Die Wiesenschafstelze

Geschrieben am 07.06.2019 | Kategorie(n) Aktuelles, Allgemein

Text und Bild: Wolfgang Heimer

Die Wiesenschafstelze ist etwas kleiner und schlanker als eine Bachstelze. Beim Männchen sind Kehle, Brust und Bauch leuchtend gelb. Der Oberkopf ist grau und hat einen weißen Überaugenstreif. Rücken und Flügelansatz sind gelblich grün und die Schwungfedern braun mit zwei schmalen hellen Flügelbinden sowie schmalen hellen Federsäumen. Das Weibchen ist unterseits blass gelb gefärbt. Oberkopf, Nacken, Rücken und Schultern sind eher graugrün. Die Jungvögel sind überwiegend graubraun gefärbt.

Die Schafstelze ist Brutvogel offener, gehölzarmer Kulturlandschaften und besiedelt stark zunehmend Ackergebiete, dort vor allem Raps, Getreide, Klee und Hackfrüchte. Im Grünland kommt die Art bevorzugt auf extensiv genutzten Weiden vor. Das Nest ist fast immer auf dem Boden in dichter Kraut- und Grasvegetation gebaut. Gelegentlich kommt es zu kolonieartigen Häufungen von Bruten, gerne im Umfeld von temporär in der Landschaft gelagerten Misthaufen. Das Revier wird vom Männchen besetzt; Nistplatzwahl, Nestbau und Brut übernimmt aber meist das Weibchen. Es kommt zu 1-2 Jahresbruten (Brut- oder Saisonehe) mit meist 5-6 Eiern in der Zeit von Ende April bis Ende Juli. Die Brutdauer beträgt 12-14 Tage, worauf sich eine Nestlingsdauer von 10-13 Tagen anschließt. Mit 14-16 Tagen sind die Jungvögel flügge. Beide Partner füttern den Nachwuchs. Die Nahrung besteht aus kleinen, hauptsächlich fliegenden Insekten, vereinzelt aus Spinnen, kleinen Schnecken und Würmern.

Die Wiesenschafstelze ist ein Langstreckenzieher mit Winterquartieren im tropischen Afrika und Asien. Die Hauptüberwinterungsgebiete der europäischen Brutvögel liegen vor allen in Afrika südlich der Sahara mit Schwerpunkt vom Senegal bis Kenia. Als Durchzügler kommt in Deutschland auch die skandinavische Motacilla [flava] thunbergi (Thunbergschafstelze) vor.

Erst im Laufe der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts haben auch bei uns die Ackerbruten zugenommen. Heute ist die Wiesenschafstelze neben der Feldlerche der zweithäufigste Brutvogel der Agrarlandschaft. Leider gibt es auch bei dieser Art aktuell Anzeichen eines deutlichen Bestandsrückganges.

Wie können wir der Wiesenschafstelze helfen?

  • Verzicht auf Biozideinsatz wo immer dies möglich ist.
  • Keine Mulcharbeiten auf Gras- und Erdwegen oder an Ackerrändern während der Brutzeit von April bis Juli.
  • Freizeitsportler und Erholungssuchende sollten sensible Wege meiden
  • Hunde während der Brut- und Setzzeit an die Leine
Schafstelze