Der Feldhamster

Geschrieben am 02.10.2019 | Kategorie(n) Allgemein

Text und Bild von Wolfgang Heimer

Der Feldhamster ist ein meerschweinchengroßer Nager mit auffällig buntem Fell. Den Winter verbringt er in seinem frostfreien Bau tief unter der Erde. Erst zwischen März und Mai beendet er seinen Winterschlaf. Von März bis September verpaaren sich die einzelgängerischen Tiere bis zu dreimal. Nach einer Tragzeit von 17 Tagen bringen die Weibchen nackte und blinde Jungen zur Welt. Im Alter von fünf Wochen sind die Kleinen selbständig und verlassen den Mutterbau. Sind im Sommer die Getreidekörner reif, beginnen Feldhamster mit dem Sammeln von Vorräten für den langen Winterschlaf.

Der Feldhamster besiedelte einst die Bördelandschaften und Agrargebiete mit guten Löß-/Lehmböden in klimatisch günstigen Lagen. Er profitierte über Jahrhunderte vom kleinflächigen Anbau vielfältiger Kulturen die von Hand geerntet wurden. Die gute Nahrungsverfügbarkeit über den gesamten Sommer führte zu zeitweisen Massenvermehrungen und in der Folge zu Bekämpfungsaktionen, die stellenweise noch bis in die 1980er Jahre erfolgten. Der Ausbau von Siedlungen und Verkehrswegen drängte den Feldhamster in der Folgezeit auf immer kleinere Flächen zurück. Die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzungen führte zu immer früheren Ernteterminen und die großflächigen Ackerschläge boten kaum noch Rückzugsmöglichkeiten und Nahrungsflächen. Der Feldhamster ist daher heute in ganz Deutschland vom Aussterben bedroht.

Ihre Mithilfe ist gefragt:                                                                                                                                                                           Die letzten belegten Nachweise in unserer Region gelangen in den siebziger Jahren bei Semd, seither gab es nur noch einzelne, leider nicht belegte Hinweise – zuletzt etwa 2003 südwestlich von Groß-Umstadt. Für Hinweise zu aktuellen Vorkommen wären wir daher dankbar. Der kleinflächige Verzicht auf die Getreideernte, in Form von Streifen, bietet Feldhamstern wertvolle Deckung und Winternahrung. Auch Blüh- und Luzerneflächen sind wichtige Zusatzstrukturen, die im Frühjahr und Spätsommer Refugium und Nahrungsquelle zugleich sind.

Feldhamster

Informationen aus der Landwirtschaft – Oktober

Geschrieben am | Kategorie(n) Allgemein

Zuckerrübenkampagne ist angelaufen

Die Zuckerrübe (Beta vulgaris), Königin der Feldfrüchte, mit einem Zuckergehalt von 16-20 % und einem Ertrag von 7 Tonnen je Hektar liefert gut 13 Tonnen Zucker je Hektar. Für den Grundwasserschutz ist die Zuckerrübe eine ausgezeichnete Kultur, weil sie äußerst geringe Reststickstoffgehalte auf den Flächen hinterlässt. Der Wegfall der Zuckermarktordnung im Jahr 2017 stellt die Rübenanbauer vor neue Herausforderungen. Am 15. September ist die Rübenkampagne gestartet. Rainer Haas und Andreas Michel vom Maschinen, Boden- und Landschaftspflegeverband Südhessen (MBLV) mit Sitz in Groß-Umstadt sind derzeit die „Herren der Rüben“ und berichten wie die überbetrieblich Rodung und Abfuhr der Zuckerrüben im Verbandsgebiet des MBLV organisiert wird:

„In Zuckerrüben Abfuhrgruppe „Transportgemeinschaft Überrhein“ sind, wie der Name schon sagt, links und rechtsrheinische Rübenanbauer, Landwirte aus dem Vorderen Odenwald sowie die Landwirte am Untermain organisiert. Wir sprechen von 490 Landwirten mit rund 5.500 Hektar Zuckerrübenflächen, deren Rüben rund um die Uhr überwiegend in die Zuckerfabrik Offstein (bei Grünstadt/Pfalz) transportiert werden. Die dabei praktizierte Feldrandabholung ist in regionale Planungseinheiten eingeteilt, die reihum von zwei Reinigungs- und Überladeladern (Ropa-Mäuse) mit insgesamt 26 LKW’s  zu je einem frühen Termin Mitte September bis Ende Oktober sowie einem spätem Termin von Anfang November bis Ende Dezember rund um die Uhr abgefahren werden. Je nach den vorgegebenen Abfuhrterminen erfolgt dann auch die Rodung der Rüben. Abhängig von Witterung und Tagestemperatur, mit möglichst kurzem zeitlichen Vorlauf zur Abholung, um gerade bei hohen Tagestemperaturen, die Lagerungsverlusten in der Rübenmiete so gering wie möglich zu halten.                                           Bei Kaufpreisen je Zuckerübenvollernter von rund 600.000 € je Maschine wird klar, dass diese Aufgabe nur gemeinschaftlich oder durch einen spezialisierten Dienstleister erledigt werden kann.

Hauptakteur hier im Gebiet ist dabei der Maschinen- Boden- und Landschaftspflegeverband Südhessen (MBLVS), der in seiner Rodegemeinschaft ca. 265 Landwirte von Groß-Rohrheim bis Rüsselsheim sowie von Brensbach bis Schaafheim organisiert hat.  Insgesamt bearbeitet diese Gemeinschaft eine Rodefläche von rund 2.950 Hektar. Um diese Flächen seiner Mitglieder termingerecht zu bedienen, sind 25 Fahrer und Einsatzleiter von Mitte September bis Mitte Oktober rund um die Uhr mit insgesamt vier Holmer Terra-Dos Roder im „Dauereinsatz“.  Der Anbau von Bio-Zuckerrüben ist in Südhessen eine Nischenproduktion von aktuell drei Betrieben auf ungefähr 20 Hektar Fläche. Deutschlandweit ist die Anbaufläche von Zuckerrüben rückläufig“

Holmer im Einsatz

19. September – Erodierte Lössstandorte: Entstehung – Folgen – Konsequenzen

Geschrieben am 17.09.2019 | Kategorie(n) Aktuelles, Termine

HABITZHEIM-bODENPROFILELössböden sind so ziemlich die fruchtbarsten Böden, die wir kennen. In diesen schluffreichen Böden besteht durch den hohen Fein- und Mittelporenanteil ein hohes Wasserspeichervermögen, der besonders, wenn die Lössauflagen sehr mächtig sind, für sichere Erträge auch in Trockenzeiten sorgt.

Doch die fruchtbarsten Böden können sich zu furchtbaren Böden entwickeln, nämlich dann wenn die Böden erodieren. Jeder Landwirt im Reinheimer Hügelland kennt die Lösskuppen, welche bei Trockenheit früh zeichnen, meist sehr hohe Kalk- und Mg-Gehalte aufweisen und die Nährstoffaufnahme von etlichen Makro- und Mikronährstoffen behindern.

Wie entstehen solche Böden, was kann man gegen diesen Prozess unternehmen, welche Handlungsmöglichkeiten bestehen, wenn die Fläche bereits erodiert ist?

Diese Fragen wollen wir am Objekt mit Bodenschätzern erörtern. Dazu wurden in Habitzheim auf einer Fläche drei Bodenprofile freigelegt. Sie sind herzlich eingeladen an den Profilansprachen und Erörterungen teilzunehmen

am Donnerstag den 19. September 2019 von 13:15 bis ca. 16:15 Uhr.

Wir treffen uns auf dem Acker hinter dem Brunnen Habitzheim . Die Fläche ist sowohl von der Kreisstraße L 3413 (Groß-Umstadt-Habitzheim, von Groß-Umstadt kommend vor Ortseinfahrt Habitzheim rechts in den asphaltierten Feldweg einbiegen) als auch von der Falltorgasse aus gut zu erreichen.

 

 

Der Fasan – Text und Bilder von Wolfgang Heimer

Geschrieben am 10.09.2019 | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

 

Der Fasan besiedelt halboffene Landschaften, lichte Wälder mit Unterwuchs oder schilfbestandene Feuchtgebiete, die ihm gute Deckung und offene Flächen zur Nahrungssuche bieten. In Europa findet man ihn häufig in der Kulturlandschaft. Eine weitere Voraussetzung ist das Vorhandensein von Trinkwasser: Er ernährt sich zumeist von pflanzlicher Nahrung wie Sämereien und Beeren, aber auch von Insekten und anderen Kleintieren. Lediglich in den ersten vier Lebenswochen besteht die Nahrung überwiegend aus Insekten, danach nimmt der Anteil der tierischen Nahrung stark ab. Der Fasan überwintert zumeist in den Brutgebieten. Bisweilen weicht er im Winter über kurze Strecken in mehr Deckung oder Nahrung bietende Lebensräume aus. Im Winter schneereiche Gebiete werden gemieden, was oft die Höhenverbreitung limitiert. Im Sommer begnügt sich die Art teils auch mit notdürftiger oder kleinräumiger Deckung; im Winter muss diese auch bei strenger Witterung genügend Schutz bieten.

Ist der Fasan zur Brutzeit territorial, so lebt er im Winterhalbjahr in kleinen oder größeren Gesellschaften, die nicht selten nur aus Vögeln gleichen Geschlechts bestehen. Zur Brutzeit lebt ein Hahn meist mit ein bis zwei Hennen zusammen. Die Fortpflanzungszeit liegt im gesamten natürlichen Verbreitungsgebiet mit leichten witterungsbedingten Verschiebungen zwischen März und Juni. In Mitteleuropa beginnt sie ab Mitte März und ist meist gegen Ende Mai oder Anfang Juni abgeschlossen. Es findet nur eine Jahresbrut statt. Bei Gelegeverlust kommt es aber bis zu zwei Mal zu Nachgelegen, so dass späte Bruten im August und September nicht selten sind. Die Nestmulde ist entweder schon vorhanden oder wird vom Weibchen ausgescharrt und höchstens mit einigen spärlichen Halmen, Wurzeln oder Reisern ausgekleidet. Sie befindet sich meist auf dem Boden und ist von der Krautschicht gut gedeckt. Oft werden Nester am Rande von Dickichten oder Hecken angelegt. Die Bebrütung beginnt nach Ablage des letzten Eies oder 1 bis 2 Tage später. Sie dauert etwa 23 Tage, bei häufigen Störungen auch länger. Junge Fasanen sind Nestflüchter, die nach dem Schlüpfen nur wenige Stunden zum Trocknen im Nest bleiben, dann der Henne folgen und in deren Nähe eigenständig ihre Nahrung suchen. Sie sind mit 10–12 Tagen flugfähig.

Die natürliche Verbreitung des Fasans erstreckt sich durch den Süden der Zentral- und Ostpaläarktis sowie über Teile der Orientalischen Region. Zudem wurde die Art in vielen Teilen der Welt mit unterschiedlichem Erfolg eingebürgert. Heute besiedelt sie große Teile Europas. Die Bestände unterliegen hier aber häufig großen Schwankungen und können in ungünstigen Lagen meist nicht auf Dauer ohne Aussetzungen von Zuchtvögeln und Winterfütterungen überleben. In jüngster Zeit sind auch bei uns die Bestände deutlich rückläufig.

Wie können wir dem Fasan helfen?

  • Blühstreifen bilden eine wichtige Grundlage für den Schutz von Fasanen.
  • Wichtig sind aber auch die Erhaltung von Brachstreifen, der Verzicht auf das Mulchen von Graswegen und Ackerrändern in der Zeit von April bis Ende Juni.
  • Ruhezonen und ungestörte Bereiche sind während der Brutzeit für die Bodenbrüter sehr wichtig! Deshalb sind Hunde anzuleinen und bitte meiden sie Graswege mit hohem Bewuchs bei ihren SpaziergängenSeptember Fasan 1

September Fasan 2

Informationen aus der Landwirtschaft – September

Geschrieben am | Kategorie(n) Aktuelles, Beiträge

Silomaisernte im Fokus der Anbauer – Pflegemaßnahmen im Grünland

Der optimale Termin für Pflegemaßnahmen und Nachsaaten im Grünland ist der Spätsommer, weil jetzt die bereits vorhandenen Gräser weniger konkurrenzstark sind und jungen Keimlinge nicht so stark unterdrücken. Empfehlenswert ist es die Grünlandflächen zu striegeln, um die Narbe zu belüften und unerwünschte Gräser, wie Gemeine Rispe auszureißen. Um die Lücken zu schließen und höherwertige Gräser anstelle der gemeinen Rispe zu etablieren sollte geeignetes Saatgut für die Nachsaat mit ausgebracht werden. Bei stark lückiger Altnarbe kann eine Durchsaat mit einer Spezialmaschine und höheren Saatmengen notwendig sein. Auf Weideland gehört die Nachmahd zu den wichtigen Pflegemaßnahmen. Durch die Mahd werden bestehende Unkräuter am Aussamen gehindert und Weidereste beseitigt, um langfristig eine gute Qualität des Grünlandes sicherzustellen. Regelmäßiges Striegeln, Mulchen und Nachsaaten erhalten Leistungsfähigkeit und Produktivität des Standortes. Eine dichte Grasnarbe leistet einen wichtigen Beitrag zum Grundwasserschutz!

Die Silomaisernte hat teilweise schon begonnen. Den optimalen Trockensubstanz-Gehalt zum Silieren hat der Mais in der Teigreife mit 30 bis 35% TS (Ganzpflanze), wenn das Korn noch teigig-mehlig ist. Als Anhaltspunkt zur Bestimmung des Erntetermins werden die Landwirte in diesem Jahr mit einem regionalen Abreifemonitoring unterstützt. Auch das Prognoseprogramm MaisProg vom Deutschen Maiskomitee gibt zuverlässige Angaben zur Abreife. Neben dem gut gewählten Häckseltermin ist eine ausreichende und gute Verdichtung im Silo maßgeblich für die spätere Qualität verantwortlich. Zudem verhindert eine gute Verdichtung unerwünschte Nacherwärmungen im Silo. Siliermittel wie Siliersäuren oder biologische Siliermittel auf Basis von Milchsäurebakterien können dazu beitragen, das Nacherwärmen zu verhindern. Vor allem wenn bei der späteren Entnahme der Vorschub gering ist, kann es zu einem raschen Wachstum von Schimmelpilzen und Hefen kommen.

Aber bitte nicht nur die Silagequalität Blick haben – Arbeitssicherheit hat Priorität! Überprüfen Sie bevor es losgeht die Funktionalität von Aufstiegen, Schutzvorrichtungen und eine gute Sichtbarkeit der Erntefahrzeuge im Dunkeln. Dass Straßen und Wege von Verschmutzungen durch die Erntefahrzeuge gesäubert werden, sollte selbstverständlich sein.

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