Einladung zum Arbeitskreis WRRL Bergstraße/Odenwald

Geschrieben am 12.11.2019 | Kategorie(n) Aktuelles, Termine

Düngeverordnung, Sperrfristen, rote Gemarkungen und Digitalisierung – neben dem Arbeitsalltag auf Ihren Höfen sind das die Herausforderungen, die bewältigt werden wollen.

Der diesjährige Arbeitskreis greift diese Themen auf mit Beiträgen aus dem HMUKLV (Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) und der Firma 365FarmNet.

Lassen Sie uns reden, über die Themen, die „unter den Nägeln brennen“.

5. Dezember 2019 von 10:30 – 15:30 Uhr

im Sitzungssaal der Reichenberghalle Reichelsheim, Konrad-Adenauer-Str.1

 10:30 Uhr                   Begrüßung und Einführung

(AGGL) 

11:00-12:30 Uhr         Einsatzspektrum digitaler Lösungen in der Landwirtschaft

(Pascal Pegel, 365FarmNet) 

12:30-13:15 Uhr         – Pause –  (Mittagessen kann vor Ort bestellt werden)

 13:15-13:45 Uhr         Betriebsportraits

(Junge Betriebsleiter*innen stellen ihre Betriebe vor)

 HMUKLV Ute Göttlicher und Dr. Jörg Hüther

 13:45-14:15 Uhr         Rote Gemarkungen – Einstufung, Grundlagen, Messstellen

 14:15-14:45 Uhr         Novelle der Düngeverordnung, Ausführungsverordnung

14:45-15:30                Diskussion

 Wir freuen uns wenn Sie dabei sind – eine Anmeldung ist nicht erforderlich!

Scannen von Rapsflächen zur Ermittlung der N-Aufnahme vor Winter

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles, Termine

Auch in diesem Herbst können wir  das Scannen von Rapsbeständen im Herbst mit einem N-Sensor anbieten, um flächenhaft den aufgenommenen Stickstoff zu bestimmen. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Vermeidung von Überversorgung der Rapsbestände
  • Verbesserung der Stickstoffbilanzen
  • bedarfsgerechte Düngung bereits zur 1. N-Gabe, auch bei zurückgefrorenen Beständen
  • Förderung schwächer entwickelter Bestände durch gezielte N-Gaben

Wenn Sie Interesse am Scannen ihrer Rapsbestände haben, dann melden Sie uns bitte bis zum  15. November bis zu drei Rapsflächen von Ihrem Betrieb.

Bei guter Witterung werden wir in der kommenden Woche die Flächen abfahren.

Es werden die folgenden Angaben benötigt: (2019_Rapsscan_Formblatt)

  • Schlagbezeichnung
  • Beprobungsnummer bzw. FLIK
  • Vorfrucht
  • Rapssorte
  • Aussaattermin, Aussaatstärke
  • Angaben zur ggfs. erfolgten Herbstdüngung (was, wann, wieviel)

Wir geben Ihnen Bescheid, wann die Messungen erfolgen, damit Sie die Gelegenheit erhalten, bei der Aufnahme dabei zu sein.

Die Erstellung einer Streukarte für die teilflächenspezifische automatisierte Düngung, die über ISOBUS den Düngerstreuer steuert ist möglich und wird gerne von uns erstellt.

Die Wiesenweihe

Geschrieben am 06.11.2019 | Kategorie(n) Allgemein

Text und Bilder von Wolfgang Heimer

Die Wiesenweihe bewohnt großflächig offene, feuchte Habitate wie breite Flusstäler, Verlandungszonen, Moore, aber auch trockenere Lebensräume wie Steppen, Heiden, Landwirtschaftsflächen und junge Aufforstungen. In Mitteleuropa wurden die Horste früher überwiegend im Bereich von Verlandungszonen angelegt und dort vor allem im Übergangsbereich vom Röhricht zum Seggenried. Diese Lebensräume sind in Mitteleuropa fast völlig zerstört, die Art besiedelt hier jedoch in den letzten Jahrzehnten zunehmend intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen mit vergleichbarer Vegetationsstruktur, vor allem Getreidefelder. Wiesenweihen jagen über den Flächen, die auch als Bruthabitate dienen; auf Äckern brütende Paare nutzen zur Jagd gerne Brachland in der Umgebung. Sie jagen über offenem Gelände überwiegend im niedrigen, hin und her schwenkenden Suchflug mit leicht nach oben gehaltenen Flügeln. Die Beute, Kleinsäuger und kleine Vögel, wird am Boden aus kurzer Distanz überrascht und gegriffen, die sehr agilen Wiesenweihen versuchen aufgescheuchte Kleinvögel durch blitzschnelle Körperdrehungen auch noch in der Luft zu greifen.

Die Balz beginnt mit der Ankunft des Männchens im Brutrevier meist Ende April/Anfang Mai. Sie besteht in erster Linie aus spektakulären Schauflügen des Männchens, selten von beiden Partnern. Das Männchen zeigt Wellenflüge in großer Höhe, Loopings, Sturzflüge mit schraubigen Drehungen, plötzliche Wendungen und unkontrolliert erscheinendes Abtrudeln. Dabei ruft das Männchen häufig. Das Nest steht meist direkt auf dem Boden auf trockenem bis etwas feuchtem, nur sehr selten auf sehr nassem Untergrund. Die Vegetation am Brutplatz darf weder zu hoch noch zu dicht sein. Meist ist sie etwa 1 m hoch. Für Bruten auf Getreidefeldern wird in Mitteleuropa meist Wintergerste gewählt, da diese bei der Ankunft der Brutvögel meist schon hoch genug steht. Die Eiablage beginnt in Mitteleuropa nur ausnahmsweise Anfang Mai, meist erst ab Mitte Mai bis Anfang Juni. Die Brutdauer beträgt 28–30 Tage, die Nestlingszeit 30–35 Tage. Die Jungvögel werden ab Mitte Juli flügge. Wiesenweihen sind Langstreckenzieher, sie überwintern in Afrika südlich der Sahara sowie im Süden Asiens.

Über 10 Jahre brüteten bis zu 3 Wiesenweihenpaare im Altkreis Dieburg, damals das einzige Vorkommen in Hessen. Heute gilt die Art in Hessen als ausgestorben. Wachsende Bestände im benachbarten Bayern und regelmäßig bei uns durchziehende Wiesenweihen lassen aber auf eine erneute Brutansiedlung hoffen.

Wie können wir der Wiesenweihe helfen?                                                                                       

Wichtig sind frühzeitige Hinweise auf mögliche Brutplätze an örtliche Vogelschützer oder die Naturschutzbehörden.

In Abstimmung mit den betroffenen Landwirte muss dann die Ausweisung einer Schutzzone um das Nest erfolgen, meist eine Fläche von 50 × 50 m, auf der der Landwirt die Ernte zurückstellt.

Für den Ernteausfall wird der Landwirt meist von staatlichen Stellen entschädigt

Wiesenweihe

Informationen aus der Landwirtschaft – November

Geschrieben am | Kategorie(n) Allgemein

Bodenprofile im Reinheimer Hügelland

Auf einer Fläche im Wasserschutzgebiet Habitzheim waren über mehrere Wochen drei Bodenprofile zu sehen. Ein Bodenprofil ist eine ungefähr ein Kubikmeter große Grube, deren Wände senkrecht verlaufen. Hier können die unterschiedlichen Bodenhorizonte, Bodentypen und weitere Bodenparameter bestimmt werden. Die hessischen Bodenschätzer haben Landwirten und den Studierenden der Fachschule in Griesheim die Bodenprofile erläutert.

Das Reinheimer Hügelland ist eine sanftwellige, meist waldfreie Hügellandschaft am nördlichen Rand des Odenwaldes. Die lößbedeckte Landschaft ist größtenteils intensiv ackerbaulich genutzt – und das nicht ohne Grund. So zählen die Böden im Reinheimer Hügelland mit zu den ertragsreichsten Standorten. Aber woher kommen die mächtigen Lößauflagen und wie sind sie entstanden?

Parabraunerden sind der vorherrschende Bodentyp im Reinheimer Hügelland. Parabraunerden zählen zu den besten Ackerböden Deutschlands – hier gedeihen anspruchsvolle Kulturen wie Weizen und Zuckerrübe. Parabraunerden besitzen ein ausgezeichnetes Wasserspeichervermögen und sind gut durchlüftet. Pflanzen können bis in die Tiefe von > 150 cm wurzeln, um Wasser und Nährstoffe aus den tieferliegenden Bodenschichten zu erschließen.

Entstanden sind die Parabraunerden aus kalkhaltigem Material wie Löß oder Moränenablagerungen. Dies wurde während der letzten Eiszeit von Gletschern zerrieben und zermahlen. Entkalkung, Verwitterung und Verlagerung aus dem Ober- in den Unterboden haben im Laufe von rund 10.000 Jahren zur Bodenbildung geführt. Nach der Eiszeit ist der Staub, der Löß in verschiedene Gegenden verweht worden.

Aber selbst die besten Ackerböden sind nicht ganz fehlerfrei – Parabraunerden sind erosionsgefährdet und neigen zur Verschlämmung. Durch Erosion geht wertvoller Boden für die Bewirtschaftung verloren und belastet die Fließgewässer, während Verschlämmung empfindliche Sämereien beim Feldaufgang behindern kann.

Unsere Böden bilden die Grundlage für die Erzeugung von Nahrungsmitteln. Böden haben eine Filterfunktion und sind unersetzlich für die Grundwasserbildung. Böden speichern Kohlenstoff und sind Lebensraum für Bodenorganismen wie Pilze, Algen, Fadenwürmer, Tausendfüßler und Regenwürmer. Diese verarbeiten Pflanzenreste und Dünger und tragen maßgeblich zur Fruchtbarkeit unserer Böden bei.

In einem Kubikmeter Boden leben mehrere Billionen Bodenorganismen!

Jede Sekunde werden in Deutschland circa acht Quadratmeter Boden neu bebaut und versiegelt. Diese Fläche geht unwiederbringliche für die wichtigen Bodenfunktionen verloren.

Umso besser, dass die Profilgruben auf einer Ackerfläche waren, die auch Acker bleibt.

Die amtlichen Bodenschätzer befanden den Boden dort in einem guten Zustand.

 Bodenprofil Profilgrube

Der Feldhamster

Geschrieben am 02.10.2019 | Kategorie(n) Allgemein

Text und Bild von Wolfgang Heimer

Der Feldhamster ist ein meerschweinchengroßer Nager mit auffällig buntem Fell. Den Winter verbringt er in seinem frostfreien Bau tief unter der Erde. Erst zwischen März und Mai beendet er seinen Winterschlaf. Von März bis September verpaaren sich die einzelgängerischen Tiere bis zu dreimal. Nach einer Tragzeit von 17 Tagen bringen die Weibchen nackte und blinde Jungen zur Welt. Im Alter von fünf Wochen sind die Kleinen selbständig und verlassen den Mutterbau. Sind im Sommer die Getreidekörner reif, beginnen Feldhamster mit dem Sammeln von Vorräten für den langen Winterschlaf.

Der Feldhamster besiedelte einst die Bördelandschaften und Agrargebiete mit guten Löß-/Lehmböden in klimatisch günstigen Lagen. Er profitierte über Jahrhunderte vom kleinflächigen Anbau vielfältiger Kulturen die von Hand geerntet wurden. Die gute Nahrungsverfügbarkeit über den gesamten Sommer führte zu zeitweisen Massenvermehrungen und in der Folge zu Bekämpfungsaktionen, die stellenweise noch bis in die 1980er Jahre erfolgten. Der Ausbau von Siedlungen und Verkehrswegen drängte den Feldhamster in der Folgezeit auf immer kleinere Flächen zurück. Die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzungen führte zu immer früheren Ernteterminen und die großflächigen Ackerschläge boten kaum noch Rückzugsmöglichkeiten und Nahrungsflächen. Der Feldhamster ist daher heute in ganz Deutschland vom Aussterben bedroht.

Ihre Mithilfe ist gefragt:                                                                                                                                                                           Die letzten belegten Nachweise in unserer Region gelangen in den siebziger Jahren bei Semd, seither gab es nur noch einzelne, leider nicht belegte Hinweise – zuletzt etwa 2003 südwestlich von Groß-Umstadt. Für Hinweise zu aktuellen Vorkommen wären wir daher dankbar. Der kleinflächige Verzicht auf die Getreideernte, in Form von Streifen, bietet Feldhamstern wertvolle Deckung und Winternahrung. Auch Blüh- und Luzerneflächen sind wichtige Zusatzstrukturen, die im Frühjahr und Spätsommer Refugium und Nahrungsquelle zugleich sind.

Feldhamster

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