Informationen aus der Landwirtschaft – März

Geschrieben am 06.03.2020 | Kategorie(n) Aktuelles

Nach den milden Wintermonaten Dezember und Januar war der Februar 2020 der zweitwärmste Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Schnee gab es im Odenwald so gut wie gar nicht, dafür viel Regen und Sturm. Seit Beginn des Jahres sind teilweise bis zu 200l/qm Regen gefallen. Alle Poren des Bodens sind mit Wasser gefüllt – sie sind wassergesättigt.

Den Ackerbauern juckt es Anfang März bereits in den Fingern – aber egal welche Maßnahme ansteht, erst sollte der Boden trocken sein.

Bereits bei der Getreideaussaat im Herbst war es vielerorts schon sehr nass, so dass die kleinen Getreidepflanzen seither in einer recht feuchten Bodenkrume wurzeln. Zum Wachstum und zur Atmung hingegen brauchen die Wurzeln Sauerstoff – der ist in den wassergesättigten Böden gerade Mangelware. Sobald die Böden abgetrocknet und befahrbar sind sollten Maßnahmen ergriffen werden, um Durchlüftung, Nährstoffdynamik und vor allem das Wurzelwachstum zu fördern. Trocknen die Böden ab, hat es ein schlecht ausgebildetes Wurzelsystem schwer, dem abziehenden Wasser hinterherzuwachsen. Deshalb leiden lang vernässte Bestände auch schneller unter Trockenheit.

Für unsere Wasserversorgung sind die reichlichen Niederschläge allerdings ein Segen.

Infolge der Trockenheit der beiden letzten Jahre sind die Grundwasserstände in Hessen auf ein niedriges Niveau gesunken. Jetzt können die Niederschläge in die Böden versickern und in tiefere Schichten gelangen, auch weil die Verdunstungsraten niedrig sind. Die Randbedingungen für die Grundwasserneubildung sind gut. Diese findet im hydrologischen Winterhalbjahres (November – April) statt – sofern die Niederschläge ausreichen.