Düngungsempfehlungen zu Zuckerrüben und So-Getreide im Reinheimer Hügelland

Geschrieben am 21.03.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

Zeitig gesäte Zwischenfrüchte konnten sich im letzten Herbst und über Winter nicht nur gut entwickeln und N aufnehmen, sondern sie haben auch Unkräuter gut unterdrücken können. Schwierig kann es werden, wenn Zwischenfrüchte nicht abfrieren und dadurch selbst zu Unkraut werden. Dies kann besonders bei Verwendung von Ölrettich in den Mischungen der Fall sein. Sofern nachfolgend Mais angebaut wird, ist das kein Problem. Wenn Zuckerrüben die Folgekultur ist, sollte die Bereinigung möglichst vor der Saat erfolgen.

Da bis Februar die Pflanzen voll im Saft standen und nicht abzusehen war, ob und wie kalt es werden würde, wurden etliche Bestände, vor allem vor Zuckerrüben oder Sommergetreide relativ zeitig gemulcht oder eingearbeitet. Dieses grüne Pflanzenmaterial wird schnell umgesetzt werden. In solchen Fällen ist beim Nachbau von späträumenden Hackfrüchten z.B. Körnermais der Einsatz von Nitrifikationshemmern zu (Schweine-)Gülle oder Gärsubstrat zu erwägen. Nitrifikationshemmer sollte auf den klimatischen Gunststandorten (Weinbaulagen!) nicht zu Silomais, nicht bei Verwendung von Rindergüllen mit höherem TS-Gehalt und auch nicht auf Flächen, auf denen Stallmist oder Kompost ausgebracht wurde,  erfolgen. Unter solchen Bedingungen sind eine zu späte  N-Nachlieferung mit entsprechenden negativen Folgen für Pflanzen (verzögerte Abreife) und Umwelt (hohe Rest-Nmin-Mengen) zu befürchten.

Da die meisten Zwischenfrüchte bei der Bodenprobenentnahme nocht nicht abgefroren waren, sondern eher noch Stickstoff aufnehmen konnten, sind die Nmin-Werte im Vergleich zu vorherigen Jahren relativ gering. Die N-Aufnahme und damit das N- Nachlieferungspotenzial der Zwischenfrüchte ist allerdings nicht zu unterschätzen.

Nmin-Ergebnisse im Reinheimer Hügelland:

HF-2018 VF-2017 Anzahl 0-30 cm 30-60 cm 60-90 cm 0-90 cm Min Max
So-Getreide Getr-ZF 6 9 7 7 23 13 34
ZR Getr-ZF 26 21 10 7 38 9 91
ZR mit jährl. OD Getr-ZF 11 30 15 11 56 24 91
ZR unregelm OD Getr-ZF 15 15 7 5 27 8 48

Höhere Nmin-Werte sind nur auf Standorten ermittelt worden, die regelmäßig (jährlich) organische Dünger erhalten. 80 % aller zum Rübenanbau vorgesehenen Flächen ohne regelmäßige organische Düngung weisen einen Nmin-Wert < 40 kg NO3-N/ha auf, der Mittelwert beträgt  27 kg NO3-N/ha. Über 50 % der untersuchten Flächen mit regelmäßiger organischer Düngung weisen Werte > 60 kg NO3-N/ha auf, im Mittel 56 kg NO3-N/ha.

Unter Berücksichtigung von DÜV und Wasserschutzgebietsvorgaben (N-Nachlieferung aus Zwischnefrüchten, vorheriger organischer Düngung , Mineralisierungspotenzial des Bodens) wurde bei einer Ertragserwartung ab 750 dt/ha Zuckerüben bei regelmäßiger organischer Düngung im Mittel ein N-Bedarf von 65 kg N/ha, bei nur gelegentlicher oder ohne organische Düngung ein N-Bedarf von 80-100 kg N/ha, ermittelt. Für  55-60 dt/ha Hafer werden im Mittel  80 kg N/ha, für 60-65 dt So-Futtergerste ca. 120 kg N/ha errechnet.

Achten Sie unbedingt auf eine ausreichend Schwefel- und Borversorgung.  

Düngungsempfehlungen zu Wintergetreide im Reinheimer Hügelland

Geschrieben am 15.03.2018 | Kategorie(n) Allgemein

Viel Regen, wenig Stickstoff, unterschiedliche Bestände – komplizierte Bestandesführung

Bis Mitte Februar konnte man nicht von Winter, sondern nur von Regenzeit reden. Abgesehen von staunassen Standorten, haben die Pflanzen sogar noch etwas weiter wachsen können, was besonders an den Zwischenfrüchten gut zu erkennen war. Die Frostphase Ende Februar hat das Getreide meist gut überstanden. Wintergerste sah zunächst erschreckend gelb aus, aber in den letzten warmen Tagen wurden viele Bestände deutlich grüner. Für einen richtigen Vegetationsbeginn ist der Boden aber noch zu kalt. Anders als im letzten Jahr ist der Boden gut mit Wasser aufgefüllt, so dass auf den guten Lössstandorten und für Frühsaaten davon auszugehen ist, dass die Wasserversorgung in diesem Jahr nicht zum ertragsbegrenzenden Faktor wird.Der Winterregen und die fehlende Vegetationsruhe haben dazu geführt, dass die Nmin-Vorräte in den Böden gering sind . Allerdings hat die Frostperiode dazu geführt, das die Bestände,  ander als in vorherigen milden Jahren, kaum überwachsen sind. Wer noch nicht im Februar eine mäßige Gülle/Gärsubstratgabe oder SSA auf das Getreide augebracht hat, sollte jetzt unbedingt  düngen. Dabei sind nitrathaltige Dünger zu bevorzugen.

Nmin-Ergebnisse im Reinheimer Hügelland:

HF-2018 VF-2017 Anzahl 0-30 cm 30-60 cm 60-90 cm 0-90 cm Min Max
WG 27 8 5 5 18 8 37
WW (alle) 82 11 10 14 35 11 95
WW KA, KöLeg 11 11 13 22 46 29 95
WW WRa 15 11 10 13 34 14 71
WW ZR 24 12 9 10 31 18 52
WW Getr 7 9 10 12 21 11 39
WW Mais 24 11 9 17 37 15 86
WW KM. CCM 8 10 7 10 27 15 37
WW SM 16 12 11 20 43 19 86
WRo Getr 5 7 6 9 21 10 37

WG = Wintergerste; WW = Winterweizen; WRo = Roggen

80 % aller Untersuchungsbefunde weisen in diesem Jahr Nmin-Werte < 40 kg NO3-N/ha auf. Höhere Nmin-Werte wurde nur auf wenigen humosen Standorten, meist Kolluvisole oder nach Mais, Kartoffeln oder Erbsen/Ackerbohnen ermittelt. Unterschiede in Abhängigkeit von organischer Düngung  lassen sich in diesem Jahr nicht feststellen. Allerdings muss die Nachlieferung aus vorherigen organischen Düngungsgaben unbedingt ab Schossbeginn und vor allem für die Spätdüngung berücksichtigt werden. Nutzen Sie dafür die Möglichkeit, Nitracheckanalysen von uns durchführen zu lassen!

Unter Berücksichtigung von DÜV und Wasserschutzgebietsverordnungen wurde bei einer Ertragserwartung von 80 dt/ha Wintergerste im Mittel ein N-Bedarf von 160 kg N/ha und für Weizen(80-85 dt/ha) je nach Vorfrucht und Wirtschaftsdüngereinsatz ein Bedarf von 170-190 kg N/ha errechnet. Diese Mengen sind in Abhängigkeit vom Pflanzenbestand so aufzuteilen, dass einerseits ausreichend Ertragsanlagen gebildet werden können, andererseit aber auch noch ein Puffer besteht, um Ertrag und Qualität abzusichern.

Bitte unbedingt beachten: Sofern Wintergerste im Herbst (außerhalb von Wasserschutzgebieten) gedüngt wurde, muss diese N-Düngung vom Bedarf abgezogen werden!

Aufteilung der N-Düngung nach N-Bedarfsermittlung:

   
Bestockter Weizen Weizen – Spätsaaten (nicht bestockt)  Wintergerste
1.Gabe ca. 35-40 % ca. 50 % ca. 55-60 % des N-Bedarf
2. Gabe ca.30-35 % ca.30-35 % ca. 40-45 % des N-Bedarf rechtzeitig!
Qualitätsgabe ca.30 % -bei regelm. organ. Dg. 25 %

 

ca. 20 % -bei regelm. organ. Dg. 15 %                    ?
Anmerkung sichere Erträge bei ausreichender Winterfeuchtigkeit , gute Möglichkeiten für ZwF nach der Ernte 1. Gabe ggfs. in 1a und 1b aufteilen. Wenn1b-Gabe fällt, dann 2. Gabe reduzieren

 

  • Gut bestockte Bestände trotzdem verhalten und spät andüngen, hier besteht eine Puffermöglichkeit, auch bei niedrigen Nmin-Werten die Startgabe zu reduzieren
  • Bei gut bestockten Beständen darf die Anschlussgabe nicht zu früh fallen
  • NO3-N-haltige Dünger haben Vorrang

 

Achten Sie unbedingt auf eine ausreichend Schwefel- und Borversorgung.  

Vegetationsbegleitend werden von uns wieder Nitracheck Messungen auf repräsentativen Flächen vorgenommen. Damit kann eine konkrete Aussage über die Versorgung der Bestände mit Nitratstickstoff im Vegetationsverlauf gemacht werden – sprechen Sie uns gerne an. Gerade bei Wirtschaftsdüngereinsatz oder auf Flächen mit einem hohen Mineralisierungspotenzial ermöglichen diese vegetationsbegleitenden Untersuchungen in Kombination mit der Bodenanalyse eine bessere Abschätzung der N-Versorgung

Aktuelle Nmin Ergebnisse Bergstraße/Odenwald

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles

15_Mrz Nmin Ergebnisse ÜS

15_Mrz Nmin Ergebnisse ÜN

15_Mrz Nmin Ergebnisse HO

Düngungsempfehlungen zu Körnerraps

Geschrieben am 22.02.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

Gute Nährstoffversorgung der Rapsbestände durch hohe Vorwinter-Aufnahmen

 

Der bisherige milde Winter mit wenigen Frosttagen hat dazu geführt, dass es auf den Rapsschlägen kaum zu Pflanzenverlusten kam. Überfahrten mit dem N-Sensor am 23. November zeigten, dass auf den meisten Flächen gleichmäßige und kräftige Bestände stehen.

Von den 38 gescannten Beständen wies keiner weniger als 50 kg N/ha N-Aufnahme im Herbst auf. Im Mittel haben die gescannten Bestände 93 kg N/ha aufgenommen. Abbildung N-Aufnahme Herbst Raps

Somit liegt die mittlere Herbst-N-Aufnahme über dem Basiswert von 50 kg N/ha. Daher kann die Differenz zwischen N-Aufnahme und Basiswert zu 70 % angerechnet werden und von der 1. N-Gabe im Frühjahr abgezogen werden (d.h. Abschlag: 70 % der Differenz > 50 kg N à93-50=43 à 43 * 70%=30N).

Die Nmin-Werte von bislang 19 beprobten Rapsflächen liegen in 0-90 cm zwischen 7 und 35 kg NO3-N/ha und betragen im Mittel 14 kg NO3-N/ha. In Abhängigkeit von der Ertragserwartung sind daher eine Stickstoffdüngung < 150 kg N/ha bei kräftigen Beständen ausreichend.

Bitte berücksichtigen bei der Düngeplanung das folgende Schema (siehe Abbildung):Abbildung Düngeschema

Die organische Düngung des Vorjahres ist mit 20 % des N-Gehaltes zu berücksichtigen (Gülle/Gärrest). Bei einer Herbstgabe von 60 kg Gesamt-N somit 12 kg N.

Falls die Düngung mit stabilisiertem N-Dünger geplant ist, sollte die Gabe einmalig bei Befahrbarkeit und frostfreiem Boden erfolgen!

Sofern die N-Düngung aufgeteilt wird, empfiehlt es sich in Abhängigkeit von der N-Bedarfsermittlung die Gaben wie folgt zu splitten:

  • Schwache Bestände: 1. Gabe 60 % des N-Bedarf, 2. Gabe 40 % des N-Bedarf
  • Mittlere Bestände:      1. Gabe 50 % des N-Bedarf, 2. Gabe 50 % des N-Bedarf
  • Kräftige Bestände:     1. Gabe 30 % des N-Bedarf, 2. Gabe 70 % des N-Bedarf

Auch wenn es in den kommenden Tagen zu Blatt- oder Pflanzenverlusten durch Frost kommen sollte, sind die Wurzelhälse kräftig genug, um einen ausreichenden Wiederaustrieb zu gewährleisten sofern die Vegetationskegel nicht geschädigt werden. Ein Zuschlag von Stickstoff ist nicht nötig!

Sie können auch den gesamten Artikel mit Abbildungen als pdf downloaden: Rundbrief Raps1a

Weitere N-min-Ergebnisse

Geschrieben am 15.02.2018 | Kategorie(n) Allgemein

Mittlerweile liegen  Nmin-Analysen von 190 Bodenproben aus dem Reinheimer Hügelland vor. Die Ergebnisse sind im pdf-Dokument zusammengefasst. Per Mausklick öffnet sich das Dokument.15_Febr Nmin Ergebnisse 2018