Informationen aus der Landwirtschaft – Oktober

Geschrieben am 03.11.2015 | Kategorie(n) Aktuelles

Seit drei Jahren wird auf Flächen in der Region Starkenburg heimisches Soja angebaut – regional und GVO frei. Seit 2013 hat der Anbauumfang stetig zugenommen. Das von der EU geforderte Greening und ein Länderprogramm (HALM) fordern und fördern den Anbau von heimischen Eiweißpflanzen.

Auf überregionalen Feldtagen, im Sojanetzwerk und im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen haben die Sojabauern in den vergangenen drei Jahren ihre Erfahrungen und ihr Wissen in puncto Sojaanbau ständig erweitert. Neben klassischen ackerbaulichen Themen wie Bodenbearbeitung, Sortenwahl, Saattechnik und Bestandsführung waren vor allem die Bereiche Vermarktung, Aufbereitung und Veredlung von großem Interesse. 2015 war das bislang schlechteste Anbaujahr für die heimischen Sojapioniere!

Das viel zu trockene Frühjahr hat dazu geführt, dass die Sojabohnen untätig im Boden lagen. Wassermangel hatte das Keimen und Auflaufen stark verzögert. Nachdem dann endlich die ersten Keimblätter die Krume durchwachsen hatten, kamen Krähen und Tauben.

Im Ein-bis Zweiblattstadium ist die Sojabohne eine Delikatesse für die Vögel. Diese laufen die Saatreihen entlang und picken den Spross dicht am Boden ab- ein Wiederaustrieb erfolgt nicht. Die vom Fraß geschädigte Pflanze erholt sich nicht und so entstanden große Lücken (bis hin zum Totalausfall der ganzen Fläche!). In den durch Vogelfraß entstandenen Lücken gedeihen unerwünschte Unkräuter – vor allem Melde und weißer Gänsefuß. Mancherorts waren die Unkräuter die Hauptbestandsbildner! Entsprechend gering sind die diesjährigen Ernteerträge bei den Sojabohnen ausgefallen. Für den enormen Besatz mit Unkraut gab es beim Landhandel und in den Mühlen zudem noch Preisabzüge. Alles in allem ein sehr unbefriedigendes Jahr für den Sojaanbau in unserer Region! Und dennoch wollen die meisten Landwirte der Bohne eine Chance geben und werden auch im nächsten Jahr wieder Sojabohnen bauen – regional und ohne Gentechnik.

In Deutschland werden ausschließlich GVO freie Sojabohnen angebaut und der Einsatz von Glyphosat ist in Sojabohnen (auch im konventionellen Anbau!!) nicht erlaubt. Einige Mühlen und Futtermischwerke haben sich darauf spezialisiert und verarbeiten ausschließlich regional erzeugte Sojabohnen.