Der Kiebitz

Geschrieben am 10.04.2019 | Kategorie(n) Allgemein, Beiträge

Text: Wolfgang Heimer, Bilder: Valentin Heimer

Noch Mitte des letzten Jahrhunderts bevorzugte der Kiebitz als Brut- und Rastplätze nasse und sumpfige Wiesen oder Weiden, Moore und Sümpfe. Parallel zur fortschreitenden Entwässerung dieser Feuchtgebiete besiedelten die etwa 30 cm großen Watvögel immer stärker auch Ackerflächen. Insbesondere Maisanbauflächen in den Auenlandschaften boten aufgrund des spät einsetzenden Wachstums scheinbar gute Brutplätze. Dies führte bis gegen Ende der siebziger Jahre zunächst zu einem Bestandsanstieg, so dass um 1979 ca. 200 Paare im Altkreis Dieburg brüteten. In der Folgezeit kam es aber zu einem dramatischen Bestandseinbruch. Dem Bodenbrüter wurde die Bodenbearbeitung der Ackerflächen während der Brutzeit von April-Juni allmählich zum Verhängnis. Nachgelege konnten in dem anschließend hoch aufgewachsenen Mais nicht mehr erfolgen. Hinzu kam ein stetiger Nahrungsmangel, seine Hauptnahrung Würmer und Insekten(-larven) nahmen durch die intensive Bewirtschaftung und die damit verbundenen Biozideinsätze kontinuierlich ab. Außerdem führen die Bejagung während des Zuges und in den Winterquartieren sowie die generelle Beunruhigung der Landschaft zu weiter anhaltenden Rückgängen im gesamten Mitteleuropa. Bei uns lassen derzeit nur noch 20-30 Paare ihre markanten Rufe während der Balzflüge vernehmen, meist in den letzten Feuchtwiesengebieten bzw. auf vernässten  Äckern.
Außerhalb der Brutzeit suchen Kiebitze bevorzugt Meeresküsten und Feuchtgebiete in Westeuropa, am Mittelmeer und in Nordafrika auf. Die ersten Vögel treffen bei uns meist im Februar ein und werden dann gelegentlich von späten Wintereinbrüchen überrascht. Schon ab Ende Juni sammeln sich Kiebitze zum allmählichen Abzug in die Winterquartiere. Einst wurden auch bei uns Zug- und Rasttrupps von über 1000 Kiebitzen gezählt, heute sind es meist unter hundert Vögel, die auf Feuchtwiesen oder freien Ackerflächen zu beobachten sind. Überwinterungsversuche sind in Hessen  große Ausnahmen.
Die Nester werden am Boden in Bereichen ohne Vegetation oder nur mit spärlichem Bewuchs und freier Sicht angelegt. Zu Büschen, Bäumen und anderen vertikalen Strukturen werden meist Abstände von deutlich mehr als 50 m eingehalten. Nur mit wenigen Halmen wird die Bodenmulde ausgekleidet, bevor meist im April/Mai die im Regelfall 4 kreiselförmigen Eier gelegt werden. Nach einer Bebrütungsdauer von ca. 4 Wochen schlüpfen die kleinen Jungen, die als typische Nestflüchter bald eigenständig auf Nahrungssuche gehen.

Wie können wir dem Kiebitz helfen?

  • Keine Bearbeitung von Feuchtwiesen von Mitte März bis Ende Juni
  • Keine Entwässerung oder Auffüllung vernässter Äcker in Auenbereichen und Überschwemmungs-gebieten
  • Melden Sie Kiebitzvorkommen zur Brutzeit an örtliche Vogelschützer oder die Naturschutzbehörden, Gelege können dann gesichert werden
  • Für Nutzungsausfälle wegen verspäteter oder gar ausfallender Einsaat, Bearbeitung oder Ernte können Entschädigungen gezahlt werde

Kiebitz 1 Kiebitz

Die Goldammer

Geschrieben am 13.03.2019 | Kategorie(n) Allgemein, Beiträge

Text: Wolfgang Heimer, Bilder: Valentin Heimer

Die Goldammer besiedelt bevorzugt halboffene bis offene Landschaften. Wo in unserer Kulturlandschaft Büsche, Hecken und (Obst-)Bäume wachsen, an Waldrändern und Lichtungen, Feldgehölzen und Baumreihen lässt die Goldammer von der Spitze der Gehölze ihren markanten Gesang erklingen. Auch Brachen und Säume werden gerne als Lebensräume genutzt. Hier baut sie ihr einfaches Nest aus Grashalmen und Blättern in der bodennahen Vegetation bis in maximal etwa 4 m Höhe. Ab April werden dann 4-5 Eier gelegt. Meist finden zwei Bruten im Jahr statt. Beide Elternteile füttern die Jungvögel mit Insekten, Spinnen und anderen Kleintieren.

In unseren Breiten schließen sich die Goldammern im Herbst meist zu mehr oder weniger großen Schwärmen zusammen, gelegentlich auch in Vergesellschaftung mit Finken und Sperlingen. Diese sind dann oft in der Agrarlandschaft bei der Nahrungssuche anzutreffen. In den Wintermonaten ernähren sich die Vögel überwiegend von Sämereien auf Brach- und Blühflächen sowie insbesondere von Getreide auf Stoppelfeldern. Dies führte in der Vergangenheit dazu, dass Goldammern regelmäßig Stellen mit Druschabfällen bei Scheunen und Bauernhöfen aufsuchten – derartige Stellen sind im Zuge der modernen Landwirtschaft selten geworden.

Noch vor wenigen Jahren war dieser nur sperlingsgroße Singvogel bei uns nicht gefährdet. Jüngste Erhebungen deuten jedoch auch bei dieser Vogelart auf beachtliche Bestandseinbußen hin. Dies gilt sowohl für die Brutbestände als auch für die Größe und Häufigkeit der Wintertrupps.

Wie können wir der Goldammer helfen?

  • Artenreiche Blühstreifen sind besonders effektiv, wenn sie möglichst breit (mehr als zehn Meter) oder unregelmäßig verteilt sind.
  • Stehenlassen von Stoppelfeldern oder Zwischenfruchtanbau über den Winter.
  • Erhalt von Altgrasstreifen an Wegrändern, Böschungen, Gräben und Parzellengrenzen.
  • Keine Pflegearbeiten wie Mulchen etc. von Wegrändern, Blühflächen, Altgrasstreifen in der Zeit von  März bis Ende Juli.
  • Anpflanzung von Hecken und Baumreihen oder Baumgruppen an geeigneten Stellen.
  • Druschabfälle in der Landschaft belassen.
    Goldammer

    Goldammer

    Goldammer beim Gesang

    Goldammer beim Gesang

Die Rapsaussaat steht an und wirft Fragen auf:

Geschrieben am 16.08.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Bodenbearbeitung?

Die Kunst wird in diesem Jahr darin bestehen, das Rapskorn in einem halbwegs feuchten Saathorizont abzulegen. Das bedeutet, dass jegliche Bodenbearbeitung wirklich unmittelbar vor der Saat erfolgen muss, um ein weiteres Austrocknen zu verhinden. Zügiges Anwalzen ist nötig ( keine Bodenbearbeitung in der Mittagshitze, ggfs. Nachts fahren). Eine hervorragende Aussaattechnik mit exakter Ablage ist in diesem Jahr wichtiger denn je. Im Reinheimer Hügelland wurden sehr gute Erfahrungen mit Einzelkornablage durch das Rübensägerät des MBLV-Südhessen gemacht. Wenn Sie das Gerät nutzen möchten, setzen Sie sich mit der Geschäftsstelle des MBLV in Verbindung. Das Rapskorn braucht nur vergleichsweise wenig Feuchtigkeit zum Keimen. Die jungen Pflanzen können sich aber nicht lange aus dem Korn ernähren. Sofern die kommenden Tage wieder heiß werden, warten Sie lieber mit der Aussaat.  Die Bodenfeuchtigkeit ist bescheiden, einmal abgesehen von den wenigen Standorten, auf denen die wenigen Schauer/Gewitter der letzten Tage in ausreichenden Mengen niedergefallen sind. In Anbetracht der aufgeheizten Böden ist mit einer extrem schnellen Entwicklung der Rapssaaten zu rechnen (sofern das Wasser ausreicht). Das bedeutet, dass die Rapsaussaat beruhigt nach hinten verschoben werden kann.

Noch ein weiteres Problem bringt die Trockenheit mit sich, nämlich dass nicht abgebaute Herbizide (Sulfonylharnstoffe) zu Problemen führen können. Es ist noch genug Zeit einen Senf- oder Rapstest durchzuführen: aus behandelten Flächen werden Bodenproben aus den ersten 10 cm entnommen, diese in Blumentöpfe füllen und  Senf oder Raps einsäen, feucht halten (!).  Nach dem Keimen ist zu beobachten, ob die Pflanzen in der Lage sind Laubblätter zu bilden, Falls es Schwierigkeiten gibt muss der Boden vor der Saat gut durchmischt werden.

Düngung?

Die Nacherntebeprobung nach Getreide (Wintergerste, Weizen) haben bislang moderate, d.h. keine überhöhten Werte ergeben. Wintergerste und Weizen haben auf den besseren Standorten meist durchschnittliche Erträge geliefert. Relevante Ertragseinbußen wurden vor allem auf flachgründigeren Standorten festgestellt. Lediglich nach Raps wurden erhöhte Nmin-Werte ermittelt, die aber überwiegend aus den Mindererträgen aufgrund der physiologischen Knospenwelke resultieren. Nennenswerte N-Freisetzungen hat es bis jetzt noch nicht gegeben. Das verwundert nicht, denn  bei der Trockenheit kann der Boden keinen Stickstoff freisetzen.

Bodenschicht: 0-90 cm Bodenschicht: 0-30 cm

 Raps (n=6)

 57

 46

 WG (n=25)

 35

 27

WW (n=45)

35

28

Nmin nach Ernte 2018 (kg NO3-N/ha)

Warme Böden bedeuten aber auch, dass bei Niederschlägen im Spätsommer und Herbst mit einer explosionsartigen N-Mineralisation zu rechnen ist. Eine Herbstdüngung von Raps- oder Wintergerste ist nicht  nötig. Falls dennoch zum Raps  Gülle oder Gärsubstrat ausgebracht wird, muss diese Startgabe  bei der Düngebedarfsermittlung für Raps im kommenden Frühjahr voll angerechnet werden. Nur wenn die N-Aufnahme im Herbst exakt über Frischsubstanz-Wiegung oder Raps-Scannern bestimmt wurde, kann im Frühjahr mit den obligatorischen DÜV-Werten von 10 % gerechnet werden, ansonsten gilt die höhere Anrechnung.

 

(16.08.2018-AGGL

Was tun bei Hitze und Trockenheit?

Geschrieben am 07.08.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Stoppelbearbeitung?

Zwar wurden einige Flächen mit viel Maschinenpower gegrubbt oder gescheibt, jedoch ist aufgelaufenes Ausfallgetreide nirgendwo zu sehen. Nach wie vor ist es viel zu trocken, um eine effektive Stoppelbearbeitung durchzuführen. Bei Ausfallgetreide und –raps lautet derzeit die Devise, den Samen in Kontakt mit dem Boden zu bringen, damit er, wenn es endlich einmal regnen sollte, zu einer zügigen Keimung kommen kann. Bodenfeuchte und Taubildung reichen bei den derzeitigen Temperaturen für eine Keiminduktion nicht aus. Das bedeutet, dass mit Strohstriegeln der Boden aufgeraut werden muss. Bei Raps können auch Walzen eingesetzt werden. Auf keinen Fall dürfen Ausfallgetreide und-raps in tiefere Bodenschichten vergraben werden, da dies die sekundäre Keimruhe nur noch verlängern wird. Ausfallraps braucht für die Keimung Feuchtigkeit und Licht! Eine Bodenbearbeitung mit Einmischung von Samen kann erst erfolgen, wenn die Samen Licht und Feuchtigkeit aufgenommen haben.

Schläge, auf denen im Frühjahr Strukturschäden festzustellen waren, können gegebenenfalls jetzt eine Tiefenlockerung erhalten. Aber beachten Sie, dass eine Tiefenlockerung nur dann wirksam ist, wenn eine Stabilisierung der geschaffenen Makroporen durch Lebendverbauung erfolgt. Das ist nur durch Zwischenfruchtanbau oder nachfolgendem Rapsanbau möglich. Lockern Sie nur, mischen Sie nicht den Oberboden mit dem Unterboden. Das senkt die Regenverdaulichkeit bei den zu erwartenden Starkniederschlägen. Ein gemischter Boden muss sich erst setzen und Struktur ausbilden. Vielleicht kommt ja alles ganz anders, als wir es befürchten, aber die Wahrscheinlichkeit für einen ergiebigen Landregen ist deutlich geringer als die Wahrscheinlichkeit eines heftigen Gewitters. Erosion braucht niemand!

 

Mais jetzt ernten?

Die bislang (wenn überhaupt) gefallenen Niederschlägen haben den gestressten Beständen nur wenig Linderung gebracht. Besonders leidet der Mais. Selbst auf den besseren Lössstandorten sterben die unteren Blattetagen ab. Immerhin kann auf den tiefgründigen Standorten noch Wasser aus den unteren Bodenschichten aufgenommen werden, allerdings werden die im Oberboden liegenden Nährstoffe nicht mehr verwertet, stattdessen werden Nährstoffe in die oberen Blattetagen umgelagert. Noch schlimmer ist es auf flachgründigen Standorten. Unter Trockenstress werden Kolbenanlagen reduziert. Auf einigen Standorten steht Mais fast ohne Kolben. Es stellt sich die Frage, nach einer vorzeitigen Ernte. Kolbenloser Mais sollte mit einer TS von 24-26 % siliert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass extrem kurz gehäckselt wird, damit eine ausreichende Verdichtung gewährleistet ist. Die Vergärung sollte kein Problem sein, denn es gibt zwar kaum Stärke, aber ausreichend Zucker in den Pflanzen. Allerdings ist bei vorgezogener Ernte mit Sickersaftbildung zu rechnen. Dieser muss aufgefangen werden. Grassilage oder Stroh als unterste Lage unter dem Haufen kann helfen Wenn Totalausfälle nur auf wenigen Flächen zu erwarten sind, sollten diese Flächen mit dem übrigen Mais siliert werden. –  Es gibt keine Patentrezepte. Besprechen Sie betrieb- und schlagbezogene Lösungen mit Ihrem Fütterungsberater.

Als Folge der derzeitigen Trockenheit sind in diesem Jahr deutlich erhöhte Nitratwerte, besonders nach Mais zu erwarten. Nach einer frühen Ernte bietet sich auch hier die Einsaat von Zwischenfrüchten an. Bitte sprechen Sie uns an, denn im Rahmen von WSG-Kooperationen können wir den Kooperationspartnern Saatgut kostenlos zur Verfügung stellen. In einigen Kooperationen gibt es auch einen Zuschuss zu den Maschinenkosten.

 

Futterzwischenfrüchte?

Da wir noch vergleichsweise früh im Jahr sind und Futterengpässe bei den Futterbaubetrieben sich abzeichnen, können auf tiefgründigeren Standorten oder bei besseren/nasseren Witterungsaussichten Futterzwischenfrüchte oder Zweitfrüchte angebaut werden. Eine im August gesäte Sommertriticale kann noch als Ganzpflanzensilage genutzt werden. Körnerhirse eignen sich nur für Biogasanlagen, da sie Blausäure enthalten und nicht für die Fütterung geeignet sind. Sofern eine Nutzung im Herbst stattfinden soll, muss eine reguläre Düngebedarfsermittlung vor der Ausbringung von N- oder P-haltigen Düngern durchgeführt werden. Bitte sprechen Sie uns auf Nmin-Referenzwerte aus Nacherntebeprobungen an. Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe der Woche weitere Ergebnisse erhalten werden.

Das ist bei einer Herbstdüngung zu beachten

Geschrieben am 12.07.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Düngemittel mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff dürfen auf Ackerland nach Ernte der Hauptfrucht bis einschließlich 31. Januar nicht aufgebracht werden. Nach Getreidevorfrucht sind die Kulturen Winterraps, Zwischenfrüchte vor Sommerungen, Ackerfutter und Wintergerste in Abhängigkeit vom Aussaattermin von dieser Regelung ausgenommen.  Eine Strohausgleichsdüngung ist nicht zulässig! Wintergerste darf in Wasserschutzgebieten im Herbst nicht gedüngt werden. Prinzipiell stellt sich immer die Frage, ob eine Herbstdüngung sinnvoll ist. Bitte beachten Sie, dass bei Mindererträgen des zuvor geernteten Wintergetreides ein N-Überhang besteht, so dass eine Herbstdüngung von Gerste, Raps oder Zwischenfrucht zur Bestandsetablierung nicht notwendig ist. Die Wintergerste hat in diesem Jahr eher normale Erträge erzielt. Erste Nacherntebeprobung von 16 (Teil-)Flächen ergaben einen mittleren Nmin-Wert von 29 kg NO3-N/ha in 0-90 cm (Schichten 0-30 cm = 22 kg Nmin, 30-60 cm = 4 kg Nmin, 60-90 cm = 3 kg Nmin).

N-Düngebedarfsermittlung-2018

Vor der Ausbringung von stickstoffhaltigen Düngemitteln muss eine verbindliche schlagbezogene Bedarfsermittlung erfolgen. Weitere Informationen, sowie eine Planungs- und Dokumentationshilfe finden Sie hier im Anhang  Formblatt_ Düngebedarf_Herbst 2018. Für die vereinfachte Bedarfsermittlung im Herbst benötige Sie derzeit keine Nmin-Analyse, es sei denn, es wird eine Zweitfrucht (Ernte in diesem Jahr) angebaut!

Sofern Feldfutter oder Zwischenfrüchte im Herbst genutzt werden, ist die 30/60 kg NH4/N-Regelung nicht bindend. Es gilt der Bedarf, der sich nach der realistischen Ertragserwartung richtet. Gleiches gilt auch für Zweitfrüchte. Hier ist eine Düngebedarfsermittlung durchzuführen.

Triticale oder Grünroggen gelten in Hinblick auf die Herbstdüngung nicht als Feldfutter, auch wenn sie zur GPS-Gewinnung im Frühjahr genutzt werden sollen.

Grünland darf bis zum 31. Oktober gedüngt werden. Es ist aber darauf zu achten, dass der im Frühjahr errechnete Düngebedarf (Maximalwert!) nicht überschritten wird.

Die Kernsperrfrist beginnt für die oben genannten Kulturen prinzipiell am 1. Oktober, ausgenommen ist Festmist von Huf-oder Klauentieren und  Kompost. Für Schweine-, Rinder-, Pferdemist und Kompost beginnt die Kernsperrfrist  am 15. Dezember!

Sperrzeiten-Herbst_NDg-2018

Achten Sie darauf, dass Zwischenfrüchte rechtzeitig gesät werden, damit wirklich ein Bedarf vorhanden ist. Gerade Mischungen mit einem geringen Cruciferenanteil oder Nicht-Crucifere- Reinsaaten eignen sich gut für zeitige Aussaaten. Zwischenfrüchte können nach fast allen Getreidearten direkt nach der Ernte eingesät werden, nur nach Gerste ist eine Stoppelbearbeitung nach der Ernte und eine zweite Stoppelbearbeitung  vor der ZF-Aussaat erforderlich, da die Ausfallgerste für die ZF-Ansaat eine zu hohe Konkurrenz darstellt. Zwischenfrüchte vor Wintergetreide dürfen nicht gedüngt werden, da die Wachstumszeit zu kurz ist um einen nennenswerten Bedarf zu erzeugen. Damit die eingearbeiteten Zwischenfrüchte nicht zu schnell mineralisieren, sind sie erst einzuarbeiten, wenn die Bodentemperatur < 8 ° C beträgt.

Für Zwischenfrüchte, die im Rahmen von HALM oder Greening angebaut werden gelten unterschiedliche Vorgaben. Greening-Zwischenfrüchte dürfen nicht mit Klärschlamm oder Mineraldüngern gedüngt werden. Sofern ein Nährstoffbedarf besteht können Gülle oder Gärsubstrat für Zwischenfrüchte als Gabe von 30 kg NH4-N bzw. 60 kg Gesamt-N/ha vor der Saat ausgebracht und eingearbeitet oder in den stehenden Bestand gedüngt werden.

In den Wasserschutzgebieten können weitere zeitliche und mengenmäßige Beschränkungen gelten. Bitte beachten Sie dazu die Kooperationsverträge.

Sie können sich hier den Artikel herunterladen. Rundbrief_Herbstdüngung

 

 

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