelgras (Aussaat erst im 4-6-Blattstadium, 3 kg/ha, Welsches Weidelgras nur bei ausreichender Wasserversorgung des Standorts)
  • Landsberger Gemenge (15 kg/ha, 6-Blattstadium)
  • Gelbklee (5-8 kg/ha), Luzerne (4-6 kg/ha)

Üblicherweise wird zum Mais im Pflanzenschutz als erste Maßnahme ein Bodenherbizid eingesetzt. Dann sollte die Untersaat frühestens 2-3 Wochen nach der Applikation ausgebracht werden. Blattaktive Mittel werden in der Regel von den Gräsern gut vertragen.

Im Rahmen von Demonstrationsversuche oder in WSG-Kooperationen unterstützen wir Sie gerne kurzfristig mit Saatgut.

Diesen Artikel können Sie hier herunterladen:  2021_04-20-Rundbrief_Untersaaten in Getreide und Mais