Rundbrief Nacherntemanagement – DÜV – rote Gebiete

Geschrieben am 02.07.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

Am 1. Mai ist die Änderung der Düngeverordnung in Kraft getreten.  Ausgenommen sind die weiterführenden Vorgaben in den roten Gebieten. Diese treten aufgrund der Corona-Krise erst ab dem 01. Januar 2021 in Kraft. Allerdings gilt es schon jetzt, diese späteren Auflagen zu berücksichtigen.

Bitte überprüfen Sie, inwieweit von Ihnen bewirtschaftete Flächen betroffen sind. In der Übersicht: rote DÜV-Gemarkungen-2019 sehen Sie die „roten“ Gemarkungen, die im Einzugsgebiet der Gersprenz im Maßnahmenraum Bergstraße/Odenwald liegen.

Außerdem sind die Einzugsgebiete von Brunnen III in Birkenau sowie von Quelle I (Weibertswiesen) in Kirschhausen ausgewiesen.

Einen genaueren Abgleich können Sie mit Hilfe Ihres digitalen Agrarantrags durchführen. In HELENA-2020 können Sie sich folgende Layer einblenden:

  • Böschungsoberkante
  • Erosion
  • Schutzgebiete

⇒     Wasserschutzgebiete

⇒    Gefährdete Gebiete § 13 DÜV

  • Gewässernetz

 

Achtung: in roten Gebieten dürfen ab 01. Januar 2021 Sommerungen nur gedüngt werden, wenn auf der entsprechenden Fläche bis zum 15. Januar eine Zwischenfrucht steht.

Schon jetzt gilt für die roten Gebiete:

  • Verpflichtende Nährstoffanalyse von organischen Düngern vor der Ausbringung,
  • Absenkung des zulässigen N-Bilanzsaldos im betrieblichen Nährstoffvergleichs um 10 kg N/ha (letztmals WJ 2019/2020),
  • Abstandsregelungen an den Oberflächengewässern

 

Bitte beachten Sie: Vorgaben aus der DÜV 2017, die nicht geändert wurden behalten ihre Gültigkeit!

Das ist jetzt zu beachten für Düngungs- und Feldarbeiten nach der Ernte:

  • Planung und Dokumentation der Düngung, nach der Ernte gilt noch die vereinfachte Düngebedarfsermittlung (DBE). Achtung: der verfügbare Stickstoff, der im Herbst ausgebracht wird, ist bei der DBE, welche im Frühjahr vor der 1. Düngung erstell wird, voll zu berücksichtigen! Jede Düngungsmaßnahme und Weidehaltung ist spätestens zwei Tage nach Durchführung aufzuzeichnen.
  • Es gilt auf Ackerland die 30/60er Regelung und eine Sperrfrist vom 01. Oktober – 31. Januar
  • Bei der Ausbringung organischer Dünger dürfen keine Ausbringungsverluste abgezogen werden
  • Für Gülle und flüssiges Gärsubstrat ist der Anteil des mindestens anrechenbaren Gesamt-Stickstoffs im Aufbringungsjahr erhöht worden:
    • Rindergülle auf Ackerland = 60 %, auf Grünland = 50 %
    • Schweinegülle auf Ackerland = 70 %, auf Grünland = 60 %
    • Gärsubstrat flüssig auf Ackerland = 60 %, auf Grünland  = 50 %

in WSGen gelten oft höhere Ausnutzungsgrade, diese sind dann anzuwenden.

  • Grünland und  mehrjähriger Ackerfutterbau (Aussaat bis 15. Mai des Jahres)  darf ab dem 01. September maximal mit 80 kg Gesamt-N gedüngt werden
  • Grünland und  mehrjähriger Ackerfutterbau (Aussaat bis 15. Mai des Jahres)  haben eine Sperrfrist vom 01. November – 31. Januar
  • Phosphathaltige Dünger, Festmist von Huf- und Klauentieren und Komposte haben ein Ausbringungsverbot vom 01. Dezember bis 15. Januar

Im hängigen Gelände sind je nach Hangneigung bei der Düngung folgende Auflagen in Abhängigkeit vom Abstand zur Böschungsoberkante einzuhalten: Tab_Rundbrief2020_07_02

Kontaktieren Sie uns (Tel. 06162-9435210), wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung!

Ihr AGGL-Team

Rundbrief – 7. Mai 2020, Virtueller Feldrundgang

Geschrieben am 07.05.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

In unserer Region sind zwischen dem 28. April und dem 5. Mai 20-35 mm Niederschlag gefallen. Es war nicht die Menge, hat aber gereicht, um ein deutliches Ergrünen zu bewirken. Aber nicht nur die Kulturen atmen durch, sondern auch die Unkräuter. Zum Wochenende, sollte Mais entsprechend kontrolliert und behandelt werden.

Nitracheckmessungen im Bestand zeigen, dass der N- Bedarf deutlich zurückgegangen ist. Jetzt wirken die Düngungsgaben und der Boden liefert bei Bodentemperaturen zwischen 12-14 ° C Stickstoff aus der organische Substanz nach. Wir haben im Zuge der Nitracheckuntersuchungen von einigen Flächen wieder Bodenproben aus der Schicht 0-30 cm entnommen. Von 19 Flächen im Reinheimer Hügelland liegen die Nmin-Werte im Oberboden zu 75 % in einem Bereich zwischen 30 – 35 kg NO3-N/ha. Auf einigen Standorten je nach Vorfrucht und Einsatz organischer Düngemittel aber auch deutlich darüber. Außerhalb der Gunststandorte sind die Werte meist in einem Bereich um 20 kg Nmin im Oberboden (6 Flächen). Da auch in den unteren Bodenschichten Stickstoff vorhanden ist, sollte die weitere Entwicklung zunächst abgewartet werden, bevor man sich Gedanken über eine Spätdüngung macht.

Noch einen wichtigen Aspekt liefern die Bodenproben, nämlich die Beurteilung der Bodenfeuchte. Auf tiefgründigen Standorten mit mehr als 65 BP konnten wir bei der Feststellung der TS des Bodens einen Feuchtegrad von 15-20 % ermitteln. Auf Standorten mit geringerer Wasserspeicherfähigkeit lagen die Feuchtegrade unter 10 %. Die Anzahl der Triebe betrug dort z.T. nur 1,2/Pflanze. Ohne Wasser passiert hier gar nichts mehr.

Für vitale Bestände hat jetzt oberste Priorität die letzten Blattetagen gesund zu erhalten. Weizen ist jetzt überwiegend im Stadium EC34/37 bzw. F-1. Nachdem in den letzten Wochen Pilzbefall aufgrund der Witterung kaum eine Rolle gespielt hat, muss jetzt kontrolliert werden.

Ab der kommenden Woche mit Erscheinen des Fahnenblattes sollten dann

  •  die Anzahl ährentragender Halme überprüft werden. Gerade auf leichteren Standorten muss die Ertragserwartung aufgrund zu geringer Bestandesdichte nach unten korrigiert werden,
  • das Wurzelwachstum kontrolliert werden– sind die Wurzeln tief genug, um eine ausreichende Wasserversorgung zu gewährleisten?
  • berechnet werden, ob abzüglich der bisherigen Düngergaben und nach Korrektur der Ertragserwartung überhaupt noch ein Düngungsbedarf gegeben ist.

Dann sollte eine Nitracheck- oder Chlorophyllmessung an der Pflanze durchgeführt werden. Wenn zu vermuten ist, dass eine hohe N- Nachlieferung aus der organischen Substanz des Bodens erfolgt, dann sollte auch eine Nmin-Schnellanalyse des Oberbodens erfolgen, um im Stadium 39 ggf. handlungsfähig zu sein.

Bohrstock 0-30 cm

Bodentemperatur

Rundbrief – 23. April 2020, Virtueller Feldrundgang

Geschrieben am 23.04.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

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Getreide:

Noch immer kein richtiges Wachstum, es ist viel zu trocken! Wir haben zwar noch einige Nitracheckmessungen gemacht, aber die N-Aufnahme bewegt sich zwischen Null und minimal. Bis zum nächsten Regen werden daher die Messungen eingestellt.Trockenriss im Weizen 2-2020-04-22 Trockenriss im Weizen-2020-04-22

In einigen Weizenbeständen macht sich der erste Gelbrost bemerkbar. Weizen ist in unserer Region im Stadium 32, früh gesäter Weizen erreicht schon Stadium 33.  Gerste schiebt das letzte Blatt.  Damit kann in der Gerste die Abschlussbehandlung gemacht werden. In Anbetracht der derzeitigen Trockenheit mit guter Durchlüftung und bei anhaltendem Ostwind braucht man sich jedoch nicht zu beeilen. Oft wurde wegen der Trockenheit auf den Einsatz von Wachstumsregler verzichtet. Ein Einsatz von Cerone sollte kurz vor dem Ährenschieben der Wintergerste erfolgen.

Noch einmal der Hinweis: Mit den anstehenden Pflanzenschutz- oder Einkürzungsmaßnahmen sollten Sie Spurenelemente ausbringen. Im Getreide sind das besonders Bor, Mangan und Zink. Zink hilft gegen physiologische Blattflecken, die besonders bei strahlungsreichen Tage und gestressten Pflanzen auftreten.  Diese Mikronährstoffe in Verbindung mit Bittersalz stärken die Pflanzen und können helfen, die nächsten trockenen Tage zu überstehen.

Der erste Mais läuft bereits auf, ebenso wie Körnerleguminosen. Körnerleguminosen lassen sich ab 4-5 cm Wuchshöhe auch gut striegeln. Das ist  in diesem Jahr eine gute Option, erst recht da die Bodenherbizide wegen der Trockenheit oft nicht ausreichend wirken.  Allerdings sollten Erbsen nicht mehr gestriegelt werden, wenn sie die ersten Ranken bilden. Planen Sie den Striegeleinsatz möglichst nachmittags, wenn der Turgor nachlässt und die Pflanzen biegsamer sind.

Erosionsschutz:

Im Nachgang zum letzten Rundbrief noch ein schönes Bild zum Erosionsschutz auf einem Rübenschlag.Erosionsschutzstreifen groß-verkleinertErosioschutzstreifen mit ZR

Gerade bei Rüben, Mais und Kartoffeln mit spätem Bestandesschluss ist die Erosionsgefahr besonders groß. Konservierende Bodenbearbeitung nach Zwischenfrüchten ist wichtig zur Erosionsminderung. Nach der Aussaat sollte auf nicht bestellten Rändern am Vorgewende bei den Kartoffeln und auf stark erosionsgefährdeten Standorten im Oberhangbereich, wo Erosion beginnt, möglichst entlang der Hangkonturen ca. 6-9 m breite Streifen mit Wintergerste gesät bzw. ausgestreut werden. Die Wintergerste bestockt sich nur und kann im derzeitigen Langtag keine Ähren bilden.  So kann wirkungsvoll der Erosion begegnet werden.

Rundbrief – 16. April 2020, Virtueller Feldrundgang

Geschrieben am 16.04.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

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Getreide:

Die Vermutung, dass das Getreide mit den ausbleibenden Nachtfrösten wieder ins Wachstum kommt trifft zu. Allerdings ist jetzt der limitierende Faktor die Feuchtigkeit.

Weizen ist in unserer Region im Stadium 30/31 früh gesäter Weizen erreicht schon fast Stadium 32. Gerste liegt in der Regle über Stadium 32.

Bei unseren Nitracheckmessungen vom 13.-15. April konnten wir feststellen, dass die Pflanzen wieder Stickstoff aufgenommen haben. Dieser Stickstoff kommt z.T. aus der ersten Gabe, z. T. aus der Bodennachlieferung. Aus der ersten Gabe vorzugsweise dort, wo stabilsierter N zur ersten Gabe eingesetzt wurde. In der Tabelle sind die Werte aufgeführt von Flächen, die im April zweimal untersucht wurden, so dass man sich ein besseres Bild verschaffen kann.

20200416_Rundbrief_Nitracheck

Die entscheidende Frage ist, wann und wieviel Regen es in den nächsten Tagen gibt. Aus Sicht des Wasserschutzes kann die Anschlussdüngung erst dann fallen, wenn ausreichend Regen in Sicht ist. Die Wetterprognosen sagen allerdings, dass wenn überhaupt, lediglich ein Schauer fällt. Sofern gedüngt werden soll, muss eine löffelweise Düngung mit nitrathaltigen Düngern erfolgen, die sofort von den Pflanzen verwertet werden können, wenn etwas Wasser in der Krume ist. Wenn es nicht regnet, können diese Gaben auf die Ährengabe angerechnet werden. Auf keinen Fall dürfen jetzt stabilisierte N-Dünger ausgebracht werden bzw. die Schossgabe mit der Qualitätsgabe zusammengefasst werden. Deren Stickstoff kommt zu spät, außerdem muss mit Ausgasungsverlusten gerechnet werden. Hoffen wir auf Regen! Was Sie tun können, ist dass Sie mit den anstehenden Pflanzenschutz- oder Einkürzungsmaßnahmen Spurenelemente ausbringen. Im Getreide sind das besonders Bor, Mangan und Zink. Zink hilft besonders gegen physiologische Blattflecken, die besonders bei strahlungsreichen Tage und gestressten Pflanzen auftreten. Diese Mikronährstoffe in Verbindung mit Bittersalz stärken die Pflanzen und können helfen, die nächsten trockenen Tage zu überstehen.

Erosionsschutz:

Kartoffeln sind bzw. werden noch gelegt, Mais gesät. Bis zum Bestandesschluss vergehen noch ein paar Wochen, weshalb gerade bei diesen Kulturen der Erosionsschutz wichtig ist. Konservierende Bodenbearbeitung nach Zwischenfrüchten ist bis zur Aussaat ein wesentlicher Faktor zur Erosionsminderung. Nach der Aussaat sollten nicht bestellte Ränder am Vorgewende bei den Kartoffeln und auf stark erosionsgefährdeten Standorten im Oberhangbereich, wo Erosion beginnt, möglichst entlang der Hangkonturen ca. 6-9 m breite Streifen mit Wintergerste gesät bzw. ausgestreut werden. Die Wintergerste bestockt sich nur und kann im derzeitigen Langtag keine Ähren bilden. So kann wirkungsvoll der Erosion begegnet werden.

Rundbrief – 09. April 2020, Virtueller Feldrundgang

Geschrieben am 09.04.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Klick auf die Grafiken zum anschauen! Der gesamte Beitrag als pdf zum Download: 2020_04-08-Rundbrief

Getreide:

Mit zunehmender Erwärmung und ausbleibenden Nachtfrösten kann das Getreide wieder wachsen.  In Abhängigkeit von Bestandesdichte und Entwicklungsstadium steht jetzt  oder in Kürze in den meisten Getreidebeständen die zweite Düngungsgabe an, sofern die erste Gabe nicht mit einem stabilisierten N-Dünger  ausgebracht wurde. Hoffen wir auf Regen! Da für die nächsten Tage keine nennenswerte Niederschläge gemeldet sind, sollten vorzugsweise nitrathaltige Dünger eingesetzt werden.

Weizen ist in unserer Region zwischen Stadium 27 und 30/31.  Spät gesäter Weizen hinkt deutlich hinterher. Gerste erscheint oft vom Wuchsbild weiter im Entwicklungsstadium als sie es tatsächlich ist. Erst nach Ostern wird Stadium 32 erreicht werden.

Bei unseren Nitracheckmessungen vom 6.-8. April  war der WWeizen überwiegend im Stadium 29/30. Nur wenige Bestände hatten schon die 31 erreicht.  Die gemessenen Werte variieren erheblich je nach Standort und bisheriger Düngung.  Stickstoff aus organischer Düngung oder stabilisierten Mineraldüngern konnte besonders bei Ausbringung nach Mitte März bislang keine Wirkung erzielen.

20200408_ RundbriefNitracheck

Die warme und strahlungsreiche Witterung wird die Wirkung von  Wachstumsreglern verstärken, so dass die Verringerung der Aufwandmengen geboten ist.  Wenn Bestände geschwächt sind, sollte derzeit kein oder nur sehr wenig Wachstumsregler verabreicht werden. Bei dünnen Beständen kann Mn-Blattdünger zur Vitalisierung ausgebracht werden.

Mais:

Zur Maisaussaat kann die Aussage des letzten Rundbriefs wiederholt werden: Wasser sparen bei der Bodenbearbeitung! Die derzeitigen Temperaturen sollten besonders in Kaltluftsenken nicht zu frühen Maisaussaaten führen. Frühsaaten sind immer gefährdeter! Schnelle Feldaufgänge  und zügiges Wachstum sind die beste Voraussetzung um Vogelfraß und Insekten zu überstehen.  Wenn es wirklich trocken bleibt, dürfen die Bestände nicht zu dicht sein.  Eine angepasste Aussaatstärke ist nur möglich, wenn ein zügiger Feldaufgang gewährleistet ist. Sofern eine Phosphordüngung zum Mais erforderlich ist, sollte wenn keine Unterfußdüngung erfolgt, das Phosphat in tiefere Bodenschichten eingebracht werden. Denn bei Trockenheit ist Phosphat im oberen Krumenbereich nur schlecht verfügbar.

Gerade bei reduzierter Bodenbearbeitung reichern sich die Nährstoffe wie Phosphor und Kali im oberen Krumenbereich an. Solche Standorte reagieren bei Trockenheit dann mit deutlichen Mangelsymptomen. Hohe Grundnährstoffversorgung im oberen Krumenbereich ist nur während der Jugendphase vorteilhaft. (Hinweis: Wenn Sie es genau wissen wollen, dann unterteilen Sie die Bodenproben für GN-Analysen in 0-15 cm und 15-30 cm).

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