Rundbrief – 16. April 2020, Virtueller Feldrundgang

Geschrieben am 16.04.2020 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein, Beiträge

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Getreide:

Die Vermutung, dass das Getreide mit den ausbleibenden Nachtfrösten wieder ins Wachstum kommt trifft zu. Allerdings ist jetzt der limitierende Faktor die Feuchtigkeit.

Weizen ist in unserer Region im Stadium 30/31 früh gesäter Weizen erreicht schon fast Stadium 32. Gerste liegt in der Regle über Stadium 32.

Bei unseren Nitracheckmessungen vom 13.-15. April konnten wir feststellen, dass die Pflanzen wieder Stickstoff aufgenommen haben. Dieser Stickstoff kommt z.T. aus der ersten Gabe, z. T. aus der Bodennachlieferung. Aus der ersten Gabe vorzugsweise dort, wo stabilsierter N zur ersten Gabe eingesetzt wurde. In der Tabelle sind die Werte aufgeführt von Flächen, die im April zweimal untersucht wurden, so dass man sich ein besseres Bild verschaffen kann.

20200416_Rundbrief_Nitracheck

Die entscheidende Frage ist, wann und wieviel Regen es in den nächsten Tagen gibt. Aus Sicht des Wasserschutzes kann die Anschlussdüngung erst dann fallen, wenn ausreichend Regen in Sicht ist. Die Wetterprognosen sagen allerdings, dass wenn überhaupt, lediglich ein Schauer fällt. Sofern gedüngt werden soll, muss eine löffelweise Düngung mit nitrathaltigen Düngern erfolgen, die sofort von den Pflanzen verwertet werden können, wenn etwas Wasser in der Krume ist. Wenn es nicht regnet, können diese Gaben auf die Ährengabe angerechnet werden. Auf keinen Fall dürfen jetzt stabilisierte N-Dünger ausgebracht werden bzw. die Schossgabe mit der Qualitätsgabe zusammengefasst werden. Deren Stickstoff kommt zu spät, außerdem muss mit Ausgasungsverlusten gerechnet werden. Hoffen wir auf Regen! Was Sie tun können, ist dass Sie mit den anstehenden Pflanzenschutz- oder Einkürzungsmaßnahmen Spurenelemente ausbringen. Im Getreide sind das besonders Bor, Mangan und Zink. Zink hilft besonders gegen physiologische Blattflecken, die besonders bei strahlungsreichen Tage und gestressten Pflanzen auftreten. Diese Mikronährstoffe in Verbindung mit Bittersalz stärken die Pflanzen und können helfen, die nächsten trockenen Tage zu überstehen.

Erosionsschutz:

Kartoffeln sind bzw. werden noch gelegt, Mais gesät. Bis zum Bestandesschluss vergehen noch ein paar Wochen, weshalb gerade bei diesen Kulturen der Erosionsschutz wichtig ist. Konservierende Bodenbearbeitung nach Zwischenfrüchten ist bis zur Aussaat ein wesentlicher Faktor zur Erosionsminderung. Nach der Aussaat sollten nicht bestellte Ränder am Vorgewende bei den Kartoffeln und auf stark erosionsgefährdeten Standorten im Oberhangbereich, wo Erosion beginnt, möglichst entlang der Hangkonturen ca. 6-9 m breite Streifen mit Wintergerste gesät bzw. ausgestreut werden. Die Wintergerste bestockt sich nur und kann im derzeitigen Langtag keine Ähren bilden. So kann wirkungsvoll der Erosion begegnet werden.