Gründlandnutzung in Wasserschutzgebieten

Geschrieben am 23.10.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Im Odenwald wird Trinkwasser oft aus Quellwasser gewonnen. Die Quelleinzugsgebiete sind klein und die Quellschüttungen gering. Oft haben die Quellen im Odenwald auch eine geringe Bodenüberdeckung und Niederschläge haben hier einen zeitlich sehr direkten Einfluss auf die Quellschüttung. Durch die ganzjährig vorhandene Pflanzendecke schützt Grünland die Quellen gut vor schädlichen Einträgen.

Durch die extreme Trockenheit sind die Schüttmengen zum Teil deutlich zurückgegangen und die Grasnarbe auf Wiesen und Weiden hat stark gelitten. Rauhfutter ist knapp und die schwach entwickelten Grünlandbestände sind kaum mähbar. Viele Flächen werden daher eingezäunt und beweidet. In den Wasserschutzgebieten muss dann darauf geachtet werden, dass die Grünlandnarbe nicht noch weiter geschädigt wird.

In Wasserschutzgebieten, insbesondere wo auch die Schutzzone II (engere Schutzzone) beweidet werden darf, ist äußerste Sorgfalt geboten! Hier muss ein zu langes Beweiden über die Futtergrundlage hinaus unbedingt vermieden werden.

Kommt es durch unsachgemäße Beweidung oder Gülleausbringung in der engeren Schutzzone zu einer Verunreinigung des Rohwassers, muss die Quelle vom Netz genommen werden und kann erst nach Freigabe durch das Gesundheitsamt wieder der Trinkwasserversorgung zugeführt werden.

Bitte achten Sie bei der Nutzung ihrer Wiesen und Weiden auf unser Trinkwasser!

Für Fragen stehen Ihnen Ihre Wasserversorger und das Team der AGGL jederzeit zur Verfügung.

Zwischenfruchtfeldtag in Birkenau

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles, Termine

Sie sind herzlich eingeladen zum Zwischenfruchtfeldtag von AGGL und DSV

am Freitag 26. Oktober um 14:30 Uhr in Birkenau (Fläche Michael Florig).

Im Vergleich stehen vier greeningfähige Zwischenfruchtgemenge der DSV.

Gute Zwischenfruchtbestände konservieren wertvolle Nährstoffe und dienen dem Erosionsschutz!

Darüber hinaus erfüllen Sie noch vielfältige wichtige Aufgaben im Ökosystem. Die Aussaatbedingungen für Zwischenfrüchte waren im Trockenjahr 2018 extrem schwierig und nur auf wenigen Flächen haben sich die Bestände gut etabliert.

Wie funktioniert Ackerbau im Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Vorgaben, Witterungsextremen und Anforderungen aus der Praxis – lassen sie uns reden!

(Anfahrt: L3408 gegenüber Einrichtungshaus Jäger – folgen Sie der Ausschilderung vor Ort)

Wir freuen uns wenn Sie dabei sind

 

Zwischenfruchtanbau: Dokumentation für HALM und Greening-Flächen

Geschrieben am 25.09.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Termine

Wegen der extremen Trockenheit sind bereits ausgesäte Zwischenfrüchte nicht aufgelaufen bzw. konnten nicht ausgesät werden.

Bitte halten Sie zeitnah Rücksprache mit den zuständigen Landwirtschaftsämtern!

Für den Zwischenfruchtanbau im Rahmen von HALM gilt:

  • Der Auszahlungsantrag kann bis zum 1. Oktober formlos zurückgezogen werden, wenn die beantragte Fläche nicht mit Zwischenfrüchten bestellt wurde.
  •  Für Flächen die mit Zwischenfrucht bestellt wurden, aber bis zum 1. Oktober keinen bodendeckenden Bestand aufweisen empfehlen wir das Dokumentationsblatt 2018_HALM Dokumentation im Trockenjahr (siehe Anhang) auszufüllen und mit jeweils einem Foto der Fläche an die zuständigen Landwirtschaftsämter zu schicken.

 Die Aussaat der Zwischenfrüchte als ökologische Vorrangfläche (Greening) muss bis zum 1.10 erfolgt sein.

Wo sich Bestände nur schlecht oder gar nicht etablieren, empfehlen wir auch eine Dokumentation der ordnungsgemäßen Aussaat unter Angabe von Fläche, Aussaattermin, Sorte, Saatstärke und ggf. ein Foto.  Bitte denken Sie daran Saatgutbelege bzw. Rückstellproben aufzubewahren!

Ihr AGGL Team

Die Rapsaussaat steht an und wirft Fragen auf:

Geschrieben am 16.08.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Bodenbearbeitung?

Die Kunst wird in diesem Jahr darin bestehen, das Rapskorn in einem halbwegs feuchten Saathorizont abzulegen. Das bedeutet, dass jegliche Bodenbearbeitung wirklich unmittelbar vor der Saat erfolgen muss, um ein weiteres Austrocknen zu verhinden. Zügiges Anwalzen ist nötig ( keine Bodenbearbeitung in der Mittagshitze, ggfs. Nachts fahren). Eine hervorragende Aussaattechnik mit exakter Ablage ist in diesem Jahr wichtiger denn je. Im Reinheimer Hügelland wurden sehr gute Erfahrungen mit Einzelkornablage durch das Rübensägerät des MBLV-Südhessen gemacht. Wenn Sie das Gerät nutzen möchten, setzen Sie sich mit der Geschäftsstelle des MBLV in Verbindung. Das Rapskorn braucht nur vergleichsweise wenig Feuchtigkeit zum Keimen. Die jungen Pflanzen können sich aber nicht lange aus dem Korn ernähren. Sofern die kommenden Tage wieder heiß werden, warten Sie lieber mit der Aussaat.  Die Bodenfeuchtigkeit ist bescheiden, einmal abgesehen von den wenigen Standorten, auf denen die wenigen Schauer/Gewitter der letzten Tage in ausreichenden Mengen niedergefallen sind. In Anbetracht der aufgeheizten Böden ist mit einer extrem schnellen Entwicklung der Rapssaaten zu rechnen (sofern das Wasser ausreicht). Das bedeutet, dass die Rapsaussaat beruhigt nach hinten verschoben werden kann.

Noch ein weiteres Problem bringt die Trockenheit mit sich, nämlich dass nicht abgebaute Herbizide (Sulfonylharnstoffe) zu Problemen führen können. Es ist noch genug Zeit einen Senf- oder Rapstest durchzuführen: aus behandelten Flächen werden Bodenproben aus den ersten 10 cm entnommen, diese in Blumentöpfe füllen und  Senf oder Raps einsäen, feucht halten (!).  Nach dem Keimen ist zu beobachten, ob die Pflanzen in der Lage sind Laubblätter zu bilden, Falls es Schwierigkeiten gibt muss der Boden vor der Saat gut durchmischt werden.

Düngung?

Die Nacherntebeprobung nach Getreide (Wintergerste, Weizen) haben bislang moderate, d.h. keine überhöhten Werte ergeben. Wintergerste und Weizen haben auf den besseren Standorten meist durchschnittliche Erträge geliefert. Relevante Ertragseinbußen wurden vor allem auf flachgründigeren Standorten festgestellt. Lediglich nach Raps wurden erhöhte Nmin-Werte ermittelt, die aber überwiegend aus den Mindererträgen aufgrund der physiologischen Knospenwelke resultieren. Nennenswerte N-Freisetzungen hat es bis jetzt noch nicht gegeben. Das verwundert nicht, denn  bei der Trockenheit kann der Boden keinen Stickstoff freisetzen.

Bodenschicht: 0-90 cm Bodenschicht: 0-30 cm

 Raps (n=6)

 57

 46

 WG (n=25)

 35

 27

WW (n=45)

35

28

Nmin nach Ernte 2018 (kg NO3-N/ha)

Warme Böden bedeuten aber auch, dass bei Niederschlägen im Spätsommer und Herbst mit einer explosionsartigen N-Mineralisation zu rechnen ist. Eine Herbstdüngung von Raps- oder Wintergerste ist nicht  nötig. Falls dennoch zum Raps  Gülle oder Gärsubstrat ausgebracht wird, muss diese Startgabe  bei der Düngebedarfsermittlung für Raps im kommenden Frühjahr voll angerechnet werden. Nur wenn die N-Aufnahme im Herbst exakt über Frischsubstanz-Wiegung oder Raps-Scannern bestimmt wurde, kann im Frühjahr mit den obligatorischen DÜV-Werten von 10 % gerechnet werden, ansonsten gilt die höhere Anrechnung.

 

(16.08.2018-AGGL

Was tun bei Hitze und Trockenheit?

Geschrieben am 07.08.2018 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Stoppelbearbeitung?

Zwar wurden einige Flächen mit viel Maschinenpower gegrubbt oder gescheibt, jedoch ist aufgelaufenes Ausfallgetreide nirgendwo zu sehen. Nach wie vor ist es viel zu trocken, um eine effektive Stoppelbearbeitung durchzuführen. Bei Ausfallgetreide und –raps lautet derzeit die Devise, den Samen in Kontakt mit dem Boden zu bringen, damit er, wenn es endlich einmal regnen sollte, zu einer zügigen Keimung kommen kann. Bodenfeuchte und Taubildung reichen bei den derzeitigen Temperaturen für eine Keiminduktion nicht aus. Das bedeutet, dass mit Strohstriegeln der Boden aufgeraut werden muss. Bei Raps können auch Walzen eingesetzt werden. Auf keinen Fall dürfen Ausfallgetreide und-raps in tiefere Bodenschichten vergraben werden, da dies die sekundäre Keimruhe nur noch verlängern wird. Ausfallraps braucht für die Keimung Feuchtigkeit und Licht! Eine Bodenbearbeitung mit Einmischung von Samen kann erst erfolgen, wenn die Samen Licht und Feuchtigkeit aufgenommen haben.

Schläge, auf denen im Frühjahr Strukturschäden festzustellen waren, können gegebenenfalls jetzt eine Tiefenlockerung erhalten. Aber beachten Sie, dass eine Tiefenlockerung nur dann wirksam ist, wenn eine Stabilisierung der geschaffenen Makroporen durch Lebendverbauung erfolgt. Das ist nur durch Zwischenfruchtanbau oder nachfolgendem Rapsanbau möglich. Lockern Sie nur, mischen Sie nicht den Oberboden mit dem Unterboden. Das senkt die Regenverdaulichkeit bei den zu erwartenden Starkniederschlägen. Ein gemischter Boden muss sich erst setzen und Struktur ausbilden. Vielleicht kommt ja alles ganz anders, als wir es befürchten, aber die Wahrscheinlichkeit für einen ergiebigen Landregen ist deutlich geringer als die Wahrscheinlichkeit eines heftigen Gewitters. Erosion braucht niemand!

 

Mais jetzt ernten?

Die bislang (wenn überhaupt) gefallenen Niederschlägen haben den gestressten Beständen nur wenig Linderung gebracht. Besonders leidet der Mais. Selbst auf den besseren Lössstandorten sterben die unteren Blattetagen ab. Immerhin kann auf den tiefgründigen Standorten noch Wasser aus den unteren Bodenschichten aufgenommen werden, allerdings werden die im Oberboden liegenden Nährstoffe nicht mehr verwertet, stattdessen werden Nährstoffe in die oberen Blattetagen umgelagert. Noch schlimmer ist es auf flachgründigen Standorten. Unter Trockenstress werden Kolbenanlagen reduziert. Auf einigen Standorten steht Mais fast ohne Kolben. Es stellt sich die Frage, nach einer vorzeitigen Ernte. Kolbenloser Mais sollte mit einer TS von 24-26 % siliert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass extrem kurz gehäckselt wird, damit eine ausreichende Verdichtung gewährleistet ist. Die Vergärung sollte kein Problem sein, denn es gibt zwar kaum Stärke, aber ausreichend Zucker in den Pflanzen. Allerdings ist bei vorgezogener Ernte mit Sickersaftbildung zu rechnen. Dieser muss aufgefangen werden. Grassilage oder Stroh als unterste Lage unter dem Haufen kann helfen Wenn Totalausfälle nur auf wenigen Flächen zu erwarten sind, sollten diese Flächen mit dem übrigen Mais siliert werden. –  Es gibt keine Patentrezepte. Besprechen Sie betrieb- und schlagbezogene Lösungen mit Ihrem Fütterungsberater.

Als Folge der derzeitigen Trockenheit sind in diesem Jahr deutlich erhöhte Nitratwerte, besonders nach Mais zu erwarten. Nach einer frühen Ernte bietet sich auch hier die Einsaat von Zwischenfrüchten an. Bitte sprechen Sie uns an, denn im Rahmen von WSG-Kooperationen können wir den Kooperationspartnern Saatgut kostenlos zur Verfügung stellen. In einigen Kooperationen gibt es auch einen Zuschuss zu den Maschinenkosten.

 

Futterzwischenfrüchte?

Da wir noch vergleichsweise früh im Jahr sind und Futterengpässe bei den Futterbaubetrieben sich abzeichnen, können auf tiefgründigeren Standorten oder bei besseren/nasseren Witterungsaussichten Futterzwischenfrüchte oder Zweitfrüchte angebaut werden. Eine im August gesäte Sommertriticale kann noch als Ganzpflanzensilage genutzt werden. Körnerhirse eignen sich nur für Biogasanlagen, da sie Blausäure enthalten und nicht für die Fütterung geeignet sind. Sofern eine Nutzung im Herbst stattfinden soll, muss eine reguläre Düngebedarfsermittlung vor der Ausbringung von N- oder P-haltigen Düngern durchgeführt werden. Bitte sprechen Sie uns auf Nmin-Referenzwerte aus Nacherntebeprobungen an. Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe der Woche weitere Ergebnisse erhalten werden.

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