Maisernte 2015 – was kommt danach?

Geschrieben am 08.09.2015 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Maßgeblich für die Höhe der Stickstoffdüngung ist der Ertrag. Im Entwurf zur neuen Düngeverordnung wird dieser Grundsatz verstärkt verfolgt, indem der durchschnittliche Ertrag der letzten drei Jahre für die Stickstoffdüngung zugrunde gelegt wird.

Dieser Grundsatz wird in unseren Düngeempfehlungen seit Jahren konsequent verfolgt.

 

Was aber ist zu tun, wenn der Ertrag ausbleibt?

Mais2015

Die Silomaisernte ist in diesem Jahr vielerorts bereits abgeschlossen. Durch das regenarme Frühjahr, Wassermangel in der Blüte und den trockenen Sommer mit Hitzerekorden fielen die Erträge deutlich geringer aus als in den vergangenen Jahren. Rekordfrischmasseerträge wie in den vergangenen Jahren wird es nicht geben.

Grundsätzlich kann der Mais von allen Ackerkulturen den aus dem Boden frei werdenden Stickstoff am besten verwerten. Den höchsten Stickstoffbedarf hat Mais zwischen Juli und August, diese spätere N Aufnahme passt sehr gut zur N-Mineralisation der Böden. Zusätzlich steht dem Mais durch regelmäßige Gülle – bzw. Gärrestgaben noch ein N-Nachlieferungspotenzial zur Verfügung, weshalb die N-Düngeempfehlung geringer ausfällt als die erwartete N-Abfuhr. Die diesjährigen geringen Ernteerträge bei einer Stickstoffdüngung auf Grundlage der sehr guten Erträge der letzten drei Jahre lassen hohe Reststickstoffgehalte nach der Maisernte erwarten. Um die Nährstoffverluste so gering wie möglich zuhalten gibt es im Rahmen der Fruchtfolge einige Möglichkeiten:

 

Wenn Winterweizen nachgebaut wird…
kann bei später WW Aussaat Ende Oktober/Anfang November in der ersten Septemberdekade noch Senf gesät werden. Eine Düngung der Zwischenfrucht ist nicht notwendig. Ist eine WW Aussaat bis Mitte Oktober geplant, sollte jegliche Bodenbearbeitung erst unmittelbar vor der Aussaat erfolgen. Bodenbearbeitung im Herbst führt zu Mineralisation.

Wenn Mais nachgebaut wird….
lohnt sich bei einem frühen Erntetermin der Anbau einer Zwischen- oder Zweitfrucht. Neben Senf kann auch Grünroggen bei entsprechender Witterung einen bodendeckenden Bestand bilden und hat den Vorteil, dass er im folgenden Frühjahr ggf. zur Fütterung genutzt werden kann.

Um geringe Restnitratgehalte zu erzielen und unser Grundwasser zu schützen ist es entscheidend, dass die N- Freisetzung verhindert, bzw. dass freigesetzter Stickstoff in oberirdischem Aufwuchs konserviert wird. Jede Bodenbearbeitung im Herbst führt zu Mineralisation, deshalb gilt für die nachfolgende Bodenbearbeitung: so wenig wie möglich und so viel wie nötig! Die Düngung einer Zwischenfrucht oder von Grünroggen ist nicht notwendig!

Die Zünslerbekämpfung nicht vergessen!  Das sorgfältige und tiefeMulchen der Maisstoppel und Erntereste bei Körnermais leistet einen wichtigen Beitrag zur Zünslerbekämpfung! Die Zünslerlarven überwintern im Wurzelbereich bzw. im unteren Stängelabschnitt. Durch das Mulchen wird das „Winterquatier“ zerstört. Runtergefahrene Stoppelreihen lassen sich nur schwer mit dem Mulcher erfassen, aber trotzdem darf auf das Mulchen nicht verzichtet werden, um den Befallsdruck auf der Fläche und in der Region zu reduzieren.

Zwischenfrüchte – Saattechnik im Vergleich

Geschrieben am 04.09.2015 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Maschinenvorführung am 14. August, Standorte Lützelbach und Mörlenbach und am 20. August in Lengfeld, Roßdorf und Modau.

Verfolgen Sie die Entwicklung der Bestände auf unserer Homepage!

Für weitere Informationen klicken Sie die nachfolgenden Buttons.

Übersicht Lützelbach und Mörlenbach

Übersicht Lengfeld, Roßdorf und Modau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Informationen aus der Landwirtschaft September

Geschrieben am 03.09.2015 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Im August konnten sich Landwirte und Interessierte an fünf Standorten einen Überblick über verschiedene Saattechniken von Zwischenfrüchten machen. In Lützelbach und Mörlenbach wurden vier verschiedene Saattechniken vorgestellt. Neben dem APV-Grünlandstriegel und dem Güttler-Greenmaster – beide Geräte sind ursprünglich für Nachsaaten und Pflegemaßnahmen im Grünland vorgesehen- sind waren Köckerling- Allrounder und Scheibenschardrillmaschine im Einsatz. Striegel und Greenmaster haben bei der Aussaat von Zwischenfrüchten gute Arbeitsergebnisse geliefert, beim Striegel beeindruckt die hohe Flächenleistung und der Greenmaster macht eine gute Rückverfestigung. Mit dem Allrounder kann die Stoppelberarbeitung und Aussaat der Zwischenfrüchte durch die aufgebaute Saattechnik in einem Arbeitsgang erfolgen. Die Scheibenschardrille hat wohl wegen mangelnder Rückverfestigung des ausgesprochen trockenen Saatbettes im Arbeitsergebnis etwas weniger überzeugt als die Geräte mit einem Nachlauf. In Otzberg, Roßdorf und Ober-Ramstadt waren Claydon-Strip-Till, Horsch-Pronto und -Express, Köckerling-Allrounder und eine Direktsaatmaschine von John Deere im Einsatz. Außerdem wurde auf einer Fläche die Zwischenfrucht durch Vorerntesaat mittels Düngerstreuer ausgesät.

Die zuckerrübenfähigen Böden und Fruchtfolgen stellen hohe Anforderungen an Aussaat und Zusammensetzung von Zwischenfrüchten. Beim Strip-Till- wird der Boden nur streifenweise bearbeitet und gelockert und in diesen bearbeiteten Streifen wird das Saatkorn abgelegt. Dieses Verfahren ist äußerst bodenschonend. Horsch und Köckerling erledigen Stoppelbearbeitung und Aussaat in einem Arbeitsgang, das ist arbeitswirtschaftlich sehr attraktiv. Die Direktsaat legt das Saatgut in den unbearbeiteten Boden. Für Regenwürmer und Bodenlebewesen ist die Direktsaat ausgezeichnet. Allerdings kommt die Direktsaat oft nicht ohne einen hohen Einsatz an Pflanzenschutzmitteln aus.

Die Maschinenvorführungen waren an allen Standorten gut besucht. Im Verlauf der kommenden Wochen werden Feldaufgang und Entwicklung der Bestände in den einzelnen Varianten bonitiert und ausgewertet. Die Zwischenfrüchte leisten einen wichtigen Beitrag zum Wasser-und Bodenschutz und zur Biodiversität. Im Hessischen Agrarumwelt und Landschaftspflegemaßnahmenprogramm HALM wird der Anbau von Zwischenfrüchten teils gefördert und die Verpflichtung zum Greening kann auch über den Anbau von Zwischenfrüchten erfüllt werden. Nähere Informationen zu den gesetzlichen Vorgaben beim Anbau von Zwischenfrüchten erfahren Sie bei den Fachabteilungen der zuständigen Landkreise und der AGGL.

Informationen aus der Landwirtschaft August 2015

Geschrieben am 10.08.2015 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

In wenigen Tagen wird die Getreideernte in Südhessen abgeschlossen sein. Im Rahmen von Greening und HALM werden nach der diesjährigen Ernte vermehrt Zwischenfrüchte auf den Flächen stehen. Beim Anbau sind die gesetzlichen Vorgaben zu beachten.

Um Auswaschung von Nährstoffen ins Grundwasser und diffuse stoffliche Einträge in Oberflächengewässer zu vermeiden ist eine bedarfsgerechte Düngung notwendig. Daher müssen Düngungsmaßnahmen auf Ackerland nach der Ernte der letzten Hauptfrucht besonders sorgfältig durchgeführt werden. Als letzte Hauptfrucht bezeichnet man die Kultur, die im Anbaujahr noch geerntet wird. Ackergras, das im Herbst noch geschnitten wird, kann durchaus in Höhe des N-Bedarfs gedüngt werden.

Berücksichtigt man den nachgelieferten Stickstoff aus dem Boden, besteht nach der Ernte der letzten Hauptfrucht bis zum Winter kein Stickstoffdüngebedarf nach Raps, Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben und Leguminosen und auch nicht zur Förderung der Strohrotte. In diesen Fällen stellt eine Herbstdüngung mit Gülle, Jauche und sonstigen flüssigen organischen Düngemitteln sowie organisch-mineralische Düngemitteln mit wesentlichen Gehalten an verfügbarem Stickstoff einen Verstoß gegen die Düngeverordnung dar, die im Rahmen von Cross Compliance sanktioniert werden kann.

Die Anwendung von flüssigen organischen Düngemitteln wie Gülle, Jauche und Gärresten oder die Anwendung von organisch-mineralischen Düngemitteln mit wesentlichen N Gehalten wird durch die Düngeverordnung begrenzt. Zu Zwischenfrüchten und Folgekulturen ist eine Düngung in Höhe des aktuellen Düngebedarfs erlaubt, wobei die Höchstmenge von max. 40 kg/ha Ammoniumstickstoff oder 80 kg/ha Gesamtstickstoff nicht überschritten werden darf.

Rundbrief zur Ernte 2015 – Bodenbearbeitung und Zwischenfruchtanbau

Geschrieben am 16.07.2015 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

Die Wintergerstenernte ist mit befriedigenden Erträgen abgeschlossen. Raps und Erbsen werden jetzt gedroschen, die Weizenernte steht unmittelbar vor der Tür.

 

Mit der anstehenden Stoppelbearbeitung und evtl. nachfolgender Zwischenfruchteinsaat werden wesentliche pflanzenbauliche Maßnahmen durchgeführt, die erhebliche Folgen für den Grundwasserschutz haben. – In einigen Wasserschutzgebietskooperationen ist die Bodenbearbeitung nach Früchten, die das Risiko erhöhter Restnitratmengen bergen, geregelt. Denn die Bodenbearbeitung beeinflusst im Zusammenspiel mit Temperatur, Feuchtigkeit und Durchlüftung des Bodens maßgeblich die N-Freisetzung aus der organischen Substanz des Bodens. Mikroorganismen, die für die N-Mineralisierung zuständig sind brauchen genau diese drei Dinge: Wärme, Feuchte und Sauerstoff. Wenn ligninhaltige Substanzen (z.B. Stroh, Grünschnittkompost) zersetzt werden, wird zunächst auch Stickstoff benötigt, um das erste Bakterienprotein zu erzeugen. Nachdem dies passiert ist, kann allerdings bei der nachfolgenden Zersetzung mehr Stickstoff freigesetzt werden als vorher benötigt wurde.

 

In diesem Jahr gibt es einige Umstände, die zu erhöhten Nitratmengen im Boden führen können:

  • Witterungseinflüsse wie Hitze im Juni führte im Weizen zur schlagartigen Abreife, Trockenheit und regionale Unwetter mit Hagelschlag führen zudem zu verminderten Erträgen,
  • verstärkter Leguminosenanbau durch Greening oder HALM,
  • Rapsflächen mit geringer Nährstoffabfuhr und leicht zersetzbaren Erntereste.

 

Hohe Rest-N-Mengen im Boden forcieren die Bildung von Bakterienprotein und fördern noch mehr die N-Freisetzung. Die Böden sind durch die Hitze aufgeheizt. Um N-Auswaschungen zu vermeiden sollten nach Leguminosen und Raps Zwischenfrüchte stehen. Beim Raps reicht die Selbstbegrünung, nach Leguminosen sollte zur Stoppelbearbeitung Senf, Phacelia oder Buchweizen eingesät werden. Hier bietet es sich an, die Saat mit der Bodenbearbeitung zu kombinieren. Ein dichter Bestand nach Körnerleguminosen verhindert nicht nur Nährstoffauswaschung, sondern unterdrückt auch wirkungsvoll das Unkraut.

 

Durch die Stoppelbearbeitung werden Ausfallsamen von Vorfrüchten, Unkräuter und Ungräser zur Keimung gebracht. Dies ist sowohl bei konservierender Bodenbearbeitung, aber auch bei Pflugeinsatz von großer Bedeutung, da hierdurch Durchwuchs sowie Verunkrautung in der Folgefrucht bzw. im weiteren Fruchtfolgeverlauf wirksam entgegengewirkt wird. Hierzu ist es erforderlich, dass die Stoppelbearbeitung nur flach (~ 5 cm) erfolgt, damit wenig Samen vergraben werden und gleichzeitig Rotteprozesse in Gang gesetzt werden. Gleichzeitig wird der Wasservorrat im Boden geschont. Walzen mit Prismen-, Crosskillwalzen usw. verbessert die Samenkeimung. Besonders nach Raps darf die Stoppelbearbeitung erst nach dem Auflaufen des Ausfallrapses erfolgen. Der Einsatz eines Striegels stellt hier eine Alternative dar und soll erstmals in der Region ausprobiert werden. Durch den Striegel wird nicht nur das Stroh besser verteilt, sondern das Stroh wird angehoben und das/der Ausfallgetreide/raps ausgesiebt. Sämtliche Unkrautsamen und Ausfall der Erntefrucht bleiben an der Oberfläche, wo sie rasch und gleichmäßig keimen und durch einen zweiten Striegelgang einfach bekämpft werden können.

 

Mit Zwischenfrüchten können N-Reste vor einer späteren Auswaschung bewahrt und für die Folgekultur im nächsten Jahr konserviert werden. Aber Achtung: nicht jede Mischung ist für jede Kultur gleichermaßen gut geeignet, zudem sind in diesem Jahr unter Umständen auch Greening- oder HALM-Auflagen zu beachten.

Wenn es nur um die N-Konservierung geht, reicht ein vergleichsweise billiger Senf völlig aus. Zwischenfrüchte, die im Rahmen von Greening angebaut werden, müssen in Mischungen angebaut werden. Durch unterschiedliches Wurzelwachstums können die Bodenschichten besser erschlossen werden und führen zur besseren Bodenstruktur. Die Gemenge müssen aus mindestens 2 Mischungspartnern bestehen, wobei kein Mischungspartner mehr als 60 % Samenanteil haben darf. Aus dem Grund empfehlen wir, besser drei Mischungspartner zu verwenden. Für die frühe Aussaat sollte auf kruziferen-betonte Mischungen verzichtet werden, da besonders der Senf sonst zu schnell zur Blüte kommt. Wichtig ist eine gute Strohverteilung auf dem Acker und besonders bei Gerste, dass das Ausfallgetreide zuvor gekeimt ist. Deswegen ist bei guter Befahrbarkeit eine schnelle und möglichst flache Stoppelbearbeitung nach Gerste wichtig. Mischungen mit höheren Senf- oder Ölrettich-Anteilen gehören nicht in Rapsfruchtfolgen. Sie können ab Mitte August bis Anfang September flach gesät werden. Greening-Zwischenfruchtmischungen dürfen nicht mit Klärschlamm oder Mineraldüngern gedüngt werden. Lediglich die Verwertung von Wirtschaftsdüngern ist erlaubt. Gülle, Gärsubstrat oder Mist können als Gabe von 30 kg NH4-N bzw. 60 kg Gesamt-N/ha vor der Saat ausgebracht und eingearbeitet werden oder in den stehenden Bestand gedüngt werden. Um N-Emissionen zu vermeiden, sollte dies nur vor sicheren Regenereignissen oder mit Schleppschläuchen erfolgen. Der Landhandel bietet gute Mischungen für verschiedene Fruchtfolgen an, es können aber auch eigene Mischungen verwendet werden. In diesem Fall müssen Rückstellproben zur Dokumentation des Saatgutverhältnisses bereitgehalten werden. Einige Mischungsvorschläge für verschiedene Fruchtfolgen haben wir im Downloadbereich zusammengestellt – klick hier. Aussaatstärken unter Berücksichtigung durchschnittlicher TKGs aufgelistet. Wertvolle Informationen zu Mischungsverhältnissen und Aussaatstärken liefern Ihnen auch diverse Zwischenfruchtrechner, z.B.

www.landwirtschaftskammer.de/riswick/pdf/zwischenfruchtrechner.xlsm

Weitere Infos zur Bodenbearbeitung nach Raps können Sie downloaden – klick hier.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Ihr AGGL-Team