Informationen aus der Landwirtschaft

Geschrieben am 16.07.2015 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Die Ernte hat begonnen – seit letzter Woche laufen auf südhessischen Feldern die Mähdrescher. Die extreme Trockenheit im Juni lässt Mindererträge, vor allem beim Weizen erwarten.

Vor der Ernte sollte eine Feldrandhygiene erfolgt sein. Schwer bekämpfbare Unkräuter wie Trespe oder Ackerwinde wandern vom Feldrand in die Flächen ein. Das Mähen oder Mulchen der Feldränder verhindert ein Aus-samen der Unkräuter und Ungräser. Der Einsatz von Totalherbiziden auf Feldrändern ist nicht zulässig.

Auf vielen Flächen verbleibt das Stroh auf dem Feld und wird nicht abgefahren, um den Humus anzureichern. Durch die großen Arbeitsbreiten der Mähdrescher wird eine gleichmäßige Strohverteilung über die gesamte Schnittbreite immer wichtiger. Eine schlechte Stroh– und Spreuverteilung kann mit der nachfolgenden Stoppelbearbeitung kaum mehr verbessert werden und wirkt sich negativ die Folgekultur aus. Wichtig für eine gute Strohverteilung beim Mähdrescher sind scharfe Häckselmesser, eine ausreichende Häckslerdrehzahl, die exakt eingestellte Gegenschneide und passende Strohleitbleche.

Hinsichtlich Qualität stellen Genossenschaften und Landhandel hohe Anforderungen an das Erntegut. Feuchte, Hektolitergewicht, Inhaltsstoffe und Besatz sind Kriterien, die den Preis maßgeblich beeinflussen. Aber auch hygienisch muss das Getreide in einem einwandfreien Zustand sein. Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Verfütterung und Veredlung im eigenen Betrieb. Das Lager ist vor Gebrauch unbedingt mit geeigneten Mitteln zu reinigen. Verunreinigungen durch Schädlinge sind durch geeignete Maßnahmen wie der Einsatz von Schutzfolien oder Vliesen zu reduzieren.

Für die kommenden Wochen wünscht das AGGL Team allen Kolleginnen und Kollegen auf den Betrieben bestes Erntewetter, gute Erträge und reibungslose Abläufe.

Einladung Infotag: Zwischenfrüchte zwischen gesetzlichen Vorgaben und praktischer Umsetzung

Geschrieben am 10.06.2015 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Termine

die AGGL lädt in Zusammenarbeit mit, dem LLH,  dem MBLV und Kreisbehörden am 22. Juni von 10:30 -14:30 Uhr zum Zwischenfruchttag  in die Reichenberghalle in Reichelsheim ein.

Die in Kraft getretenen GAP Reformen fordern von Betrieben > 10 ha Ackerfläche die Bereitstellung “ökologischer Vorrangflächen”. Durch den Anbau von Zwischenfrüchten kann diese Vorgabe erfüllt werden. In unserer Beratungstätigkeit stellen wir immer wieder fest, dass beim Thema “greeningfähige Zwischenfrüchte” noch wichtige Fragen aus der Praxis kommen – sei es hinsichtlich Mischungsverhältnis, Sortenwahl oder Aussaattechnik.  Der Zwischenfruchttag soll offene Fragen klären, Gelegenheit zum Austausch geben und den Anbau von Zwischenfrüchten neu überdenken.

Neben Fachbeiträgen von hochkarätigen Referenten besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Vertreter aus Beratung, Saatzucht, Landtechnik und Handel tragen mit Informationsständen zum Gelingen der Veranstaltung bei, genau wie Verbände und Vereine und die landwirtschaftlichen Auszubildenden der Berufsschule Dieburg.

PLAKAT_ZF Tag 22. Juni

Effiziente Mineraldüngerausbringung für Gewässerschutz und Landwirtschaft

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Großes Interesse der Landwirte am Feldtag zur sensorgestützten Düngetechnik am 19. Mai 2015

 

Im Rahmen der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie wird das Sonderprojekt „Einführung innovativer Düngetechnik“ in Kooperation von AGGL, Otzberg und dem Ing. Büro Schnittstelle Boden, Ober-Mörlen durchgeführt. Am 19. Mai 2015 fand dazu eine gut besuchte Informationsveranstaltung auf dem Milchhof Roßdorf mit anschließender Maschinenvorführung zu dem Thema Effiziente Mineraldüngerausbringung statt.

Auf heterogen Schlägen und insbesondere in Beständen, die als Startgabe organische Düngemittel erhalten haben, kann eine teilflächenspezifische Düngung mit sensorgestützter Düngetechnik die Effizienz des Mineraldüngereinsatzes steigern und einen Beitrag zum Grundwasserschutz leisten. Demoparzellen zu diesem Thema wurden dieses Frühjahr in Otzberg, Reinheim und Roßdorf angelegt. Dabei konnten interessierte Landwirte sich bereits im Vorfeld des Feldtages mit der neuen Düngetechnik vertraut machen und erste Praxiserfahrungen sammeln.

Nach der Begrüßung von Silke Schneider (RP-Darmstadt) moderierte Dr. Angela Homm-Belzer (AGGL). Anika Fluck (Schnittstelle Boden) führte mit einem Grundsatzvortrag in das Thema ein. Während die Düngungs-Effizienz bei der Wirtschaftsdüngerausbringung ein stark beachtetes Thema ist, wird der Mineraldüngereinsatz meist als zufriedenstellend betrachtet. Dabei gibt es etliche Stellschrauben für eine bessere Effizienz im Bereich der Mineraldüngerausbringung: Ertragserwartung, Bestandsentwicklung, Witterung und Vorfrucht wirken sich auf den Düngebedarf aus, der besser schlagspezifisch über N-Tester oder Pflanzensaftanalysen als über bloße Bedarfsbilanzierungen mittels Faustzahlen ermittelt wird. Eine perfekte Streutechnik und teilflächenspezifische Düngung sorgen für optimale Nährstoffverwertung durch die Pflanzen. Eine teilflächenspezifische Düngung kann über „Online-Systeme“ in denen in Echtzeitmessung eine optische Erfassung der Nährstoffversorgung im Bestand oder über „Offline-Systeme“ erfolgen, bei denen in einem ersten Schritt mittels Luftbilder oder Bodenscanner Applikationskarten erstellt werden, nach denen im getrennten Arbeitsgang Dünger ausgebracht wird.

Dr. Ulrich Rubenschuh vom DLG-Testzentrum in Groß-Umstadt erklärte die genormten Verfahren mit denen Mineraldüngerstreuer geprüft werden. Neben Sicherheit und Handling finden die Regelung der Ausbringmengen und die Gleichmäßigkeit der Verteilung besondere Beachtung bei der Prüfung der Maschinen. So dürfen beim Grenzstreuen nur weniger als 0,3 % der Düngekörner über die Feldgrenze fallen. Für die gute Verteilung der Körner auf der Fläche ist bei optimaler Streuereinstellung das Korngrößenspektrum von erheblicher Bedeutung. Wichtig ist hier eine gewisse Heterogenität, damit die Körner entsprechend ihres spezifischen Gewichtes auch unterschiedlich weit fliegen. Dr. Rubenschuh verwies unter anderem auf die Bedeutung von Anbauwinkel, Anbauhöhe und Streuschaufelstellung und betonte die Bedeutung der Handbücher, da jeder Streuer bei den verschiedenen Düngemitteln anders einzustellen ist.

Landwirt Mirko Daniel aus Wenigumstadt stellte seine Erfahrungen mit der sensor-gestützten N-Düngung vor. Der N-Sensor wurde von ihm zunächst innerhalb einer Maschinengemeinschaft und ab dem Jahr 2015 in Eigenregie genutzt. Der Landwirte führte aus, dass die Einsparung an Stickstoff-Dünger marginal seien, deutlich gleichmäßigere Bestände, die kaum Lagerstellen aufweisen in Verbindung mit besseren Druscheigenschaften und guten Qualitäten sprechen aber für ein effizienteres Düngemanagement, das mittels N-Sensor Einsatz erreicht werden könne.

Jens Symanneck (Agricon) und Hendrik Brügemann (Claas) stellten die beiden in Deutschland vorrangig verwendeten Sensorsysteme vor. Der Yara-N-Sensor ist ein reines „Online“-System. Nach einer vorherigen Kalibrierung mittels N-Tester wird die Fläche während der Überfahrt gescannt. Dabei wird auf Grundlage der Blattgrünintensität die benötigte N-Menge errechnet und bei der Überfahrt direkt ausgebracht. Dabei erhalten bis zum Ährenschieben Teilflächen mit dichteren Beständen eine geringere N-Menge als Teilflächen mit dünneren Beständen. So erfolgt ein „Gleichziehen“ der Bestände. Sofern eine Qualitätsgabe erfolgt, erhalten die dichten Teilflächen mehr Stickstoff, als Areale mit geringeren Triebdichten. – Der Claas-Isaria-Sensor verbindet „Online“- und „Offline“-Systeme. Über Map-Overlay können Daten aus der Bode-oder Ertragskartierung erfasst und bei der Düngung mit berücksichtigt werden. Die Kalibrierung erfolgt als Punkt-Kalibrierung. In beiden Systeme können die Ausbringungsmengen begrenzt werden. Beide Systeme wurden bereits auch als Rapsscanner im Herbst erfolgreich eingesetzt, bei der die N-Aufnahme im Rapsbestand vor Winter erfasst wird.

Claas-Isaria-Sensor im Frontanbau

Claas-Isaria-Sensor im Frontanbau

Yara-N-Sensor auf Schlepperdach

Yara-N-Sensor auf Schlepperdach

Display auf Schlepperdach zeigt aktuelle N-Ausbringungsmenge an

Display auf Schlepperdach zeigt aktuelle N-Ausbringungsmenge an

Nachmittags wurde mit den beiden Systemen die Spätdüngung auf den Flächen der Rück GbR und des Betriebs Ewald in Roßdorf durchgeführt. Landwirte konnten über ein auf dem Schlepperdach befestigtes Display verfolgen, welche N-Mengen in welchem Teilbereich der Schläge ausgebracht wurden. Beide Systeme wurden den gestellten Anforderungen gerecht und unterschieden sich in der Ausbringungsmenge kaum voneinander. Das Interesse und die Beteiligung seitens der anwesenden Landwirte an dieser Technik waren sehr groß, was sich in guten Diskussionen rund um den Einsatz dieser Technik zeigte.

Zwischenfruchtanbau/Greening

Geschrieben am 22.05.2015 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Wenn im kommenden Herbst Zwischenfrüchte als ökologische Vorrangflächen (Greening) angebaut werden sollen, gilt es, die Vorschriften und Auflagen hierfür einzuhalten.

Hinweise zum Zwischenfruchtanbau für Greening sind hier: Rundbrief Zwischenfrüchte 2015 als pdf-Datei abrufbar.

Wenn eigene Mischungen zusammengestellt werden sollen, empfiehlt es sich, diese auf ihre Zulässigkeit zu prüfen. Die LWK Nordrhein-Westfalen stellt hierfür unter folgendem link eine empfehlenswerte Excel-Anwendung bereit:
Zwischenfrucht-Rechner LWK-NRW . Außerdem gibt es hier auch die Broschüre „Zwischenfruchtpass“ mit umfassenden Informationen zu vielen Zwischenfruchtarten.

Feldbegehungen im Reinheimer Hügelland am 21. Mai

Geschrieben am 20.05.2015 | Kategorie(n) Aktuelles, Termine

Die letzten Maßnahmen im Wintergetreide stehen an.

In Zusammenarbeit mit dem LLH laden wir Sie herzlich zu den Feldrundgängen im Reinheimer Hügelland ein! Leider konnten wir dieses Mal nur zwei Termine für Feldrundgänge ausmachen:

 

Donnerstag, den 21. Mai 2015

  9.00 Uhr       Maschinenhalle Volz (Groß-Bieberau an der B 38)

11.00 Uhr       RWZ-Lengfeld

 

  • Entwicklung und Nährstoffversorgung – Nitrachek, Chlorophyllmessungen
  • Bestandsführung und Pflanzenschutz
  • Infos zur Rüben, Mais und anderen Sommerungen

 

Es besteht die Möglichkeit Pflanzen (30 Halme) zur Chlorophyllmessung oder Nitracheckanalyse mitzubringen. Bitte achten Sie darauf, dass die Pflanzen nicht welk sein dürfen. Die Halme sollten daher  morgens oder abends kurz über dem Boden abgeschnitten werden und in einem beschrifteten Gefrierbeutel(Sorte, Schlagname, Betrieb) im Kühlschrank aufbewahrt werden.