Die Goldammer

Geschrieben am 13.03.2019 | Kategorie(n) Allgemein, Beiträge

Text: Wolfgang Heimer, Bilder: Valentin Heimer

Die Goldammer besiedelt bevorzugt halboffene bis offene Landschaften. Wo in unserer Kulturlandschaft Büsche, Hecken und (Obst-)Bäume wachsen, an Waldrändern und Lichtungen, Feldgehölzen und Baumreihen lässt die Goldammer von der Spitze der Gehölze ihren markanten Gesang erklingen. Auch Brachen und Säume werden gerne als Lebensräume genutzt. Hier baut sie ihr einfaches Nest aus Grashalmen und Blättern in der bodennahen Vegetation bis in maximal etwa 4 m Höhe. Ab April werden dann 4-5 Eier gelegt. Meist finden zwei Bruten im Jahr statt. Beide Elternteile füttern die Jungvögel mit Insekten, Spinnen und anderen Kleintieren.

In unseren Breiten schließen sich die Goldammern im Herbst meist zu mehr oder weniger großen Schwärmen zusammen, gelegentlich auch in Vergesellschaftung mit Finken und Sperlingen. Diese sind dann oft in der Agrarlandschaft bei der Nahrungssuche anzutreffen. In den Wintermonaten ernähren sich die Vögel überwiegend von Sämereien auf Brach- und Blühflächen sowie insbesondere von Getreide auf Stoppelfeldern. Dies führte in der Vergangenheit dazu, dass Goldammern regelmäßig Stellen mit Druschabfällen bei Scheunen und Bauernhöfen aufsuchten – derartige Stellen sind im Zuge der modernen Landwirtschaft selten geworden.

Noch vor wenigen Jahren war dieser nur sperlingsgroße Singvogel bei uns nicht gefährdet. Jüngste Erhebungen deuten jedoch auch bei dieser Vogelart auf beachtliche Bestandseinbußen hin. Dies gilt sowohl für die Brutbestände als auch für die Größe und Häufigkeit der Wintertrupps.

Wie können wir der Goldammer helfen?

  • Artenreiche Blühstreifen sind besonders effektiv, wenn sie möglichst breit (mehr als zehn Meter) oder unregelmäßig verteilt sind.
  • Stehenlassen von Stoppelfeldern oder Zwischenfruchtanbau über den Winter.
  • Erhalt von Altgrasstreifen an Wegrändern, Böschungen, Gräben und Parzellengrenzen.
  • Keine Pflegearbeiten wie Mulchen etc. von Wegrändern, Blühflächen, Altgrasstreifen in der Zeit von  März bis Ende Juli.
  • Anpflanzung von Hecken und Baumreihen oder Baumgruppen an geeigneten Stellen.
  • Druschabfälle in der Landschaft belassen.
    Goldammer

    Goldammer

    Goldammer beim Gesang

    Goldammer beim Gesang