Gespräche am Feldrand – 6. Oktober

Geschrieben am 01.10.2020 | Kategorie(n) Allgemein, Termine

Herzliche Einladung zu Gesprächen am Feldrand.

Um Sie zu informieren und Fragen zu pflanzenbaulichen Themen und zu Verordnungen zu beantworten, treffen wir uns am Feldrand.

Termin und Treffpunkte ist:  Dienstag 06. Oktober um 15:00 Uhr       Storchenhof; Lengfeld (Michel)

Aktuelle Themen:

  • Beurteilung von Zwischenfrüchten und Bodengefüge
  • Pflanzenbau 2020 – Rückblick und Informationen zur Herbstaussaat
  • DÜV und rote Gebiete – Fristen, Termine, Verordnung
  • Sonstiges

Wenn möglich, bringen Sie bitte einen Spaten mit!

Aufgrund der anhaltenden Pandemie werden wir voraussichtlich auch im Herbst keine Veranstaltungen in geschlossenen Räumen durchführen können.

Individualberatungen auf Höfen oder in unseren Räumen sind nach Absprache möglich.

Wir freuen uns wenn Sie am Feldrand dabei sind – bitte beachten Sie die aktuell gültigen Maßnahmen auf unseren Veranstaltungen.

Informationen aus der Landwirtschaft – Oktober

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Das Grünland in unseren Mittelgebirgslagen hat stark unter der Trockenheit gelitten und die die Grasnarben sind geschädigt. Dazu kommt in diesem Jahr ein außerordentlich hoher Besatz mit Feld- und Schermäusen. Beides sind Pflanzenfresser, die sich vornehmlich von Gras- und Kleewurzeln ernähren.

Damit sich das Grünland im kommenden Frühjahr besser erholt kann etwas nachgeholfen werden. Dazu fand am 29. September in Ober-Kinzig eine Grünlandbegehung auf einer Fläche der Kreuzdellenhof GbR, organisiert durch die AG Gewässerschutz und Landwirtschaft, statt. Vor Ort leitete Dr. Angela Homm-Belzer die Teilnehmer*innen sehr lebendig und fachkundig zur Bewertung von Grünland an.

Standort, Nutzung und Pflege entscheiden über den Pflanzenbestand. Denn Grünland ist nicht gleich Grünland! Es kann durch intensive Mahd genutzt oder extensiv beweidet werden. Häufig wird es in einer ersten Nutzung gemäht und zu einem späteren Zeitpunkt beweidet. Mit Hilfe eines Bewertungsbogens waren die Teilnehmer*innen aufgefordert einzelne Teilflächen zu bewerten. Handelt es ich um einen gräserreichen Standort mit mehr als 70% Grasanteil? Sind Gräser, Kräuter und Klee zu annähernd gleichen Teilen im Bestand vertreten? Oder überwiegen Klee und Kräuter und der Grasanteil ist gering?

Damit das Grünland leistungsfähig und die Grasnarbe dicht bleibt, muss eine achtsame Nutzung und regelmäßige Pflege erfolgen. Dazu gehört eine regelmäßige Nachsaat mit passendem Saatgut, aber genauso müssen zu lange Weidezeiten und Trittschäden auf der Fläche vermieden werden. Wenn die Tiere beginnen, die Narbe durchzutreten, ist es höchste Zeit für den Weideabtrieb! Eine letzte Überfahrt mit einem Mulcher oder Weidetrimmer sorgt dafür, dass kein überständiges Grünland in den Winter geschickt wird. Zu hohe Bestände neigen zur Auswinterung und bieten der ohnehin schon übermäßigen Mäusepopulation zusätzlich Schutz und Deckung. Greifvogelhocken an den Flächen unterstützen unsere heimischen Raubvögel bei der Jagd und helfen so den Mäusebesatz zu dezimieren.

Ein Ärgernis auf vielen Flächen ist der stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius) – ein ausdauerndes Knöterichgewächs und ein enormer Platzräuber. Die Einzelpflanze kann bis zu 7.000 Samen bilden, die ein halbes Jahrhundert im Boden überdauern. Das Ausstechen der mächtigen Pfahlwurzel ist eine schweißtreibende Arbeit, aber die sicherste Möglichkeit den Ampfer wieder von den Flächen zu entfernen.

Übrigens ist intaktes Grünland herausragend für Wasser- und Erosionsschutz. In Hessen werden ca. 38% der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Grünland genutzt – das entspricht 294.300 Hektar.

Ampferwurzel (Bild Angela Mögel, LLH)

Ampferwurzel (Bild Angela Mögel, LLH)

Aulendorfer Lückendetektor (Bild Angela Mögel, LLH)

Aulendorfer Lückendetektor (Bild Angela Mögel, LLH)

Grünlandbegehung – Thema Mäusebekämpfung, Grünlandpflege

Geschrieben am 25.09.2020 | Kategorie(n) Allgemein, Termine

Sehr geehrte Kolleg*innen,

viele Grünlandflächen leiden derzeit unter den Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit. Lückige Grasnarben und unerwünschte Pflanzen, die sich auf den Fehlstellen ausbreiten, sind allerorten zu beobachten.

Hinzu kommt auf vielen Flächen ein zunehmender Besatz mit Feldmäusen.

Am Dienstag, 29. September, 13 Uhr lädt die AGGL alle Interessierten zu einer Grünlandbegehung auf eine Fläche zwischen Ober-Kinzig und Forstel ein.

Themen:

  • Bestandsansprache
  • Unkrautregulierung, Nachsaaten, Pflege
  • Bekämpfung von Feldmäusen – rechtliche Rahmenbedingungen, präventive Maßnahmen, Mitteleinsatz, Einsatz einer Legeflinte

Anfahrt über  Ober-Kinzig, Straße „Am Berg“ oder Forstel, Forsteler Straße

https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1WtIGhNFRLJ9BVd3NJyEGUzZ9mWm9jvof&usp=sharing

Bitte beachten Sie die beigefügten Regelungen für Corona-Schutzmaßnahmen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Corona_Schutzmaßnahmen

Informationen aus der Landwirtschaft – September

Geschrieben am 09.09.2020 | Kategorie(n) Allgemein

Die Getreideernte ist abgeschlossen. Aktuell wird Mais gehäckselt und ab der Monatsmitte werden Zuckerrüben gerodet. Im Großen und Ganzen sind die Betriebe mit den erzielten Erträgen zufrieden. Insgesamt sind die Erträge in Hessen – wie in fast allen anderen Bundesländern auch – etwas geringer ausgefallen als im Mittel der vergangenen fünf Jahre.

Erntemengen 2020

Ein Teil der Getreideernte landet als Futter in den Trögen und wird veredelt zu Milch und Fleisch. Ein weiterer Teil wird verarbeitet zu Brot, Brötchen, Nudeln und vielen anderen Leckereien. Bis es allerdings soweit ist, muss das Getreide gelagert werden. Wie und wo gelagert wird ist sehr unterschiedlich. Die Anforderungen an die Lagerung hingegen sind gleich: Trocken, sauber und kühl muss es gelagert sein, nur dann bleibt es bis zum Verkauf oder zum Verfüttern gesund.

In großen Getreidesilos auf den Höfen, in zentralen Lagern, beim Landhandel, im Hafen oder in der Mühle – bevor das Erntegut dort landet, muss es trocken sein! Weizen, Gerste und Roggen lagern mit einem Kornfeuchtegehalt von etwa 14 Prozent, einer relativen Luftfeuchte von 65 Prozent und einer Korntemperatur von 15 °C ein. Hafer macht die Ausnahme, hier darf die Kornfeuchte nur ca. 12 Prozent betragen. Ist das Getreide bei der Ernte zu nass, muss es getrocknet werden. Sonst besteht die Gefahr, dass sich im Lager Schimmelpilze verbreiten und das Getreide verdirbt. In diesem Jahr war in unserer Region aufgrund der guten Wetterlage eine Trocknung nicht erforderlich. Bevor das Getreide eingelagert werden kann, muss der Lagerraum vorbereitet werden. Sauber und trocken muss es sein. Getreidekörner aus dem Vorjahr müssen beseitigt werden, dort könnten möglicherweise Vorratsschädlinge oder Pilzsporen „nisten“. Schadnagern und Vögeln wird durch entsprechende Vorrichtungen (dichte Wände und Abdeckungen) der Zugang zum Lager verwehrt, zumindest aber erschwert werden. Geeignete Vorrichtungen zum Belüften müssen vorhanden sein, um Korn-und Luftfeuchte sowie die Temperatur zu regeln. Diese Standards sollten bei einer Hoflagerung unbedingt erfüllt werden. Im Handel durchläuft das Getreide noch einige weitere Reinigungsstufen, bevor es im Silo landet.

Die Vorreinigung ist Standard – hier wird die die Spreu vom Weizen getrennt. Der Aspirateur reinigt durch einen Luftstrom Staub und Strohanteile aus dem Getreide. Danach wandert das Getreide über Förderschnecken und Elevatoren über verschiedene Sieblagen, bis alles ausgesiebt ist, was nicht ins Getreidesilo soll. Nur einwandfreies Getreide darf zu Mehl verarbeitet werden!

Weltweit, so die Schätzungen der FAO, betragen die Lagerverluste bis zu 30%! Die Qualitätsstandards in Deutschland und Europa sind glücklicherweise sehr hoch. Unter guten Bedingungen lagert Getreide schadlos viele Jahre – allein die europäischen Sicherheitsreserven lagern sieben Jahre!

Getreideannahme bei der Herrnmühle. Hier lagern bis zu 700 Tonnen Getreide. Für die Reinigung und Vorbereitung der Getreidelager vor der Ernte werden jährlich mehr als 100 Arbeitsstunden benötigt. Die Herrnmühle verzichtet auf die chemische Reinigung und Begasung. Mit Handfeger, Staubsauger und Man-Power wird jede noch so kleine Ritze gereinigt.

Getreideannahme bei der Herrnmühle. Hier lagern bis zu 700 Tonnen Getreide. Für die Reinigung und Vorbereitung der Getreidelager vor der Ernte werden jährlich mehr als 100 Arbeitsstunden benötigt. Die Herrnmühle verzichtet auf die chemische Reinigung und Begasung. Mit Handfeger, Staubsauger und Man-Power wird jede noch so kleine Ritze gereinigt.

Informationen aus der Landwirtschaft – August

Geschrieben am | Kategorie(n) Beiträge

Die Erntearbeiten sind abgeschlossen. Die Getreideernte 2020 konnte wegen der stabilen Witterung und den Hitzetagen früh abgeschlossen werden. Das dritte Trockenjahr in Folge hat sich (ja nach Standort) sehr unterschiedlich auf die Erntemenge und vor allem auf die Erntequalitäten ausgewirkt. Beim Raps wurden gute bis sehr gute Erträge erzielt, die Gerstenerträge waren zufriedenstellend. Durch teilweise sehr schlechte Aussaatbedingungen im Herbst wurden bei der Gerste allerdings noch größere Ertragseinbußen erwartet. Beim Weizen wurden mancherorts Spitzenerträge erzielt – leider mit niedrigen Proteingehalten.                                                                                                                                                Der Proteingehalt ist für die aufnehmende Hand der Parameter für die Vergütung vom Weizen, weil damit viele wichtige Eigenschaften für die Weiterverarbeitung zusammenhängen.

Mit einer gezielten Spätdüngung kann der Porteingehalt maßgeblich beeinflusst werden. Diese Spätgabe ist allerdings nur sinnvoll, wenn Niederschläge zu erwarten sind. Denn nur dann kann die Weizenpflanze die mit der Düngung ausgebrachten Nährstoffe aufnehmen und im Korn einlagern kann. Wie bereits in den beiden Vorjahren fehlten auch im Sommer 2020 die Niederschläge, um die Spätdüngung aufnehmen zu können. Aus Sicht des Grundwasserschutzes wird daher die Spätdüngung oder Qualitätsgabe im Weizen kritisch bewertet – bleiben die Niederschläge aus, werden die Nährstoffe nicht vom Weizen aufgenommen.

Nach den Erntearbeiten und der Strohbergung werden die Flächen für die kommende Aussaat und und die Aussaat von Zwischenfrüchten vorbereitet. Eine flache Stoppelbearbeitung lässt das Ausfallgetreide auflaufen – ausreichend Feuchtigkeit vorausgesetzt! Für den anstehenden Anbau von Zwischenfrüchten ist eine gleichmäßige Strohverteilung auf dem Acker sehr wichtig – sofern das Stroh auf der Fläche verblieben ist. Das Ausfallgetreide sollte zuvor weitgehend aufgelaufen sein, besonders Gerste unterdrückt sonst häufig die Zwischenfrüchte, weshalb hier eine zweimalige Stoppelbearbeitung nötig sein kann. In  aller Regel reicht bei allen anderen Getreidearten eine einmalige Bearbeitung aus.

Nach der Ernte ist vor der Ernte und nur gelungene Zwischenfrüchte und HerbstansaatenStoppelfeld mit Rundballen sind Voraussetzung für die Ertragsbildung im folgenden Jahr und dienen dem Erosions- und Grundwasserschutz.