Maschinenvorführung

Geschrieben am 29.05.2019 | Kategorie(n) Allgemein

Gut besuchte Veranstaltung in Wald-Michelbach

Perwolf Gülletechnik

Mehr als 70 Interessierte waren der Einladung von AGGL, Kreis Bergstraße sowie der MR Güllegemeinschaft GbR und MR Kraichgau gefolgt, um am 27. Mai auf einer Fläche in Wald-Michelbach- Kreidach die Technik im Einsatz zu sehen.

Bei der Gülleverschlauchung wird von einem Lagerbehälter am Feldrand aus ein mehrere hundert Meter langer Schlauch auf dem Feld verlegt. Der Ausbringer, ein Traktor mit Gülleverteiler, schleift ohne Unterbrechung den Gülleschlauch über die Fläche und bringt über den Verteiler die Gülle aus. Die MR Güllegemeinschaft GbR (Teilhaber sind der Maschinenring Kraichgau, der Betrieb Wolfgang Emig aus Gadern und die Jungmann GbR aus Weinheim-Wünschmichelbach) hat sich vor der Investition in die Verschlauchung intensiv mit der Thematik beschäftigt.

Der Gesetzgeber gibt vor, dass ab 2025 Gülle und Gärreste auch auf Grünland bodennah ausgebracht werden müssen. Diese Vorgabe bereitet vielen Betrieben, die in den kleinstrukturierten Mittegebirgslagen wirtschaften, große Sorgen. Die Umsrüstung bestehender Güllefässer ist oft nicht rentabel und die Gülletechnik von Lohnunternehmern ist häufig zu groß, um damit Hanglagen anfahren zu können. Die MR Güllegemeinschaft GbR sieht sich mit der Investition in die Perwolf Verschlauchungstechnik mit Bomechverteiler und 800 m Schlauchlänge für die zukünftigen Entwicklungen gut aufgestellt.

Die Vorteile liegen für die Betriebe dabei auf der Hand. Die Verschlauchung ist eine bewährte und robuste Technik. Die Verschlauchung von Gülle ist eine besonders bodenschonende Art der Ausbringung. Dadurch, dass nur Schleppergewicht und Ausbringtechnik auf der Fläche fahren, wird der Boden nicht verdichtet. Der Leistungsbedarf beim Ausbringschlepper ist geringer. Hanglagen, auch Steillagen, können angefahren werden – nicht umsonst fand die Vorführung auf einer Fläche von Wolfgang Emig statt, die den Namen „Nordwand“ trägt.

Speziell im Grünland kann mit der Verschlauchung auch bei feucht- nassen Bedingungen gefahren werden. In den grünlandstarken Mittelgebirgslagen im Odenwald ist das von großem Vorteil und erweitert deutlich das Zeitfenster für die Gülleausbringung. Zudem überzeugte die große Flächenleistung die GbR von dieser Technik. Sofern der Lagerbehälter am Feldrand nicht leer wird, kann ohne Unterbrechung auf der Fläche gefahren werden. Ein Durchflußmesser kann die Ausbringmenge exakt dosieren.

Neben allen Vorteilen für die Betriebe hat die Verschlauchung auch ihre Nachteile. Sie braucht eine lange Rüstzeit, weil der Schlauch auf jeder Fläche neu aus- und eingerollt werden muss. Damit ohne Unterbrechung gefahren werden kann, muss der Container bzw. das Lager am Feldrand kontinuierlich mit Zubringern befüllt werden. Der Traktor, der die Pumpe betreibt, muss durchgehend besetzt und ständig mit dem Ausbringer per Funk in Kontakt sein.

Für die GbR überwiegen jedoch die Vorteile. Und die zahlreichen Interessierten vor Ort – die müssen sich erst noch eine Meinung bilden.

Viele waren der Einladung gefolgt Für Hanglagen geeignet