Informationen aus der Landwirtschaft – Februar

Geschrieben am 18.02.2019 | Kategorie(n) Allgemein

Mit dem Ende der Kernsperrfrist  beginnt  die Düngesaison 2019. Durch die trockene Witterung im Jahr 2018 sind die Erträge oftmals hinter der  Ertragserwartung zurück geblieben. Das bedeutet, dass ein Teil der gedüngten Nährstoffe  nicht von den Pflanzen aufgenommen wurde und damit im Boden verblieben ist. Zudem war der Herbst nicht nur trocken, sondern auch warm. Nach der Wiederbefeuchtung des Bodens kam es zu Stickstoffmineralisierung. Dies lässt sich an vergleichsweise hohen Nmin-Werten im Herbst und zu Jahresbeginn erkennen. Damit hat das Jahr 2018 auch Auswirkungen auf die Düngung im Jahr 2019. Ein Teil des Stickstoffes  wurde durch Niederschläge verlagert, allerdings befinden sich noch große  N-Mengen im durchwurzelbaren Bereich in der Ackerkrume. Diese werden je nach Verlagerungstiefe im Vegetationsverlauf für die Kulturpflanzen verfügbar und sind bei der Bemessung der Düngergaben zu beachten!

Da das Wurzelwachstum für das Erschließen der Düngerreserven im Boden maßgebend ist, muss daran die bestmögliche Düngestrategie angepasst werden. Das bedeutet, dass schwache Bestände frühzeitig angedüngt werden sollten, während bei gut entwickelten Beständen die erste Gabe reduziert werden sollte. Im weiteren Vegetationsverlauf ist in Abhängigkeit von der Entwicklung der Bestände  eine Anpassung der weiteren Gaben erforderlich, um den Rahmen der Düngebedarfsermittlung nicht zu überschreiten.

Viele Betriebe setzen bei der ersten Düngergabe im Frühjahr organische Dünger wie Gülle oder Gärreste ein. Die guten Bedingungen der letzten Tage wurden teilweise schon für die erste organische Düngegabe genutzt.  Durch die weite Streuung der Inhaltstoffe können Tabellenwerte weit von den tatsächlichen Nährstoffgehalten der Wirtschaftsdünger abweichen und damit zu Fehlbemessung der Düngegaben führen.  Vor der Ausbringung der betriebseigenen Dünger ist es sinnvoll,  deren Nährstoffgehalte zu analysieren. Einerseits, um damit eine bedarfsgerechte Pflanzenversorgung sicherzustellen und andererseits durch eine erhöhte Düngeeffizienz aus vorhandenen Düngern, Einsparungen beim Mineraldüngerzukauf zu erreichen.