Informationen aus der Landwirtschaft – August

Geschrieben am 09.09.2020 | Kategorie(n) Beiträge

Die Erntearbeiten sind abgeschlossen. Die Getreideernte 2020 konnte wegen der stabilen Witterung und den Hitzetagen früh abgeschlossen werden. Das dritte Trockenjahr in Folge hat sich (ja nach Standort) sehr unterschiedlich auf die Erntemenge und vor allem auf die Erntequalitäten ausgewirkt. Beim Raps wurden gute bis sehr gute Erträge erzielt, die Gerstenerträge waren zufriedenstellend. Durch teilweise sehr schlechte Aussaatbedingungen im Herbst wurden bei der Gerste allerdings noch größere Ertragseinbußen erwartet. Beim Weizen wurden mancherorts Spitzenerträge erzielt – leider mit niedrigen Proteingehalten.                                                                                                                                                Der Proteingehalt ist für die aufnehmende Hand der Parameter für die Vergütung vom Weizen, weil damit viele wichtige Eigenschaften für die Weiterverarbeitung zusammenhängen.

Mit einer gezielten Spätdüngung kann der Porteingehalt maßgeblich beeinflusst werden. Diese Spätgabe ist allerdings nur sinnvoll, wenn Niederschläge zu erwarten sind. Denn nur dann kann die Weizenpflanze die mit der Düngung ausgebrachten Nährstoffe aufnehmen und im Korn einlagern kann. Wie bereits in den beiden Vorjahren fehlten auch im Sommer 2020 die Niederschläge, um die Spätdüngung aufnehmen zu können. Aus Sicht des Grundwasserschutzes wird daher die Spätdüngung oder Qualitätsgabe im Weizen kritisch bewertet – bleiben die Niederschläge aus, werden die Nährstoffe nicht vom Weizen aufgenommen.

Nach den Erntearbeiten und der Strohbergung werden die Flächen für die kommende Aussaat und und die Aussaat von Zwischenfrüchten vorbereitet. Eine flache Stoppelbearbeitung lässt das Ausfallgetreide auflaufen – ausreichend Feuchtigkeit vorausgesetzt! Für den anstehenden Anbau von Zwischenfrüchten ist eine gleichmäßige Strohverteilung auf dem Acker sehr wichtig – sofern das Stroh auf der Fläche verblieben ist. Das Ausfallgetreide sollte zuvor weitgehend aufgelaufen sein, besonders Gerste unterdrückt sonst häufig die Zwischenfrüchte, weshalb hier eine zweimalige Stoppelbearbeitung nötig sein kann. In  aller Regel reicht bei allen anderen Getreidearten eine einmalige Bearbeitung aus.

Nach der Ernte ist vor der Ernte und nur gelungene Zwischenfrüchte und HerbstansaatenStoppelfeld mit Rundballen sind Voraussetzung für die Ertragsbildung im folgenden Jahr und dienen dem Erosions- und Grundwasserschutz.