19. September – Erodierte Lössstandorte: Entstehung – Folgen – Konsequenzen

Geschrieben am 17.09.2019 | Kategorie(n) Aktuelles, Termine

HABITZHEIM-bODENPROFILELössböden sind so ziemlich die fruchtbarsten Böden, die wir kennen. In diesen schluffreichen Böden besteht durch den hohen Fein- und Mittelporenanteil ein hohes Wasserspeichervermögen, der besonders, wenn die Lössauflagen sehr mächtig sind, für sichere Erträge auch in Trockenzeiten sorgt.

Doch die fruchtbarsten Böden können sich zu furchtbaren Böden entwickeln, nämlich dann wenn die Böden erodieren. Jeder Landwirt im Reinheimer Hügelland kennt die Lösskuppen, welche bei Trockenheit früh zeichnen, meist sehr hohe Kalk- und Mg-Gehalte aufweisen und die Nährstoffaufnahme von etlichen Makro- und Mikronährstoffen behindern.

Wie entstehen solche Böden, was kann man gegen diesen Prozess unternehmen, welche Handlungsmöglichkeiten bestehen, wenn die Fläche bereits erodiert ist?

Diese Fragen wollen wir am Objekt mit Bodenschätzern erörtern. Dazu wurden in Habitzheim auf einer Fläche drei Bodenprofile freigelegt. Sie sind herzlich eingeladen an den Profilansprachen und Erörterungen teilzunehmen

am Donnerstag den 19. September 2019 von 13:15 bis ca. 16:15 Uhr.

Wir treffen uns auf dem Acker hinter dem Brunnen Habitzheim . Die Fläche ist sowohl von der Kreisstraße L 3413 (Groß-Umstadt-Habitzheim, von Groß-Umstadt kommend vor Ortseinfahrt Habitzheim rechts in den asphaltierten Feldweg einbiegen) als auch von der Falltorgasse aus gut zu erreichen.

 

 

Der Fasan – Text und Bilder von Wolfgang Heimer

Geschrieben am 10.09.2019 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

 

Der Fasan besiedelt halboffene Landschaften, lichte Wälder mit Unterwuchs oder schilfbestandene Feuchtgebiete, die ihm gute Deckung und offene Flächen zur Nahrungssuche bieten. In Europa findet man ihn häufig in der Kulturlandschaft. Eine weitere Voraussetzung ist das Vorhandensein von Trinkwasser: Er ernährt sich zumeist von pflanzlicher Nahrung wie Sämereien und Beeren, aber auch von Insekten und anderen Kleintieren. Lediglich in den ersten vier Lebenswochen besteht die Nahrung überwiegend aus Insekten, danach nimmt der Anteil der tierischen Nahrung stark ab. Der Fasan überwintert zumeist in den Brutgebieten. Bisweilen weicht er im Winter über kurze Strecken in mehr Deckung oder Nahrung bietende Lebensräume aus. Im Winter schneereiche Gebiete werden gemieden, was oft die Höhenverbreitung limitiert. Im Sommer begnügt sich die Art teils auch mit notdürftiger oder kleinräumiger Deckung; im Winter muss diese auch bei strenger Witterung genügend Schutz bieten.

Ist der Fasan zur Brutzeit territorial, so lebt er im Winterhalbjahr in kleinen oder größeren Gesellschaften, die nicht selten nur aus Vögeln gleichen Geschlechts bestehen. Zur Brutzeit lebt ein Hahn meist mit ein bis zwei Hennen zusammen. Die Fortpflanzungszeit liegt im gesamten natürlichen Verbreitungsgebiet mit leichten witterungsbedingten Verschiebungen zwischen März und Juni. In Mitteleuropa beginnt sie ab Mitte März und ist meist gegen Ende Mai oder Anfang Juni abgeschlossen. Es findet nur eine Jahresbrut statt. Bei Gelegeverlust kommt es aber bis zu zwei Mal zu Nachgelegen, so dass späte Bruten im August und September nicht selten sind. Die Nestmulde ist entweder schon vorhanden oder wird vom Weibchen ausgescharrt und höchstens mit einigen spärlichen Halmen, Wurzeln oder Reisern ausgekleidet. Sie befindet sich meist auf dem Boden und ist von der Krautschicht gut gedeckt. Oft werden Nester am Rande von Dickichten oder Hecken angelegt. Die Bebrütung beginnt nach Ablage des letzten Eies oder 1 bis 2 Tage später. Sie dauert etwa 23 Tage, bei häufigen Störungen auch länger. Junge Fasanen sind Nestflüchter, die nach dem Schlüpfen nur wenige Stunden zum Trocknen im Nest bleiben, dann der Henne folgen und in deren Nähe eigenständig ihre Nahrung suchen. Sie sind mit 10–12 Tagen flugfähig.

Die natürliche Verbreitung des Fasans erstreckt sich durch den Süden der Zentral- und Ostpaläarktis sowie über Teile der Orientalischen Region. Zudem wurde die Art in vielen Teilen der Welt mit unterschiedlichem Erfolg eingebürgert. Heute besiedelt sie große Teile Europas. Die Bestände unterliegen hier aber häufig großen Schwankungen und können in ungünstigen Lagen meist nicht auf Dauer ohne Aussetzungen von Zuchtvögeln und Winterfütterungen überleben. In jüngster Zeit sind auch bei uns die Bestände deutlich rückläufig.

Wie können wir dem Fasan helfen?

  • Blühstreifen bilden eine wichtige Grundlage für den Schutz von Fasanen.
  • Wichtig sind aber auch die Erhaltung von Brachstreifen, der Verzicht auf das Mulchen von Graswegen und Ackerrändern in der Zeit von April bis Ende Juni.
  • Ruhezonen und ungestörte Bereiche sind während der Brutzeit für die Bodenbrüter sehr wichtig! Deshalb sind Hunde anzuleinen und bitte meiden sie Graswege mit hohem Bewuchs bei ihren SpaziergängenSeptember Fasan 1

September Fasan 2

Informationen aus der Landwirtschaft – September

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Silomaisernte im Fokus der Anbauer – Pflegemaßnahmen im Grünland

Der optimale Termin für Pflegemaßnahmen und Nachsaaten im Grünland ist der Spätsommer, weil jetzt die bereits vorhandenen Gräser weniger konkurrenzstark sind und jungen Keimlinge nicht so stark unterdrücken. Empfehlenswert ist es die Grünlandflächen zu striegeln, um die Narbe zu belüften und unerwünschte Gräser, wie Gemeine Rispe auszureißen. Um die Lücken zu schließen und höherwertige Gräser anstelle der gemeinen Rispe zu etablieren sollte geeignetes Saatgut für die Nachsaat mit ausgebracht werden. Bei stark lückiger Altnarbe kann eine Durchsaat mit einer Spezialmaschine und höheren Saatmengen notwendig sein. Auf Weideland gehört die Nachmahd zu den wichtigen Pflegemaßnahmen. Durch die Mahd werden bestehende Unkräuter am Aussamen gehindert und Weidereste beseitigt, um langfristig eine gute Qualität des Grünlandes sicherzustellen. Regelmäßiges Striegeln, Mulchen und Nachsaaten erhalten Leistungsfähigkeit und Produktivität des Standortes. Eine dichte Grasnarbe leistet einen wichtigen Beitrag zum Grundwasserschutz!

Die Silomaisernte hat teilweise schon begonnen. Den optimalen Trockensubstanz-Gehalt zum Silieren hat der Mais in der Teigreife mit 30 bis 35% TS (Ganzpflanze), wenn das Korn noch teigig-mehlig ist. Als Anhaltspunkt zur Bestimmung des Erntetermins werden die Landwirte in diesem Jahr mit einem regionalen Abreifemonitoring unterstützt. Auch das Prognoseprogramm MaisProg vom Deutschen Maiskomitee gibt zuverlässige Angaben zur Abreife. Neben dem gut gewählten Häckseltermin ist eine ausreichende und gute Verdichtung im Silo maßgeblich für die spätere Qualität verantwortlich. Zudem verhindert eine gute Verdichtung unerwünschte Nacherwärmungen im Silo. Siliermittel wie Siliersäuren oder biologische Siliermittel auf Basis von Milchsäurebakterien können dazu beitragen, das Nacherwärmen zu verhindern. Vor allem wenn bei der späteren Entnahme der Vorschub gering ist, kann es zu einem raschen Wachstum von Schimmelpilzen und Hefen kommen.

Aber bitte nicht nur die Silagequalität Blick haben – Arbeitssicherheit hat Priorität! Überprüfen Sie bevor es losgeht die Funktionalität von Aufstiegen, Schutzvorrichtungen und eine gute Sichtbarkeit der Erntefahrzeuge im Dunkeln. Dass Straßen und Wege von Verschmutzungen durch die Erntefahrzeuge gesäubert werden, sollte selbstverständlich sein.

Silo-Mais: Abreife-Monitoring

Geschrieben am 04.09.2019 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Abreifemonitoring (27.08. und 03.09.)

Das Abreifemonitoring zeigt, dass die Situation in der südhessischen Mittelgebirgslage nicht vergleichbar mit dem Jahr 2018 ist. Im August/Sept. 2018 vertrocknete der Mais ohne die Stärkeeinlagerung zu beenden. Aktuell zeigt sich das Stängelmark feucht und klebrig (Zucker). Die Kolben befinden sich auf dem Großteil der beprobten Standorte noch in der Teigreife. Die gehäckselten Kolben sind feucht. Die Stärkeeinlagerung ist noch nicht abgeschlossen.
In der Tabelle (klick auf Tabelle macht sie lesbar) sind die Werte für die beiden Probenahmetermine zusammengestellt:

Tab2019_09

Die zweite Reifeprüfung zeigt den Stärkezuwachs im Kolben in den letzten sieben Tagen an. Nur der Standort Reichelsheim-Gumpen hat die vollständige Stärkeeinlagerung erreicht (54 % Stärke-TS und 35 % Gesamt-TS). Auf den Standorten Birkenau, Mörlenbach, Brandau hat es vergangenes Wochenende 3 mm geregnet. Nach Niederschlägen können die noch grünen Pflanzen wieder Feuchtigkeit aufnehmen und die TS- Gehalte der Restpflanze sinken. Umso wichtiger ist es, die Stärkeeinlagerung bis zum Erntetermin abzuwarten. Liegt der TS-Gehalt der Silage dann oberhalb 36 % (Bsp. Ober-Kinzig), sind Maßnahmen wie hoher Walzdruck (30 cm Walzschicht), optimaler Vorschub (2,5 m im Sommer) und Siliermitteleinsatz zu ergreifen.

In den Höhenlagen des hinteren Odenwaldes befindet sich der Silomais noch in der späten Milchreife. Eine Abreifetest wird für diese Standorte in der nächsten Woche durchgeführt.

Probeerfassung und Auswertung durch AGGL Otzberg 06162-94352-13 und LLH Griesheim (A. Mögel)

Hessische Ausführungsverordnung für die Düngeverordnung in Kraft

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles

Am 29. August wurde die hessische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV) im Verordnungsblatt veröffentlicht. Sie ist am Folgetag in Kraft getreten.

Die AVDüV regelt zusätzliche Anforderung zur Reduzierung von Nitrateinträgen in belastete Grundwasserkörper. Im Beratungsraum Bergstraße/Odenwald sind als Gebiete mit belasteten Grundwasserkörpern eingestuft:

  • die Gemarkungen im Einzugsgebiet der Gersprenz
  • die  Wasserschutzgebiete Brunnen 3, Birkenau und Quelle 1 Weibertswiesen, Kirschhausen

Die Karte rote DÜV-Gemarkungen-2019 zeigt die betroffenen Gemarkungen im Einzugsgebiet Gersprenz.
ACHTUNG: Außerhalb unseres Beratungsgebietes – auch direkt angrenzend – sind weitere Gemarkungen betroffen. Die Übersichtskarte für Hessen, tabellarische Aufstellung und der Verordnungstext finden sich hier: 2019-08-29_HAVDüV

Es haben sich schon einige Fragen zur Verordnung ergeben. Die AGGL ist bemüht, diese Fragen mit den zuständigen Stellen zu klären bzw. an diese weiterzuleiten.

Zusätzliche Anforderungen und Ausnahmen in den Nitratgebieten
da die Verordnung direkt nach Veröffentlichung in Kraft getreten ist, gelten diese Anforderungen ab sofort!

  1. Vor dem Aufbringen von Wirtschaftsdüngern sowie von organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln, bei denen es sich um Gärrückstände aus dem Betrieb einer Biogasanlage handelt, müssen ihre Gehalte an Gesamtstickstoff, verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff und Gesamtphosphat auf der Grundlage wissenschaftlich anerkannter Messmethoden vom Betriebsinhaber oder in dessen Auftrag festgestellt werden.
  2. Abweichend von den flächendeckend geltenden Regelungen der Düngeverordnung gelten in den gefährdeten Gebieten um 10 kg abgesenkte Kontrollwerte. Bezug wird immer auf einen gleitenden Dreijahreszeitraum genommen, wobei das im jeweiligen Jahr begonnene Düngejahr (Kalender- oder Wirtschaftsjahr) zu Grunde gelegt wird.
    Zu beachten ist, dass der Betrieb die Bewertungen seiner Nährstoffvergleiche gesondert für seine Flächen rote DÜV-Gemarkungen-2019der ausgewiesenen Gebiete zu erstellen hat.
  3. Entgegen der flächendeckenden Regelung aus der Düngeverordnung müssen in den ausgewiesenen Gebieten mindestens fünf Meter in Abhängigkeit von der Ausbringungstechnik zwischen dem Rand der durch die Streubreite bestimmten Aufbringungsfläche und der Böschungsoberkante des jeweiligen oberirdischen Gewässers eingehalten werden.
    Zur Vermeidung von Abschwemmungen in oberirdische Gewässer dürfen stickstoff- oder phosphathaltige Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel auf Flächen, die innerhalb eines Abstandes von 20 Metern zur Böschungsoberkante eines solchen Gewässers eine Hangneigung von durchschnittlich mindestens 10 % aufweisen (stark geneigte Flächen), innerhalb eines Abstandes von zehn Metern zur Böschungsoberkante nicht aufgebracht werden. Auf stark geneigten Ackerflächen dürfen ferner die zuvor genannten Stoffe innerhalb eines Abstandes zwischen zehn und 20 Metern zur Böschungsoberkante nur wie folgt aufgebracht werden:
    auf unbestellten Ackerflächen nur bei sofortiger Einarbeitung,
    - auf bestellten Ackerflächen
    - mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr, nur bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung,
    - ohne Reihenkultur nach Buchstabe a nur bei hinreichender Bestandsentwicklung oder
    - nach Anwendung von Mulch- oder Direktsaatverfahren.

Ausnahmen und Erleichterungen

Die Düngeverordnung des Bundes bestimmt, dass die erhöhten Anforderungen in den ausgewiesenen Gebieten nicht für Betriebe gelten, die gegenüber der nach Landesrecht zuständigen Stelle nachweisen, dass der betriebliche Nährstoffvergleich im Durchschnitt der letzten drei Düngejahre den Kontrollwert von 35 Kilogramm Stickstoff je Hektar und Jahr nicht überschreitet.
Die hessische Ausführungsverordnung regelt hierzu, dass dieser Nachweis unmittelbar nach dem Erstellen des betrieblichen Nährstoffvergleichs dem Regierungspräsidium Kassel
- Dezernat Landwirtschaft, Fischerei – als in Hessen zuständige Stelle vorzulegen ist.

Erleichterungen außerhalb der ausgewiesenen Gebiete

Außerhalb der ausgewiesenen gefährdeten Gebiete werden kleinere landwirtschaftliche Betriebe mit weniger als 30 ha landwirtschaftliche Fläche und wenn sie weniger als 3 ha Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren bewirtschaften von der Dokumentationspflicht, der Düngebedarfsermittlung und vom Erstellen eines Nährstoffvergleiches befreit. Außerdem dürfen bei ihnen im Jahr nicht mehr als 110 kg/ha Gesamtstickstoff aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft anfallen, und sie dürfen keinen außerhalb des Betriebes anfallenden Wirtschaftsdünger sowie keine organischen und organisch-mineralischen Düngemittel, bei denen es sich um Gärrückstände aus dem Betrieb einer Biogasanlage handelt, übernehmen und aufbringen.

Die Geltungsdauer der Verordnung ist bis zum 31.12.2026 befristet. Ob und inwieweit die derzeit diskutierte erneute Novellierung der Bundes-Düngeverordnung einen Anpassungsbedarf an der Hessischen Düngeverordnung auslöst, bleibt abzuwarten.

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