Die Getreideernte hat begonnen….

Geschrieben am 04.07.2019 | Kategorie(n) Aktuelles

Der Drusch der Wintergerste hat begonnen. Grünlandbetriebe konnten die ersten Schnitte bei meist sehr guter Witterung bergen. Der Juni hatte ausreichend Sonnenstunden um das Heu trocken einzufahren.

Ertragserwartung

Die Erträge im Wintergetreide werden voraussichtlich auch in diesem Jahr hinter den Erwartungen zurück bleiben. In erster Linie ist es Trockenheit, die den Feldfrüchten zu schaffen macht – trockene Aussaatbedingungen im Herbst, ein viel zu trockener April und noch nie, seit Beginn der Wetteraufzeichnung, war ein Juni wärmer und sonniger!

Die wenigen Rapsbestände in diesem Jahr haben unter Schädlingsbefall und Temperaturschwankungen stark gelitten.

Leguminosen

Die grobkörnigen Leguminosen wie Ackerbohne, Erbse und Sojabohne haben sich gut entwickelt. Die Reihensaat bei Sojabohnen ermöglicht eine mechanische Unkrautregulierung.

Sojabohne 2019

Sojabohne 2019

Feld- und Feldrandhygiene

So spät wie möglich und so früh wie nötig! Das Abmulchen der Feldränder ist ein wichtiger Baustein zur Phytohygiene. Aber Feldwege und Raine sind auch wichtige Rückzugsräume für Insekten, Bodenbrüter und Niederwild.

Deshalb bitte Feldwege und Raine für die Dauer der Brut- und Setzzeit unberührt lassen.

Enge, getreidelastige Fruchtfolgen begünstigen die Verbreitung und Vermehrung von Problemungräsern. Mit weiten Fruchtfolgen und dem Wechsel von Sommerung und Winterung bekommt man die Ungräser leichter in den Griff.

Nacherntemanagement

Sofern das Stroh nicht abgefahren wird und auf der Fläche verbleibt muss das Häckselgut gleichmäßig und sorgfältig verteilt werden!

Für die Strohrotte sollte der Mähdrescher das Stroh nicht nur kurz häckseln sondern auch auffasern. Damit wird den Mikroorganismen eine bessere Angriffsfläche geboten. Für den Abbauprozess benötigen die Mikroorganismen zunächst Stickstoff aus dem Bodenvorrat, der im Abbauprozess dem Boden später auch wieder zugeführt wird. Zur Strohrotte besteht kein Bedarf an zusätzlichem Stickstoff!

Je Tonne Stroh werden max. 5 kg N für die Rotte benötigt.

Bei einem Weizenertrag von 8,5 t/ha verbleiben ca. 7 t/ha Stroh auf der Fläche.

Für die Rotte werden 35 kg N/ha benötigt – diese Menge liegt im Boden vor, was mit langjährigen Nachernte Nmin Beprobungen belegt werden kann!

Zwischenfruchtanbau

Zwischenfruchtanbau ist zentraler Bestandteil im Grundwasserschutz. Die Zwischenfrucht sollte so rasch wie möglich nach Ernte der Vorfrucht gesät werden, um die hohen Evaporationsverluste zu begrenzen.

Zwischenfrüchte haben ganz vielfältige Funktionen:

  • Nährstoffspeicher und damit Schutz vor Nährstoffaustrag
  • Erosionsschutz durch Bodenbedeckung und Durchwurzelung
  • Schutz vor Wasserverdunstung durch Bewuchs und Beschattung
  • Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und stabilere Bodengefüge
  • Steigerung der Aktivität der Bodenlebewesen
  • Erweiterung der Fruchtfolge
  • Bekämpfung von Nematoden
  • Ökologische Vorrangfläche

In allen WSG-Kooperationen ist der Anbau von Zwischenfrüchten verpflichtend. Aber auch außerhalb von Wasserschutzgebieten sollte auf Flächen, die im kommenden Jahr mit einer Sommerung bestellt werden, unbedingt der Anbau einer Zwischenfrucht angestrebt werden. Zwischen Winterungen ist der Anbau einer Zwischenfrucht dann lohnend, wenn zwischen Ernte der Hauptfrucht und Aussaat der Folgefrucht mind. 6 Wochen liegen.

Bitte achten Sie auf die gesetzlichen Vorgaben, wenn Zwischenfrüchte im Rahmen von HALM oder zur Erfüllung der Greeningvorgaben angebaut werden.

Düngung und Düngebedarfsermittlung

Jetzt schon die Düngung für das kommende Jahr im Blick behalten. Die Düngung zu Zwischenfrüchten wird der Düngung der Folgefrucht angerechnet.

Die Düngebedarfsermittlung gibt eine klare Stickstoffobergrenze vor.

In Wasserschutzgebieten und in bestehenden Kooperationen gelten davon abweichende Regelungen – die Nachlieferung aus organischen Düngern und Zwischenfrüchten wird abweichend bewertet!

Die Sperrfristen für flüssige Wirtschaftsdünger sind einzuhalten!

Auf Ackerland: Ab Ernte der Hauptfrucht bis zum 31. Januar des Folgejahres.

Abweichend gilt: bis 30 kg Ammonium N/ha oder 60 kg Gesamt N/ha 

  • zu Winterraps, Zwischenfrucht und Feldfutter (Aussaat bis 15. September)
  • zu Wintergerste (Aussaat bis 1. Oktober) nach Getreide
  • eine Düngung zur Strohrotte ist nicht zulässig

Auf Grünland und mehrjährigem Feldfutter: 1. November bis 31. Januar

Blühstreifen

Durch das Engagement von 40 Landwirten konnten mit Unterstützung von Kommunen, Versorgern und Vereinen 43 Hektar  Blühstreifen angelegt werden!

Blühfläche 2019

Blühfläche 2019

Für die Erntearbeiten 2019 wünschen wir gute Erträge, stabiles Wetter und reibungslose Abläufe! Bei Fragen setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung