Die Rapsaussaat steht an und wirft Fragen auf:

Geschrieben am 16.08.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Bodenbearbeitung?

Die Kunst wird in diesem Jahr darin bestehen, das Rapskorn in einem halbwegs feuchten Saathorizont abzulegen. Das bedeutet, dass jegliche Bodenbearbeitung wirklich unmittelbar vor der Saat erfolgen muss, um ein weiteres Austrocknen zu verhinden. Zügiges Anwalzen ist nötig ( keine Bodenbearbeitung in der Mittagshitze, ggfs. Nachts fahren). Eine hervorragende Aussaattechnik mit exakter Ablage ist in diesem Jahr wichtiger denn je. Im Reinheimer Hügelland wurden sehr gute Erfahrungen mit Einzelkornablage durch das Rübensägerät des MBLV-Südhessen gemacht. Wenn Sie das Gerät nutzen möchten, setzen Sie sich mit der Geschäftsstelle des MBLV in Verbindung. Das Rapskorn braucht nur vergleichsweise wenig Feuchtigkeit zum Keimen. Die jungen Pflanzen können sich aber nicht lange aus dem Korn ernähren. Sofern die kommenden Tage wieder heiß werden, warten Sie lieber mit der Aussaat.  Die Bodenfeuchtigkeit ist bescheiden, einmal abgesehen von den wenigen Standorten, auf denen die wenigen Schauer/Gewitter der letzten Tage in ausreichenden Mengen niedergefallen sind. In Anbetracht der aufgeheizten Böden ist mit einer extrem schnellen Entwicklung der Rapssaaten zu rechnen (sofern das Wasser ausreicht). Das bedeutet, dass die Rapsaussaat beruhigt nach hinten verschoben werden kann.

Noch ein weiteres Problem bringt die Trockenheit mit sich, nämlich dass nicht abgebaute Herbizide (Sulfonylharnstoffe) zu Problemen führen können. Es ist noch genug Zeit einen Senf- oder Rapstest durchzuführen: aus behandelten Flächen werden Bodenproben aus den ersten 10 cm entnommen, diese in Blumentöpfe füllen und  Senf oder Raps einsäen, feucht halten (!).  Nach dem Keimen ist zu beobachten, ob die Pflanzen in der Lage sind Laubblätter zu bilden, Falls es Schwierigkeiten gibt muss der Boden vor der Saat gut durchmischt werden.

Düngung?

Die Nacherntebeprobung nach Getreide (Wintergerste, Weizen) haben bislang moderate, d.h. keine überhöhten Werte ergeben. Wintergerste und Weizen haben auf den besseren Standorten meist durchschnittliche Erträge geliefert. Relevante Ertragseinbußen wurden vor allem auf flachgründigeren Standorten festgestellt. Lediglich nach Raps wurden erhöhte Nmin-Werte ermittelt, die aber überwiegend aus den Mindererträgen aufgrund der physiologischen Knospenwelke resultieren. Nennenswerte N-Freisetzungen hat es bis jetzt noch nicht gegeben. Das verwundert nicht, denn  bei der Trockenheit kann der Boden keinen Stickstoff freisetzen.

Bodenschicht: 0-90 cm Bodenschicht: 0-30 cm

 Raps (n=6)

 57

 46

 WG (n=25)

 35

 27

WW (n=45)

35

28

Nmin nach Ernte 2018 (kg NO3-N/ha)

Warme Böden bedeuten aber auch, dass bei Niederschlägen im Spätsommer und Herbst mit einer explosionsartigen N-Mineralisation zu rechnen ist. Eine Herbstdüngung von Raps- oder Wintergerste ist nicht  nötig. Falls dennoch zum Raps  Gülle oder Gärsubstrat ausgebracht wird, muss diese Startgabe  bei der Düngebedarfsermittlung für Raps im kommenden Frühjahr voll angerechnet werden. Nur wenn die N-Aufnahme im Herbst exakt über Frischsubstanz-Wiegung oder Raps-Scannern bestimmt wurde, kann im Frühjahr mit den obligatorischen DÜV-Werten von 10 % gerechnet werden, ansonsten gilt die höhere Anrechnung.

 

(16.08.2018-AGGL

Was tun bei Hitze und Trockenheit?

Geschrieben am 07.08.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Stoppelbearbeitung?

Zwar wurden einige Flächen mit viel Maschinenpower gegrubbt oder gescheibt, jedoch ist aufgelaufenes Ausfallgetreide nirgendwo zu sehen. Nach wie vor ist es viel zu trocken, um eine effektive Stoppelbearbeitung durchzuführen. Bei Ausfallgetreide und –raps lautet derzeit die Devise, den Samen in Kontakt mit dem Boden zu bringen, damit er, wenn es endlich einmal regnen sollte, zu einer zügigen Keimung kommen kann. Bodenfeuchte und Taubildung reichen bei den derzeitigen Temperaturen für eine Keiminduktion nicht aus. Das bedeutet, dass mit Strohstriegeln der Boden aufgeraut werden muss. Bei Raps können auch Walzen eingesetzt werden. Auf keinen Fall dürfen Ausfallgetreide und-raps in tiefere Bodenschichten vergraben werden, da dies die sekundäre Keimruhe nur noch verlängern wird. Ausfallraps braucht für die Keimung Feuchtigkeit und Licht! Eine Bodenbearbeitung mit Einmischung von Samen kann erst erfolgen, wenn die Samen Licht und Feuchtigkeit aufgenommen haben.

Schläge, auf denen im Frühjahr Strukturschäden festzustellen waren, können gegebenenfalls jetzt eine Tiefenlockerung erhalten. Aber beachten Sie, dass eine Tiefenlockerung nur dann wirksam ist, wenn eine Stabilisierung der geschaffenen Makroporen durch Lebendverbauung erfolgt. Das ist nur durch Zwischenfruchtanbau oder nachfolgendem Rapsanbau möglich. Lockern Sie nur, mischen Sie nicht den Oberboden mit dem Unterboden. Das senkt die Regenverdaulichkeit bei den zu erwartenden Starkniederschlägen. Ein gemischter Boden muss sich erst setzen und Struktur ausbilden. Vielleicht kommt ja alles ganz anders, als wir es befürchten, aber die Wahrscheinlichkeit für einen ergiebigen Landregen ist deutlich geringer als die Wahrscheinlichkeit eines heftigen Gewitters. Erosion braucht niemand!

 

Mais jetzt ernten?

Die bislang (wenn überhaupt) gefallenen Niederschlägen haben den gestressten Beständen nur wenig Linderung gebracht. Besonders leidet der Mais. Selbst auf den besseren Lössstandorten sterben die unteren Blattetagen ab. Immerhin kann auf den tiefgründigen Standorten noch Wasser aus den unteren Bodenschichten aufgenommen werden, allerdings werden die im Oberboden liegenden Nährstoffe nicht mehr verwertet, stattdessen werden Nährstoffe in die oberen Blattetagen umgelagert. Noch schlimmer ist es auf flachgründigen Standorten. Unter Trockenstress werden Kolbenanlagen reduziert. Auf einigen Standorten steht Mais fast ohne Kolben. Es stellt sich die Frage, nach einer vorzeitigen Ernte. Kolbenloser Mais sollte mit einer TS von 24-26 % siliert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass extrem kurz gehäckselt wird, damit eine ausreichende Verdichtung gewährleistet ist. Die Vergärung sollte kein Problem sein, denn es gibt zwar kaum Stärke, aber ausreichend Zucker in den Pflanzen. Allerdings ist bei vorgezogener Ernte mit Sickersaftbildung zu rechnen. Dieser muss aufgefangen werden. Grassilage oder Stroh als unterste Lage unter dem Haufen kann helfen Wenn Totalausfälle nur auf wenigen Flächen zu erwarten sind, sollten diese Flächen mit dem übrigen Mais siliert werden. –  Es gibt keine Patentrezepte. Besprechen Sie betrieb- und schlagbezogene Lösungen mit Ihrem Fütterungsberater.

Als Folge der derzeitigen Trockenheit sind in diesem Jahr deutlich erhöhte Nitratwerte, besonders nach Mais zu erwarten. Nach einer frühen Ernte bietet sich auch hier die Einsaat von Zwischenfrüchten an. Bitte sprechen Sie uns an, denn im Rahmen von WSG-Kooperationen können wir den Kooperationspartnern Saatgut kostenlos zur Verfügung stellen. In einigen Kooperationen gibt es auch einen Zuschuss zu den Maschinenkosten.

 

Futterzwischenfrüchte?

Da wir noch vergleichsweise früh im Jahr sind und Futterengpässe bei den Futterbaubetrieben sich abzeichnen, können auf tiefgründigeren Standorten oder bei besseren/nasseren Witterungsaussichten Futterzwischenfrüchte oder Zweitfrüchte angebaut werden. Eine im August gesäte Sommertriticale kann noch als Ganzpflanzensilage genutzt werden. Körnerhirse eignen sich nur für Biogasanlagen, da sie Blausäure enthalten und nicht für die Fütterung geeignet sind. Sofern eine Nutzung im Herbst stattfinden soll, muss eine reguläre Düngebedarfsermittlung vor der Ausbringung von N- oder P-haltigen Düngern durchgeführt werden. Bitte sprechen Sie uns auf Nmin-Referenzwerte aus Nacherntebeprobungen an. Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe der Woche weitere Ergebnisse erhalten werden.

Das ist bei einer Herbstdüngung zu beachten

Geschrieben am 12.07.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Düngemittel mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff dürfen auf Ackerland nach Ernte der Hauptfrucht bis einschließlich 31. Januar nicht aufgebracht werden. Nach Getreidevorfrucht sind die Kulturen Winterraps, Zwischenfrüchte vor Sommerungen, Ackerfutter und Wintergerste in Abhängigkeit vom Aussaattermin von dieser Regelung ausgenommen.  Eine Strohausgleichsdüngung ist nicht zulässig! Wintergerste darf in Wasserschutzgebieten im Herbst nicht gedüngt werden. Prinzipiell stellt sich immer die Frage, ob eine Herbstdüngung sinnvoll ist. Bitte beachten Sie, dass bei Mindererträgen des zuvor geernteten Wintergetreides ein N-Überhang besteht, so dass eine Herbstdüngung von Gerste, Raps oder Zwischenfrucht zur Bestandsetablierung nicht notwendig ist. Die Wintergerste hat in diesem Jahr eher normale Erträge erzielt. Erste Nacherntebeprobung von 16 (Teil-)Flächen ergaben einen mittleren Nmin-Wert von 29 kg NO3-N/ha in 0-90 cm (Schichten 0-30 cm = 22 kg Nmin, 30-60 cm = 4 kg Nmin, 60-90 cm = 3 kg Nmin).

N-Düngebedarfsermittlung-2018

Vor der Ausbringung von stickstoffhaltigen Düngemitteln muss eine verbindliche schlagbezogene Bedarfsermittlung erfolgen. Weitere Informationen, sowie eine Planungs- und Dokumentationshilfe finden Sie hier im Anhang  Formblatt_ Düngebedarf_Herbst 2018. Für die vereinfachte Bedarfsermittlung im Herbst benötige Sie derzeit keine Nmin-Analyse, es sei denn, es wird eine Zweitfrucht (Ernte in diesem Jahr) angebaut!

Sofern Feldfutter oder Zwischenfrüchte im Herbst genutzt werden, ist die 30/60 kg NH4/N-Regelung nicht bindend. Es gilt der Bedarf, der sich nach der realistischen Ertragserwartung richtet. Gleiches gilt auch für Zweitfrüchte. Hier ist eine Düngebedarfsermittlung durchzuführen.

Triticale oder Grünroggen gelten in Hinblick auf die Herbstdüngung nicht als Feldfutter, auch wenn sie zur GPS-Gewinnung im Frühjahr genutzt werden sollen.

Grünland darf bis zum 31. Oktober gedüngt werden. Es ist aber darauf zu achten, dass der im Frühjahr errechnete Düngebedarf (Maximalwert!) nicht überschritten wird.

Die Kernsperrfrist beginnt für die oben genannten Kulturen prinzipiell am 1. Oktober, ausgenommen ist Festmist von Huf-oder Klauentieren und  Kompost. Für Schweine-, Rinder-, Pferdemist und Kompost beginnt die Kernsperrfrist  am 15. Dezember!

Sperrzeiten-Herbst_NDg-2018

Achten Sie darauf, dass Zwischenfrüchte rechtzeitig gesät werden, damit wirklich ein Bedarf vorhanden ist. Gerade Mischungen mit einem geringen Cruciferenanteil oder Nicht-Crucifere- Reinsaaten eignen sich gut für zeitige Aussaaten. Zwischenfrüchte können nach fast allen Getreidearten direkt nach der Ernte eingesät werden, nur nach Gerste ist eine Stoppelbearbeitung nach der Ernte und eine zweite Stoppelbearbeitung  vor der ZF-Aussaat erforderlich, da die Ausfallgerste für die ZF-Ansaat eine zu hohe Konkurrenz darstellt. Zwischenfrüchte vor Wintergetreide dürfen nicht gedüngt werden, da die Wachstumszeit zu kurz ist um einen nennenswerten Bedarf zu erzeugen. Damit die eingearbeiteten Zwischenfrüchte nicht zu schnell mineralisieren, sind sie erst einzuarbeiten, wenn die Bodentemperatur < 8 ° C beträgt.

Für Zwischenfrüchte, die im Rahmen von HALM oder Greening angebaut werden gelten unterschiedliche Vorgaben. Greening-Zwischenfrüchte dürfen nicht mit Klärschlamm oder Mineraldüngern gedüngt werden. Sofern ein Nährstoffbedarf besteht können Gülle oder Gärsubstrat für Zwischenfrüchte als Gabe von 30 kg NH4-N bzw. 60 kg Gesamt-N/ha vor der Saat ausgebracht und eingearbeitet oder in den stehenden Bestand gedüngt werden.

In den Wasserschutzgebieten können weitere zeitliche und mengenmäßige Beschränkungen gelten. Bitte beachten Sie dazu die Kooperationsverträge.

Sie können sich hier den Artikel herunterladen. Rundbrief_Herbstdüngung

 

 

Rundschreiben zur Ernte und Informationen zum Zwischenfruchtanbau

Geschrieben am 22.06.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

Vereinzelt ist schon Wintergerste gedroschen.

Im Rundschreiben zur Ernte finden Sie Hinweise zur Stoppelbearbeitung, Zwischenfruchtanbau und Düngung.

Auch in diesem Jahr wollen wir auf ausgewählten Flächen wieder Ertragserfassungen vornehmen.

Unsere mobile Achslastwaage kann während der Ernte (und darüber hinaus) angefordert werden.

Für Fragen und Anregungen stehen wir gerne jederzeit zur Verfügung.

Eine erfolgreiche Erntesaison 2018 wünscht Ihnen

Ihr AGGL Team

Rundschreiben zur Ernte

Zwischenfrüchte Sortenwahl und Infos

Düngungsempfehlung Mais und Kartoffeln – Reinheimer Hügelland

Geschrieben am 19.04.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Über folgenden Link kann die Düngungsempfehlung Mais und Kartoffeln für das Gebiet Reinheimer Hügelland geöffnet werden:
Rundbrief Mais und Kartoffeln

Seite 1 von 812345...Letzte »