Rundbrief – 30. April 2020, Virtueller Feldrundgang

Geschrieben am 30.04.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Es hat endlich geregnet. Bis zum Regen war das Wachstum nur sehr verhalten. Der bislang ausgebrachte Dünger wurde je nach Düngungstermin und -form nur verhalten aufgenommen und umgesetzt. Aufgrund der Trockenheit gab es bislang auch keine nennenswerte Nachlieferung aus dem Boden. Das ändert sich jetzt. Der Niederschlag der letzten Tage (seit 28. April) in Verbindung mit Bodentemperaturen um 14 °C wird zu einem erheblichen Mineralisierungsschub führen. Nitrat aus mineralischer Düngung, das wegen der Trockenheit nicht von den Wurzeln aufgenommen wurde, kann jetzt wirken. Um einen groben Überblick zu erhalten, wurden heute Bodenproben aus dem Oberboden bis 30 cm entnommen und per Nitracheck analysiert. Üblicherweise kann man bei diesem Verfahren einen Fehlerwert bis zu 20 % unterstellen, aber selbst wenn die Fehlerrate deutlich höher wäre, bleibt doch festzustellen, dass der Nmin-Wert in der Krume beträchtlich ist:

Kultur Nmin (0-90 cm)(Vegbeginn) bisher gedüngt Nmin (0-30 cm)(30.04.2020)
Weizen (nach Kartoffel) 47 kg NO3-N/ha 123 kg N/ha > 150 kg NO3-N/ha
Weizen (nach Erbsen) 38 kg NO3-N/ha 93 kg N/ha 80 kg NO3-N/ha

 

Fazit: für diese Schläge reicht der Stickstoff-Vorrat im Oberboden aus.

Je nach Standort werden auf guten Standorten (Löss, ca. 70 BP) je nach Sorte beim Winterweizen 500-700 ährentragende Halme angestrebt. Ob dieser Ährenbestand erreicht werden kann, lässt sich gerade jetzt durch Auszählen leicht ermitteln. Wenn die Triebdichte nicht ausreicht, korrigieren Sie bitte die Ertragserwartung nach unten. Ein hohes TKG kann nur zu einem geringen Teil den Ertragsausfall kompensieren und das auch nur wenn die Witterung stimmt. Die dazu benötigte langsame Abreife bei feucht-kühler Witterung ist bei uns in Südhessen leider nur ein schöner Traum.

Wasserhaltevermögen und Bestandesdichte

Wasserhaltevermögen und Bestandesdichte

 

Halten Sie sich mit der Spätdüngung zurück!

Behalten Sie die Übersicht, indem Sie Pflanzen- und gerne auch Bodenmaterial zur Schnellanalyse bringen oder abholen lassen!

Kontaktieren Sie uns (Tel. 06162-9435210), wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung!

Ihr AGGL-Team

Rundbrief – 23. April 2020, Virtueller Feldrundgang

Geschrieben am 23.04.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

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Getreide:

Noch immer kein richtiges Wachstum, es ist viel zu trocken! Wir haben zwar noch einige Nitracheckmessungen gemacht, aber die N-Aufnahme bewegt sich zwischen Null und minimal. Bis zum nächsten Regen werden daher die Messungen eingestellt.Trockenriss im Weizen 2-2020-04-22 Trockenriss im Weizen-2020-04-22

In einigen Weizenbeständen macht sich der erste Gelbrost bemerkbar. Weizen ist in unserer Region im Stadium 32, früh gesäter Weizen erreicht schon Stadium 33.  Gerste schiebt das letzte Blatt.  Damit kann in der Gerste die Abschlussbehandlung gemacht werden. In Anbetracht der derzeitigen Trockenheit mit guter Durchlüftung und bei anhaltendem Ostwind braucht man sich jedoch nicht zu beeilen. Oft wurde wegen der Trockenheit auf den Einsatz von Wachstumsregler verzichtet. Ein Einsatz von Cerone sollte kurz vor dem Ährenschieben der Wintergerste erfolgen.

Noch einmal der Hinweis: Mit den anstehenden Pflanzenschutz- oder Einkürzungsmaßnahmen sollten Sie Spurenelemente ausbringen. Im Getreide sind das besonders Bor, Mangan und Zink. Zink hilft gegen physiologische Blattflecken, die besonders bei strahlungsreichen Tage und gestressten Pflanzen auftreten.  Diese Mikronährstoffe in Verbindung mit Bittersalz stärken die Pflanzen und können helfen, die nächsten trockenen Tage zu überstehen.

Der erste Mais läuft bereits auf, ebenso wie Körnerleguminosen. Körnerleguminosen lassen sich ab 4-5 cm Wuchshöhe auch gut striegeln. Das ist  in diesem Jahr eine gute Option, erst recht da die Bodenherbizide wegen der Trockenheit oft nicht ausreichend wirken.  Allerdings sollten Erbsen nicht mehr gestriegelt werden, wenn sie die ersten Ranken bilden. Planen Sie den Striegeleinsatz möglichst nachmittags, wenn der Turgor nachlässt und die Pflanzen biegsamer sind.

Erosionsschutz:

Im Nachgang zum letzten Rundbrief noch ein schönes Bild zum Erosionsschutz auf einem Rübenschlag.Erosionsschutzstreifen groß-verkleinertErosioschutzstreifen mit ZR

Gerade bei Rüben, Mais und Kartoffeln mit spätem Bestandesschluss ist die Erosionsgefahr besonders groß. Konservierende Bodenbearbeitung nach Zwischenfrüchten ist wichtig zur Erosionsminderung. Nach der Aussaat sollte auf nicht bestellten Rändern am Vorgewende bei den Kartoffeln und auf stark erosionsgefährdeten Standorten im Oberhangbereich, wo Erosion beginnt, möglichst entlang der Hangkonturen ca. 6-9 m breite Streifen mit Wintergerste gesät bzw. ausgestreut werden. Die Wintergerste bestockt sich nur und kann im derzeitigen Langtag keine Ähren bilden.  So kann wirkungsvoll der Erosion begegnet werden.

Es ist viel zu trocken…

Geschrieben am 20.04.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Rundbrief – 16. April 2020, Virtueller Feldrundgang

Geschrieben am 16.04.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

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Getreide:

Die Vermutung, dass das Getreide mit den ausbleibenden Nachtfrösten wieder ins Wachstum kommt trifft zu. Allerdings ist jetzt der limitierende Faktor die Feuchtigkeit.

Weizen ist in unserer Region im Stadium 30/31 früh gesäter Weizen erreicht schon fast Stadium 32. Gerste liegt in der Regle über Stadium 32.

Bei unseren Nitracheckmessungen vom 13.-15. April konnten wir feststellen, dass die Pflanzen wieder Stickstoff aufgenommen haben. Dieser Stickstoff kommt z.T. aus der ersten Gabe, z. T. aus der Bodennachlieferung. Aus der ersten Gabe vorzugsweise dort, wo stabilsierter N zur ersten Gabe eingesetzt wurde. In der Tabelle sind die Werte aufgeführt von Flächen, die im April zweimal untersucht wurden, so dass man sich ein besseres Bild verschaffen kann.

20200416_Rundbrief_Nitracheck

Die entscheidende Frage ist, wann und wieviel Regen es in den nächsten Tagen gibt. Aus Sicht des Wasserschutzes kann die Anschlussdüngung erst dann fallen, wenn ausreichend Regen in Sicht ist. Die Wetterprognosen sagen allerdings, dass wenn überhaupt, lediglich ein Schauer fällt. Sofern gedüngt werden soll, muss eine löffelweise Düngung mit nitrathaltigen Düngern erfolgen, die sofort von den Pflanzen verwertet werden können, wenn etwas Wasser in der Krume ist. Wenn es nicht regnet, können diese Gaben auf die Ährengabe angerechnet werden. Auf keinen Fall dürfen jetzt stabilisierte N-Dünger ausgebracht werden bzw. die Schossgabe mit der Qualitätsgabe zusammengefasst werden. Deren Stickstoff kommt zu spät, außerdem muss mit Ausgasungsverlusten gerechnet werden. Hoffen wir auf Regen! Was Sie tun können, ist dass Sie mit den anstehenden Pflanzenschutz- oder Einkürzungsmaßnahmen Spurenelemente ausbringen. Im Getreide sind das besonders Bor, Mangan und Zink. Zink hilft besonders gegen physiologische Blattflecken, die besonders bei strahlungsreichen Tage und gestressten Pflanzen auftreten. Diese Mikronährstoffe in Verbindung mit Bittersalz stärken die Pflanzen und können helfen, die nächsten trockenen Tage zu überstehen.

Erosionsschutz:

Kartoffeln sind bzw. werden noch gelegt, Mais gesät. Bis zum Bestandesschluss vergehen noch ein paar Wochen, weshalb gerade bei diesen Kulturen der Erosionsschutz wichtig ist. Konservierende Bodenbearbeitung nach Zwischenfrüchten ist bis zur Aussaat ein wesentlicher Faktor zur Erosionsminderung. Nach der Aussaat sollten nicht bestellte Ränder am Vorgewende bei den Kartoffeln und auf stark erosionsgefährdeten Standorten im Oberhangbereich, wo Erosion beginnt, möglichst entlang der Hangkonturen ca. 6-9 m breite Streifen mit Wintergerste gesät bzw. ausgestreut werden. Die Wintergerste bestockt sich nur und kann im derzeitigen Langtag keine Ähren bilden. So kann wirkungsvoll der Erosion begegnet werden.

Rundbrief – 09. April 2020, Virtueller Feldrundgang

Geschrieben am 09.04.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

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Getreide:

Mit zunehmender Erwärmung und ausbleibenden Nachtfrösten kann das Getreide wieder wachsen.  In Abhängigkeit von Bestandesdichte und Entwicklungsstadium steht jetzt  oder in Kürze in den meisten Getreidebeständen die zweite Düngungsgabe an, sofern die erste Gabe nicht mit einem stabilisierten N-Dünger  ausgebracht wurde. Hoffen wir auf Regen! Da für die nächsten Tage keine nennenswerte Niederschläge gemeldet sind, sollten vorzugsweise nitrathaltige Dünger eingesetzt werden.

Weizen ist in unserer Region zwischen Stadium 27 und 30/31.  Spät gesäter Weizen hinkt deutlich hinterher. Gerste erscheint oft vom Wuchsbild weiter im Entwicklungsstadium als sie es tatsächlich ist. Erst nach Ostern wird Stadium 32 erreicht werden.

Bei unseren Nitracheckmessungen vom 6.-8. April  war der WWeizen überwiegend im Stadium 29/30. Nur wenige Bestände hatten schon die 31 erreicht.  Die gemessenen Werte variieren erheblich je nach Standort und bisheriger Düngung.  Stickstoff aus organischer Düngung oder stabilisierten Mineraldüngern konnte besonders bei Ausbringung nach Mitte März bislang keine Wirkung erzielen.

20200408_ RundbriefNitracheck

Die warme und strahlungsreiche Witterung wird die Wirkung von  Wachstumsreglern verstärken, so dass die Verringerung der Aufwandmengen geboten ist.  Wenn Bestände geschwächt sind, sollte derzeit kein oder nur sehr wenig Wachstumsregler verabreicht werden. Bei dünnen Beständen kann Mn-Blattdünger zur Vitalisierung ausgebracht werden.

Mais:

Zur Maisaussaat kann die Aussage des letzten Rundbriefs wiederholt werden: Wasser sparen bei der Bodenbearbeitung! Die derzeitigen Temperaturen sollten besonders in Kaltluftsenken nicht zu frühen Maisaussaaten führen. Frühsaaten sind immer gefährdeter! Schnelle Feldaufgänge  und zügiges Wachstum sind die beste Voraussetzung um Vogelfraß und Insekten zu überstehen.  Wenn es wirklich trocken bleibt, dürfen die Bestände nicht zu dicht sein.  Eine angepasste Aussaatstärke ist nur möglich, wenn ein zügiger Feldaufgang gewährleistet ist. Sofern eine Phosphordüngung zum Mais erforderlich ist, sollte wenn keine Unterfußdüngung erfolgt, das Phosphat in tiefere Bodenschichten eingebracht werden. Denn bei Trockenheit ist Phosphat im oberen Krumenbereich nur schlecht verfügbar.

Gerade bei reduzierter Bodenbearbeitung reichern sich die Nährstoffe wie Phosphor und Kali im oberen Krumenbereich an. Solche Standorte reagieren bei Trockenheit dann mit deutlichen Mangelsymptomen. Hohe Grundnährstoffversorgung im oberen Krumenbereich ist nur während der Jugendphase vorteilhaft. (Hinweis: Wenn Sie es genau wissen wollen, dann unterteilen Sie die Bodenproben für GN-Analysen in 0-15 cm und 15-30 cm).