Das Rebhuhn

Geschrieben am 18.02.2019 | Kategorie(n) Allgemein

Text und Bilder: Wolfgang Heimer

Mit dem Ackerbau ist das Rebhuhn aus den Steppen Osteuropas bei uns eingewandert. Es fand in dem vielfältigen Mosaik der Feldflur aus Ackerflächen, Brachen und eingestreuten Wiesen derart gute Lebensbedingungen vor, dass es über Jahrzehnte ein beliebtes Jagdwild war. Heute ist das Rebhuhn extrem selten geworden und aus manchen Gebieten bereits ganz verschwunden.

Als Lebensraum werden fruchtbare Ackerlandschaften in klimatisch günstigen Gebieten bevorzugt. Kleinteilige und abwechslungsreiche Kulturen mit Säumen, Brachen, Wegrändern und eingestreuten Hecken sind besonders geeignet. Wichtige Lebensraumelemente sind auch offene und trockene Stellen zum Staubbaden. Gemieden werden Wälder, Waldränder und ständig nasse oder kalte Böden. Die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung hat die nutzbaren Lebensräume des Rebhuhns stark eingeengt. Großräumige Ackerbauflächen mit nur noch wenigen Kulturpflanzen und ohne eingestreute Brachen und Säume werden von dem kleinen Hühnervogel weitgehend gemieden. Hier fehlen die Insekten und Wildkräuter, die für die Ernährung so wichtig sind, außerdem bieten derartige Flächen insbesondere im Herbst und Winter keine ausreichende Deckung für die Familienverbände.

Die Paarbildung findet bei den Rebhühnern bereits ab Ende Januar bis in den März statt. Die Paare bevorzugen dann im Vorfrühling Altgrasstreifen und Brachen als Aufenthaltsorte. Dort werden dann ab Ende April auch die bis zu 15 Eier in das gut versteckte Nest gelegt. Nur die Henne brütet und der Hahn hält Wache, bei der Jungenführung sind beide Partner beteiligt. Meist schlüpfen die Küken ab Ende Juni/Anfang Juli. Als typische Nestflüchter verlassen sie umgehend das Nest und nehmen ihre meist tierische Nahrung auch selbstständig auf. Der Familienverband (Kette) bleibt bis zum Ende des Winters zusammen, erst dann lösen sich die Verbände rechtzeitig vor der neuen Paarbildung wieder auf.

Aktuelle Zählungen im Bereich des Altkreises Dieburg lassen befürchten, dass es hier aktuell wohl keine 20 Rebhuhnpaare mehr gibt. Früher war das der durchschnittliche Bestand einer Gemarkung mittlerer Größe. Auf extrem schlechte Bruterfolge deuten auch die geringen Kettengrößen hin, waren es früher bis zu 20 Rebhühner in einer Kette, werden heute kaum noch 4-6 Vögel in einem Winterverband gezählt.

Wie können wir dem Rebhuhn helfen?

Artenreiche Blühstreifen sind besonders effektiv, wenn sie möglichst breit (mehr als zehn Meter) und unregelmäßig verteilt sind, um Nesträuber nicht direkt auf die Nester hinzuleiten.

Stehenlassen von Stoppelfeldern oder Zwischenfruchtanbau über den Winter.

Erhalt von Altgrasstreifen an Wegrändern, Böschungen, Gräben und Parzellengrenzen.

Keine Pflegearbeiten wie Mulchen etc. von Wegrändern, Blühflächen, Altgrasstreifen in der Zeit von  März bis Ende Juli.

Verzichten Sie auf die Nutzung entlegener Gras- und Erdwege bei Ihren Spaziergängen und führen Sie Ihre Hunde unbedingt an der Leine.

Rebhuhn2 Rebhuhn1