Informationen aus der Landwirtschaft – Juli

Geschrieben am 07.07.2021 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Boden bewahren – Erosion vermeiden

Boden und Wasser sind die wichtigste Ressource – allein der Boden lässt sich nicht vermehren – deshalb ist Bodenschutz wichtig!

Am 1. Juli hatte die AG Gewässerschutz und Landwirtschaft zum Erosionsschutztag auf den Kohlbacher Hof eingeladen. Viele Interessierte waren der Einladung gefolgt. Neben etlichen Landwirt*innen auch Vertreter*innen aus den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, dem Odenwaldkreis sowie dem Kreis Bergstraße. Aber auch viele Kommunen sind zu dem Termin erschienen, sind es doch neben der Landwirtschaft oft die Feuerwehren und Bau- und Betriebshöfe, die die Folgen von Erosion beseitigen müssen.

Erosion hat es schon immer gegeben. Der Winderosion verdanken wir im Reinheimer Hügelland die guten Böden, als vor mehr als 10.000 Jahren der Wind die Staubablagerungen der Endmoränen an die Ränder der Mittelgebirge getragen hat. Genau diese guten Böden drohen bei Starkregenereignissen abgetragen zu werden. Jährlich gehen pro Hektar bis zu 3 Tonnen Boden verloren. Unter extremen Bedingungen ist sogar ein Bodenverlust von bis zu 50 Tonnen pro Hektar und Jahr möglich!

Aber wodurch kommt es zur Erosion?

In erster Linie sind es die natürlichen Gegebenheiten wie Klima und Niederschlagsintensität, die Geländebeschaffenheit und die vorherrschende Bodenart. Aber auch die Bewirtschaftung der Flächen hat einen großen Einfluss ob und wie stark Erosionsereignisse stattfinden.

Hanglänge, Kulturart sowie die Art der Bearbeitung begünstigen oder verhindern Erosion. So sind lange Hänge mit wenig Bewuchs auf der Fläche bei entsprechenden Niederschlagsereignissen sehr anfällig für Erosion. Auf Mais- und Zuckerrübenflächen, genauso auf Kartoffeläckern, kann es bei entsprechenden Regenereignissen im Frühjahr und Frühsommer, bevor die Pflanzen den Boden vollständig bedecken, zu Erosion kommen. Während Getreide und Grünland am gleichen Standort und bei gleicher Witterung kaum zum Erdabtrag führt.

Daher waren neben einer Einführung in die Bestimmung der Hangneigung und Hanglänge die Möglichkeiten zur Erosionsvermeidung das zentrale Thema beim Erosionsschutztag am 1. Juli auf dem Kohlbacher Hof. Laut DWD (Deutscher Wetterdienst) führt der Klimawandel zukünftig zu erhöhten Risiken durch Starkregen, Hagel und Sturmböen

Mulchsaat und Untersaaten, aber auch die Bearbeitungsrichtung quer zum Hang oder die Anlage von ausreichend breiten Schutzstreifen mit angepasstem Bewuchs helfen den kostbaren Boden auf der Fläche zu behalten.

Die Landwirtschaft wird Hilfe und Unterstützung brauchen bei den notwenigen Maßnahmen, die helfen, Erosion zu vermeiden.