Der Fasan – Text und Bilder von Wolfgang Heimer

Geschrieben am 10.09.2019 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

 

Der Fasan besiedelt halboffene Landschaften, lichte Wälder mit Unterwuchs oder schilfbestandene Feuchtgebiete, die ihm gute Deckung und offene Flächen zur Nahrungssuche bieten. In Europa findet man ihn häufig in der Kulturlandschaft. Eine weitere Voraussetzung ist das Vorhandensein von Trinkwasser: Er ernährt sich zumeist von pflanzlicher Nahrung wie Sämereien und Beeren, aber auch von Insekten und anderen Kleintieren. Lediglich in den ersten vier Lebenswochen besteht die Nahrung überwiegend aus Insekten, danach nimmt der Anteil der tierischen Nahrung stark ab. Der Fasan überwintert zumeist in den Brutgebieten. Bisweilen weicht er im Winter über kurze Strecken in mehr Deckung oder Nahrung bietende Lebensräume aus. Im Winter schneereiche Gebiete werden gemieden, was oft die Höhenverbreitung limitiert. Im Sommer begnügt sich die Art teils auch mit notdürftiger oder kleinräumiger Deckung; im Winter muss diese auch bei strenger Witterung genügend Schutz bieten.

Ist der Fasan zur Brutzeit territorial, so lebt er im Winterhalbjahr in kleinen oder größeren Gesellschaften, die nicht selten nur aus Vögeln gleichen Geschlechts bestehen. Zur Brutzeit lebt ein Hahn meist mit ein bis zwei Hennen zusammen. Die Fortpflanzungszeit liegt im gesamten natürlichen Verbreitungsgebiet mit leichten witterungsbedingten Verschiebungen zwischen März und Juni. In Mitteleuropa beginnt sie ab Mitte März und ist meist gegen Ende Mai oder Anfang Juni abgeschlossen. Es findet nur eine Jahresbrut statt. Bei Gelegeverlust kommt es aber bis zu zwei Mal zu Nachgelegen, so dass späte Bruten im August und September nicht selten sind. Die Nestmulde ist entweder schon vorhanden oder wird vom Weibchen ausgescharrt und höchstens mit einigen spärlichen Halmen, Wurzeln oder Reisern ausgekleidet. Sie befindet sich meist auf dem Boden und ist von der Krautschicht gut gedeckt. Oft werden Nester am Rande von Dickichten oder Hecken angelegt. Die Bebrütung beginnt nach Ablage des letzten Eies oder 1 bis 2 Tage später. Sie dauert etwa 23 Tage, bei häufigen Störungen auch länger. Junge Fasanen sind Nestflüchter, die nach dem Schlüpfen nur wenige Stunden zum Trocknen im Nest bleiben, dann der Henne folgen und in deren Nähe eigenständig ihre Nahrung suchen. Sie sind mit 10–12 Tagen flugfähig.

Die natürliche Verbreitung des Fasans erstreckt sich durch den Süden der Zentral- und Ostpaläarktis sowie über Teile der Orientalischen Region. Zudem wurde die Art in vielen Teilen der Welt mit unterschiedlichem Erfolg eingebürgert. Heute besiedelt sie große Teile Europas. Die Bestände unterliegen hier aber häufig großen Schwankungen und können in ungünstigen Lagen meist nicht auf Dauer ohne Aussetzungen von Zuchtvögeln und Winterfütterungen überleben. In jüngster Zeit sind auch bei uns die Bestände deutlich rückläufig.

Wie können wir dem Fasan helfen?

  • Blühstreifen bilden eine wichtige Grundlage für den Schutz von Fasanen.
  • Wichtig sind aber auch die Erhaltung von Brachstreifen, der Verzicht auf das Mulchen von Graswegen und Ackerrändern in der Zeit von April bis Ende Juni.
  • Ruhezonen und ungestörte Bereiche sind während der Brutzeit für die Bodenbrüter sehr wichtig! Deshalb sind Hunde anzuleinen und bitte meiden sie Graswege mit hohem Bewuchs bei ihren SpaziergängenSeptember Fasan 1

September Fasan 2

Informationen aus der Landwirtschaft – September

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Silomaisernte im Fokus der Anbauer – Pflegemaßnahmen im Grünland

Der optimale Termin für Pflegemaßnahmen und Nachsaaten im Grünland ist der Spätsommer, weil jetzt die bereits vorhandenen Gräser weniger konkurrenzstark sind und jungen Keimlinge nicht so stark unterdrücken. Empfehlenswert ist es die Grünlandflächen zu striegeln, um die Narbe zu belüften und unerwünschte Gräser, wie Gemeine Rispe auszureißen. Um die Lücken zu schließen und höherwertige Gräser anstelle der gemeinen Rispe zu etablieren sollte geeignetes Saatgut für die Nachsaat mit ausgebracht werden. Bei stark lückiger Altnarbe kann eine Durchsaat mit einer Spezialmaschine und höheren Saatmengen notwendig sein. Auf Weideland gehört die Nachmahd zu den wichtigen Pflegemaßnahmen. Durch die Mahd werden bestehende Unkräuter am Aussamen gehindert und Weidereste beseitigt, um langfristig eine gute Qualität des Grünlandes sicherzustellen. Regelmäßiges Striegeln, Mulchen und Nachsaaten erhalten Leistungsfähigkeit und Produktivität des Standortes. Eine dichte Grasnarbe leistet einen wichtigen Beitrag zum Grundwasserschutz!

Die Silomaisernte hat teilweise schon begonnen. Den optimalen Trockensubstanz-Gehalt zum Silieren hat der Mais in der Teigreife mit 30 bis 35% TS (Ganzpflanze), wenn das Korn noch teigig-mehlig ist. Als Anhaltspunkt zur Bestimmung des Erntetermins werden die Landwirte in diesem Jahr mit einem regionalen Abreifemonitoring unterstützt. Auch das Prognoseprogramm MaisProg vom Deutschen Maiskomitee gibt zuverlässige Angaben zur Abreife. Neben dem gut gewählten Häckseltermin ist eine ausreichende und gute Verdichtung im Silo maßgeblich für die spätere Qualität verantwortlich. Zudem verhindert eine gute Verdichtung unerwünschte Nacherwärmungen im Silo. Siliermittel wie Siliersäuren oder biologische Siliermittel auf Basis von Milchsäurebakterien können dazu beitragen, das Nacherwärmen zu verhindern. Vor allem wenn bei der späteren Entnahme der Vorschub gering ist, kann es zu einem raschen Wachstum von Schimmelpilzen und Hefen kommen.

Aber bitte nicht nur die Silagequalität Blick haben – Arbeitssicherheit hat Priorität! Überprüfen Sie bevor es losgeht die Funktionalität von Aufstiegen, Schutzvorrichtungen und eine gute Sichtbarkeit der Erntefahrzeuge im Dunkeln. Dass Straßen und Wege von Verschmutzungen durch die Erntefahrzeuge gesäubert werden, sollte selbstverständlich sein.

Infobrief zur Qualitätsgabe

Geschrieben am 16.05.2019 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Wintergerste befindet sich meist in der Blüte (BBCH 61-69). Sofern sie im vergangenen Jahr spät gesät oder aufgrund der Trockenheit deutlich später aufgelaufen ist, befindet sie sich auch erst im Ährenschieben (BBCH 51-59). Ährenschieben ist auch das überwiegende Stadium für Roggen. Ab Blüte lagert die Pflanze nur noch Stickstoff von den älteren in die jüngeren Blätter um.

Winterweizen hat in der Regel das Stadium BBCH 33-34 erreicht. Ab der nächsten Woche kann das Fahnenblatt schieben. Sofern ein Düngebedarf besteht, sollte in der kommenden Woche die Spätdüngung erfolgen.

Die Nmin-Untersuchungen im Frühjahr haben auf den meisten Flächen, die erhöhte Nitratmengen aufwiesen, gezeigt, dass im Unterboden ein Nitratpool liegt.

Regelmäßige Nitracheckmessungen haben deutlich gezeigt, dass nach Vorfrüchten mit höherem N-Nachlieferungspotenzial (Kartoffeln, Erbsen) nach den ersten nennenswerten Niederschlägen im April ein sprunghafter Anstieg der N-Konzentration im Presssaft stattfand. Bei anderen Vorfrüchten (ZR, Getreide, Mais) waren diese Effekte nicht zu erkennen. Abbildung Nitracheck_2019 Das bedeutet, dass eine N-Aufnahme aus den tieferliegenden Schichten Ende April noch nicht stattgefunden hat. Es stellt sich die Frage , ob die Bodenfeuchtigkeit im Unterboden ausreicht, um die tieferliegenden Mengen aufzunehmen.

Nachdem es am 11. Mai endlich nach ergiebigen Regenfällen wieder zu einer Durchfeuchtung im Oberboden (0-30 cm) kam, steigen die Nitracheckkonzentrationen z.T. sprunghaft an. Flächen, die regelmäßig organisch gedüngt werden oder eine organische Düngung mit geringen TS-Anteilen im zeitigen Frühjahr erhalten haben, können jetzt N nachliefern. Dies erklärt den abrupten Anstieg von teilweise 1.000 ppm Nitrat im Presssaft.

Das ist zu beachten:

  • Bitte nutzen Sie für die anstehende Düngung die Möglichkeit über Nitracheck oder Chlorophyllmessungen den potenziellen N-Bedarf zu ermitteln. Dies gilt besonders für Flächen mit organischer Düngung!
  • Wenn ein N-Bedarf besteht, dann überprüfen Sie unbedingt, ob Sie nach der vorliegenden N-Bedarfsermittlung überhaupt noch N ausbringen können und in welcher Höhe. Für viele Bestände ist der Spielraum extrem eng. Auf keinen Fall darf der im Frühjahr ermittelte N-Bedarf überschritten werden!
  • Da die Wirkung der Spätdüngung immer stark von der Witterung abhängig ist, sollten Sie unbedingt auf eine ertragsabsichernde Düngung mit Erscheinen des Fahnenblattes setzen. Um hohe Proteinwerte zu erzielen müssen Düngung und Witterung wirklich zu 100 % passen. Das ist in den letzten 5 Jahren nicht mehr passiert.
  • Damit die Mindeststandards an Protein für Brotweizen nicht unterschritten werden, bietet sich die Düngung mit Harnstoff oder ammoniumbetonten N-Düngern an. Wenn eine langsame Abreife erfolgt, führen diese N-Formen zu höheren Proteinwerten als eine KAS-Düngung.
  • Bitte jetzt keine stabiliserten N-Dünger für die Spätgabe verwenden. Die Wirkung kommt zu spät.
  • Ausreichende Proteinwerte können nur gebildet werden, wenn die Schwefelversorgung stimmt. Wenn das jüngste Blatt deutlich heller ist als die älteren Blätter, deutet dies auf Schwefelmangel hin. Schwefel wird in der Pflanze nicht mehr umgelagert! Schwefelhaltige N-Dünger sind die Wahl oder, noch besser, die Zugabe von Bittersalz bei den letzten Pflanzenschutzmaßnahmen oder als Flüssigdünger. Gerade die beiden letztgenannten Applikationen gewährleisten, dass der Schwefel dahin kommt, wo er hingehört, nämlich auf das Fahnenblatt und die Ähre.

Bitte achten Sie darauf, dass auch außerhalb der Wasserschutzgebiete Zwischenfrüchte eingesät werden. Die letzten trockenen Jahre haben gezeigt, dass eine frühe Einsaat, unmittelbar nach der Getreideernte, die Restfeuchtigkeit für die Keimung nutzen kann. Wenn der Boden nach der Stoppelbearbeitung erst einmal ausgetrocknet ist, wird die Etablierung deutlich schwieriger. Nach Gerste sollte eine Stoppelbearbeitung erfolgen, da die Ausfallgerste sonst die Zwischenfrucht zu sehr unterdrückt. Nach Weizen bietet sich jedoch die sofortige ZF-Aussaat an. Achten Sie darauf eine Mischung ohne oder nur mit geringen Senf-Anteilen zu verwenden, da der Senf sonst zu schnell zur Blüte kommt.

Bei Fragen steht Ihnen das AGGL Team gerne unter der Telefonnummer 06162-94352-0 zur Verfügung. Bitte kündigen Sie sich telefonisch an, wenn Sie für weitere Messungen Pflanzen bringen. Für Nitracheckmessungen werden ca. 15 Pflanzen mit Wurzeln benötigt. Für Chlorophyllmesungen werden die jünsten voll entwickelten Blätter des Haupttriebes (ca. 30 ) gebraucht. Das Pflanzenmaterial sollte gekühlt werden, damit es nicht zur Verfälschung der Ergebnissse kommt. Material für Nitracheck nicht vormittags oder am Abend nehmen. Die Stomata dürfen nicht geschlossen sein.

Rittersporn

Geschrieben am 10.05.2019 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Text und Bild: Wolfgang Heimer

Der Gewöhnliche Feldrittersporn, auch Acker-Rittersporn genannt, ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimeter erreicht. Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Er ist sommer- oder winterannuell und in letzterem Fall dann als Rosettenpflanze überdauernd. Er wurzelt bis 50 Zentimeter tief. Der Nektar ist nur langrüsseligen Hummeln und anderen Insekten mit mindestens 15 mm langem Rüssel zugänglich. Die Fruchtreife erfolgt von August bis September. Diese bewirkt Selbstausbreitung der Samen als Austrocknungsstreuer, daneben ist sie ein Windstreuer. Die Samen sind Kältekeimer.Alle Pflanzenteile sind giftig, insbesondere die Samen. Früher wurden die alkaloidarmen Blüten als Heilmittel eingesetzt. Da bisher Belege für die Wirksamkeit fehlen, ist die Droge als Arznei nicht mehr gebräuchlich. Der Gewöhnliche Feldrittersporn benötigt nährstoffreiche Getreideäcker, Wegsäume und trockenwarme Plätze. Er gedeiht auch auf warmen, mäßig trockenen bis frischen, nährstoffreichen und basenreichen, neutral-milden, humosen lockeren Lehmböden.

Der Gewöhnliche Feldrittersporn war in Mitteleuropa weit verbreitet, ist aber durch vermehrten Herbizideinsatz und intensive Bodenkultivierung selten geworden. In Deutschland ist er in der Roten Liste gefährdeter Arten als gefährdet eingestuft und längst nicht mehr „gewöhnlich“. In unserer Region gibt es nur noch wenige und unregelmäßige Vorkommen. Die letzten Vorkommen finden sich heute im Randbereich der Ackerflächen, die von Herbizideinsätzen nicht erfasst wurden. Leider findet er in den Blühflächen, die zur Förderung bestimmter Vogel- oder Insektenarten angelegt werden, kaum Wuchsmöglichkeiten oder wird schnell wieder von höher wüchsigen oder mehrjährigen Pflanzenverdrängt. Im Gegensatz zu Kornblume und Klatschmohn, die insbesondere auf stärker durchlässigen Böden noch ein „besseres“ Auskommen finden, ist der Rittersporn auch hier kaum anzutreffen.

Wie können wir dem Gewöhnlichen Feldrittersporn helfen?                                                  

  • Verzichten Sie auf ca. 5 m breiten Randstreifen von Getreideäckern auf den Einsatz von Herbiziden und im Idealfall nach der Ernte auf einem Teil des Randstreifens auch auf die Bodenbearbeitung.
  • Erhalten Sie Erdwege und Wegränder, der Herbizideinsatz muss hier unterbleiben.
  • Fragen Sie nach Förderprogrammen für die Anlage von speziellen Ackerflächen zur Förderung von Acker-Wildkräutern.

Rittersporn

Informationen aus der Landwirtschaft – Mai

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Die Regenfälle der letzten Tage waren ausreichend, um Trockenstress auf unseren Äckern und Wiesen zu vermeiden – allerdings fehlt noch immer Wasser im Unterboden!

Die Zuckerrüben sind fast vollständig aufgelaufen und die Aussaat- und Auflaufbedingungen für den Mais sind zurzeit gut. Die Ausbringung von Gülle und Mist zur Maisaussaat ist pflanzenbaulich optimal, verlangt allerdings oftmals ein gerüttelt Maß an Toleranz von den Anwohnern, denn die Ausgasung von Ammoniak führt kurzzeitig zu Geruchsbelästigung – auch wenn die Gülle binnen vier Stunden eingearbeitet wird.

 Gut besucht waren die Feldrundgänge, die die AGGL gemeinsam mit den Pflanzenbauberatern vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen durchgeführt hat. Die Feldrundgänge dienen dem Wissenstransfer und dem Austausch.

Im Beratungsgebiet ist der erste Schnitt vielfach schon erfolgt. Wo er noch auf dem Halm steht, muss bei stabiler Wetterlage der erste Schnitt erfolgen. Ziel ist es eine gute Silage mit hohem Nährstoffwert und geringen Trockenmasseverlusten zu bergen. Der richtige Erntezeitpunkt ist wesentlich für einen hohen Nährstoff- und Energiewert und hilft die Grundfutterleistung zu erhöhen. Und bitte nicht zu tief mähen! Im unteren Sprossabschnitt sind die Reservestoffe enthalten, die für einen schnellen Wiederaustrieb dringend gebraucht werden.

Wichtig: Bitte nehmen Sie mit ausreichend Vorlauf vor dem 1. Schnitt Kontakt mit den Jägern auf, damit Zeit bleibt, um das Wild zu vergrämen. Junge Kitze verlassen die Wiesen nicht von alleine, sondern müssen von der Ricke aus dem Feld geführt werden. In Reichelsheim unterstützt die Aktion Rehkitzrettung Landwirtschaft und Hegegemeinschaft beim Aufsuchen von Kitzen in den hohen Grasbeständen. Freiwillige Helferinnen und Helfer sind jederzeit willkommen. Hunde müssen während der Brut- und Setzzeit angeleint werden und sollten keinen Zutritt zu landwirtschaftlich genutzten Flächen haben.

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